Der südwestliche Zipfel des philippinischen Archipels galt lange Zeit als eigenständiges Gebiet – vor allem aufgrund deutlich unterschiedlicher religiöser und kultureller Gegebenheiten. Jahrzehntelange Spannungen und bewaffnete Auseinandersetzungen fanden 2019 mit der Gründung der Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao (BARMM) ein Ende. Dennoch steht die Region weiterhin vor zahlreichen Herausforderungen. Sie umfasst einige der ärmsten Provinzen Mindanaos, und ihre geografische Lage macht sie zu einem attraktiven Korridor und Einfallstor für Wanderarbeitende auf dem Weg in benachbarte Länder. Diese Faktoren zusammen machen die Region besonders anfällig für illegale Anwerbung und Menschenhandel.
Wir haben uns mit dem Blas Ople Policy Institute and Training Center zusammengeschlossen, um förderliche politische Rahmenbedingungen und Praktiken für sichere und faire Migration zu stärken, gemeinschaftsbasierte innovative Instrumente und Strategien in der BARMM weiterzuentwickeln und direkte Dienstleistungen für die nachhaltige Wiedereingliederung von Wanderarbeitenden zu unterstützen. Im Rahmen dieses gemeinsamen Engagements gegen Menschenhandel bezieht unser Projekt nicht nur Arbeitsmigrant*innen aus der BARMM und ihre Familien ein, sondern auch lokale Basisorganisationen, Nichtregierungsorganisationen sowie zentrale staatliche Stellen, die in der Region tätig sind.
Meine Motivation, mich in dieses Projekt einzubringen, kommt von dem alarmierenden Anstieg des Menschenhandels und der illegalen Rekrutierung in der Bangsamoro-Region. Die Zusammenarbeit mit AWO International ermöglicht es uns, wichtige Unterstützung für lokale Akteur*innen zu leisten, die Wanderarbeitende und deren Familien helfen. Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen, da ich mich dafür einsetze, das Bewusstsein für sichere Migrationspraktiken zu stärken, die ich für entscheidend für eine sicherere Gemeinschaft halte.
Haniejoy Paguital, Projekt-Spezialistin in unserem Projekt mit dem Ople Center
Meilensteine und zukünftige Pläne
Mit der Aufnahme der Arbeit des Department of Migrant Workers (DMW) im Jahr 2023, dem zunehmenden Menschenhandel in Südostasien und dem fortschreitenden Stabilisierungsprozess in der Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao (BARMM) hat unser Projekt seine Ziele geschärft und Ressourcen entsprechend neu ausgerichtet.
In der BARMM haben wir das Bewusstsein von Wanderarbeitenden für ihre Rechte gestärkt und ein integriertes Fallmanagementsystem (ICMS) weiterentwickelt. Dieses stellt staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen relevante Daten zu aktuellen und ehemaligen Wanderarbeitenden bereit und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Unterstützungsbedarfe. Künftig soll die lokale Nutzung weiter verbessert sowie ein reibungsloser und nachhaltiger Betrieb sichergestellt werden.
Zudem begleiteten wir zurückgekehrte Arbeitsmigrant*innen beim Aufbau einkommensschaffender Aktivitäten, etwa in der Lebensmittelverarbeitung traditioneller Spezialitäten und in der Nutzung lokaler Textilien wie Inaul. Rund die Hälfte der Teilnehmenden setzte ihre Geschäftsideen um - ein wichtiger Schritt hin zu mehr wirtschaftlicher Stabilität.
Unsere Partnerschaft trug außerdem dazu bei, Ausreiseformalitäten zu überarbeiten und die Erkennung illegaler Rekrutierung und von Menschenhandel zu stärken. Das DMW fördert den Dialog zu fairer Rekrutierung sowie nachhaltiger und geschlechtergerechter Wiedereingliederung. Dabei stellt das Ople Center sicher, dass die Perspektiven lokaler Organisationen aus der BARMM in nationale Aktionspläne einfließen.
Projektinfo
| Ort/Region | Cotabato und Marawi City, Buluan, Datu Odin Sinsuat, Basilan, Sulu und Tawi-Tawi, Autonome Region Bangsamoro in Muslim Mindanao, Philippinen |
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| Partner | Blas Ople Policy Institute and Training Center www.blasople.com |
| Aktivitäten |
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| Laufzeit | 01. Januar 2024 bis 31. Dezember 2026 (Kooperation seit 2021) |
| Budget | 208.000€ (3 Jahre) |
| Förderer | Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) |