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SüdostasienPhilippinen

Einbindung von Migrant*innen und ihren Familien in die Migrationspolitik

Im Jahr 2022 gab es fast zwei Millionen philippinische Wanderarbeiter*innen. Mehr als die Hälfte davon waren Frauen. Angesichts der Komplexität der regulären Migrationsrouten greifen viele Menschen auf undokumentierte Wege zurück und werden so Opfer von Missbrauch und Ausbeutung. AWO International und das Mindanao Migrants Center for Empowering Actions (MMCEAI) arbeiten deshalb gemeinsam daran, einen sichereren Migrationsprozess zu ermöglichen.

Eine Gruppe von Menschen steht in einem Raum. Sie werfen alle Papierflieger in die Luft.
Unser Projekt berücksichtigt die intersektionale Natur von Migrationsfragen. Wir befassen uns nicht nur mit Arbeitsmigration, sondern berücksichtigen auch damit verbundene Aspekte wie ökologische Nachhaltigkeit, Frieden und andere relevante Themen.

Missbrauch, ausbeuterische Arbeitsbedingungen, emotionaler Stress und angespannte Familienbeziehungen. Hinzu kommt die mangelnde Vorbereitung auf die Rückkehr und Wiedereingliederung. Dies sind nur einige der Realitäten, mit denen philippinische Wanderarbeiter*innen und ihre Familienangehörigen täglich konfrontiert sind. Zwar hat die philippinische Regierung mehrere Maßnahmen ergriffen, um die aktuelle Situation und den Schutz von Migrant*innen zu verbessern, doch die unzureichende Umsetzung der verfügbaren Programme und Dienstleistungen sowie die geringe Beteiligung der Migrant*innen selbst oder ihrer Familienangehörigen an der politischen Debatte über Migrationssteuerung sind Faktoren, die diese Probleme noch verschärfen.

Migrationsbewegungen werden nicht nur durch den Mangel an Möglichkeiten für ein menschenwürdiges Leben verursacht, sondern derzeit auch durch Katastrophen, Konflikte, Zwangsumsiedlungen und die Auswirkungen des Klimawandels verschärft. Seit 2018 arbeiten AWO International und das Mindanao Migrants Center for Empowering Actions (MMCEAI) daran, diese Probleme durch Aufklärungskampagnen zu migrationsbezogenen Politiken und den Aufbau von Kapazitäten anzugehen. Dieser Kapazitätsaufbau erfolgt in gemeindebasierten Organisationen, die sich aus Migrant*innen und ihren Familien zusammensetzen, sowie in zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für den Schutz der Rechte von Migrant*innen einsetzen, und durch die Zusammenarbeit mit der Regierung bei der Entwicklung funktionaler Schutz- und Reintegrationsmechanismen.

Ich war mehr als 15 Jahre lang Wanderarbeiter in Japan und dann im Nahen Osten. Es ist kein Geheimnis, dass Wanderarbeiter*innen im informellen Sektor, wie beispielsweise Hausangestellte, anfällig für körperliche, sexuelle und psychische Misshandlung sind. Ich bin der Vereinigung in unserer Gemeinde beigetreten, weil ich darin eine Möglichkeit sah, meinen Mitmigrierenden und ihren Familien zu helfen.

Maria Isabel Baguio

Meilensteine und Zukunftspläne

Unsere Zusammenarbeit mit MMCEAI war bereits mehrfach erfolgreich. Es wurden mehrere lokale Verordnungen und Mechanismen zur Förderung der Rechte und des Wohlergehens von Wanderarbeiter*innen und ihren zurückgelassenen Familien eingeführt, weitere befinden sich noch in der Entwicklung. Zudem wurden sechzehn gemeindebasierte Organisationen gegründet und geschult. Diese unterstützen nun die lokalen Behörden bei der Fallbearbeitung und Weitervermittlung und vertreten ihre Gemeinde in Fragen der Migration und anderen Themen. Außerdem wurde ein zivilgesellschaftliches Netzwerk mit Organisationen und Interessengruppen in ganz Mindanao aufgebaut, das sich mit den Zusammenhängen zwischen Migration, Umwelt, Frieden und Entwicklung befasst. Das aktuelle Projekt baut auf diesen Erfolgen auf und zielt darauf ab, diese Gruppen und Organisationen zu befähigen, in ihren Gemeinden eine Vorreiterrolle bei der Förderung sicherer und regulärer Migration einzunehmen.

Projektinfo

Ort/Region Davao City, Davao Region, Philippines
Partner Mindanao Migrants Center for Empowering Actions, Inc. (MMCEAI)
Aktivitäten
  • Verringerung der Risiken für Missbrauch und Ausbeutung von (weiblichen) Wanderarbeiterinnen durch die Förderung einer sicheren Migration mittels sozialer Strukturen in Mindanao.
  • Unterstützung der von Migration betroffenen Menschen in Zielgemeinden bei der Durchsetzung ihrer Rechte.
  • Stärkung der Umsetzung bestehender Richtlinien und Gesetze zu sicherer und regulärer Migration durch lokale Regierungsstellen auf Barangay-Ebene.
  • Sicherstellung eines besseren Schutzes von Wanderarbeiter*innen durch verbesserte lokale Richtlinien zu sicherer Migration auf subnationaler Ebene (mit Schwerpunkt auf bestimmten Verwaltungs- und autonomen Regionen in Mindanao).
  • Steigerung der Akzeptanz der MMCEAI als Akteur bei der Förderung einer sicheren Migration in der lokalen Gemeinschaft.
Laufzeit 2024-2026 (Zusammenarbeit seit 2018)
Budget 208.000€
Förderer Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

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