Zum Inhalt springen Zum Footer springen
SüdostasienPhilippinen

Stärkung der Resilienz von Fischereigemeinden auf dem Wasser und an Land

Die Küstengemeinden der Sarangani-Bucht auf den Philippinen sind stark auf die Fischerei angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Doch die zunehmende Unvorhersehbarkeit des Klimas und rückläufige Erträge gefährden ihre Existenzgrundlage. AWO International und OND Hesed stärken gemeinsam die Wiederstandsfähigkeit lokaler Gemeinden durch nachhaltiges Ressourcenmanagement.

Drei Männer stehen an einem Fischerboot und halten Fische.
Die schwindenden Fischbestände, der Konkurrenzdruck durch kommerzielle Schiffe und der Plastikmüll in den Gewässern führen zu drastischen Einkommenseinbußen bei den Kleinfischern in der Sarangani-Bucht. Aufgrund dieser Bedingungen sind viele von ihnen zusammen mit ihren Familien gezwungen, unter ausbeuterischen Bedingungen zu arbeiten und werden betrogen.

Die meisten Menschen, die in der Nähe der Küsten der Sarangani-Bucht leben, betreiben Kleinfischerei und sind stark von der Fischerei als Hauptlebensgrundlage abhängig. Diese Fischereigemeinschaften befinden sich in prekären Situationen. Illegale und unregulierte Fischerei, zunehmende Müllverschmutzung, veränderte Klimabedingungen und weitere Faktoren tragen zum Rückgang der Fischbestände in den örtlichen Gewässern bei. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, sind viele gezwungen, längere Zeit auf See zu verbringen oder in entferntere internationale Gewässer auszuweichen, was Risiken wie Menschenhandel oder Gefangennahme mit sich bringt.

Gleichzeitig stehen die Familien vor der Herausforderung, die Abwesenheit der Fischenden zu bewältigen. Partner*innen und ältere Kinder übernehmen oft zusätzliche Verantwortung, um die Familie zu versorgen. Leider führt dieser Weg häufig zu Schuldenfallen, dem Abbruch der Schulausbildung, Prostitution und anderen schwierigen Situationen.

Seit 2018 arbeiten die OND Hesed Foundation und AWO International daran, die Risiken von Missbrauch und Menschenhandel für Fischergemeinden zu verringern. Mit dem Potenzial der Fischergemeinden, die in der Nähe der Küsten der Sarangani-Bucht leben, wurden Fischende und ihre Partner*innen in Fischereivereinigungen und Selbsthilfegruppen organisiert. In den letzten sechs Jahren wurden diese Gruppen kontinuierlich durch Schulungen und Bildungsangebote zu Themen wie Führung, Rechte von Fischer*innen und Seeleuten, Paralegal- und Fallmanagement, Küstenschutzmanagement und viele weitere Themen gestärkt. Diese Maßnahmen sollen ihr Engagement für den sozioökonomischen Schutz ihrer Familien und Gemeinschaften fördern und ihre Verantwortung für die ökologische Regeneration stärken.

Ein besonderer Aspekt unseres Projekts ist, dass wir die Fischer nicht nur in Bezug auf ihre Rechte stärken und ihr Bewusstsein dafür schärfen, wie sie ihre Interessen vertreten können. Wir motivieren sie auch dazu, Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen. Das Projekt bindet sie in Aktivitäten wie das Pflanzen von Mangrovenbäumen und anderen Bäumen, Küstenreinigungen und vieles mehr ein. Ich bin mir mehr denn je bewusst, dass ich meiner Gemeinschaft helfen und unsere Umwelt schützen möchte – denn das ist das Mindeste, was wir als Reaktion auf den Klimawandel tun können.

Jennilyn Hualde, Projektkoordinatorin für unser Projekt mit OND Hesed

Meilensteine und zukünftige Pläne

Im Laufe der Jahre haben wir Fortschritte erzielt. Viele der Fischereivereinigungen und Selbsthilfegruppen sind nun offiziell in den Philippinen registriert. Dies erleichtert ihnen den Zugang zu staatlichen Programmen und Dienstleistungen und verleiht ihnen Einfluss auf öffentliche Konsultationen und die politische Entscheidungsfindung. Letzteres spielte eine Rolle bei der kürzlichen Überarbeitung des lokalen Fischereicodes in General Santos City und Teilen der Provinz Sarangani, der nun auch Maßnahmen für die Partner*innen und Familien der Fischenden umfasst – wie die Einbeziehung von Jugend und Frauen in Schulungen sowie Bildungsunterstützung für ihre Kinder. Die durch das Projekt eingerichteten Informationszentren haben ebenfalls dazu beigetragen, den Vermittlungsprozess für Fälle von Menschenhandel und Missbrauch zu optimieren. Zudem nutzen die Vereine und Gruppen die Fähigkeiten, die sie durch das Projekt erworben haben, um neue Mitglieder zu schulen, soziale Unternehmensprojekte zu übernehmen und ihren Fortschritt eigenständig zu überwachen.

Ab 2024 werden diese Gruppen und Vereinigungen weiter gestärkt, um sich langfristig zu Akteur*innen für sichere Migration und ökologische Verantwortung in ihren Gemeinden und darüber hinaus zu entwickeln. Zusätzlich wird das Konzept des sozialen Unternehmertums und der Katastrophenrisikominderung in das Projekt integriert. OND Hesed reduziert schrittweise seine Beteiligung an der Bereitstellung technischer Unterstützung für die Gemeinschaftsverwaltung und die Integration sozialen Unternehmertums, um den Gruppen zu ermöglichen, sich mit der Erlangung von Autonomie vertraut zu machen.

Projektinfo

Ort/Region Stadt General Santos in der Provinz South Cotabato und die Gemeinden Kiamba und Maasim in der Provinz Sarangani, Philippinen
Partner OND Hesed Foundation, Inc.
Aktivitäten
  • Implementierung von Gesetzen und Richtlinien gegen Menschenhandel
  • Rechtsaufklärung in Fischergemeinden
  • Betreuung für Opfer von Menschenhandel
  • Aufbau und Stärkung von Selbsthilfegruppen und Gemeindeorganisationen
  • Aufklärung im Bereich Abfallmanagement und Umweltschutz
Laufzeit 01. Januar 2024 bis 31. Dezember 2026 (Kooperation seit 2018)
Budget 223.000€ (3 Jahre)
Förderer Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Was Sie auch interessieren könnte

Eine Gruppe von Menschen steht in einem Raum. Sie werfen alle Papierflieger in die Luft.
SüdostasienPhilippinen

Einbindung von Migrant*innen und ihren Familien in die Migrationspolitik

Im Jahr 2022 gab es fast zwei Millionen philippinische Wanderarbeiter*innen. Mehr als die Hälfte davon waren Frauen. Angesichts der Komplexität der regulären Migrationsrouten greifen viele Menschen auf undokumentierte Wege zurück und werden so Opfer von Missbrauch und Ausbeutung. AWO International und das Mindanao Migrants Center for Empowering Actions (MMCEAI) arbeiten deshalb gemeinsam daran, einen sichereren Migrationsprozess zu ermöglichen.

Mehr
Unsere Partnerorganisation INFEST bietet neben Aufklärung und Information zum Thema sichere Migration auch Workshops und Trainings an. So können ehemalige Migrant*innen oder Familienangehörige Erfahrungen und Wissen rund um das Thema weitergeben. (Foto: AWO International)
SüdostasienMalaysiaIndonesien

Aufbau starker Unterstützungsnetzwerke für Arbeitsmigrant*innen und ihre Familien

Gemeinsam mit INFEST stärken wir Gemeinschaften durch umfassende sozioökonomische und rechtliche Unterstützung. Indem wir die Widerstandsfähigkeit fördern, den Aufbau von Fähigkeiten unterstützen und politische Verbesserungen vorantreiben, ebnen wir den Weg für eine sicherere und wohlhabende Zukunft für Wanderarbeiter*innen und ihre Familien.

Mehr
Auf dem Bild sind drei Menschen von hinten zu sehen. Sie sprechen miteinander und schauen auf ein selbst gestaltetes Poster.
SüdostasienPhilippinen

Sichere Migration: Unterstützung für Arbeitsmigrant*innen und ihre Familien auf den Philippinen

Philippinische Arbeitsmigrant*innen sind zahlreichen Risiken ausgesetzt, die häufig auf unzureichende Planung und fehlende Schutzmechanismen zurückzuführen sind. Unser Projekt mit Atikha zielt darauf ab, Arbeitsmigrant*innen zu helfen, indem wir das Migrationsumfeld verbessern und sie und ihre Familien von der Vorbereitung der Ausreise bis zur Wiedereingliederung nach der Rückkehr unterstützen.

Mehr
X

Cookieeinstellungen

AWO International e.V. verwendet Cookies, um ein reibungsloses Funktionieren unserer Plattform zu gewährleisten (technisch notwendige Cookies). Darüber hinaus bitten wir um Ihre Zustimmung zur Verwendung von Cookies zu Analysezwecken und Verbesserung der Plattform (statistische Cookies).