Gemeinsam mit ukrainischen Partnerorganisationen vor Ort und zahlreichen AWO-Verbänden in Deutschland war AWO International seit Februar 2022 mit schneller Nothilfe zur Stelle. Von Februar bis Juli 2022 führten wir gemeinsam mit verschiedenen AWO-Verbänden 19 Hilfstransporte in die Ukraine oder an die Grenze durch. So konnten dringend gebrauchte Güter wie Lebensmittel, Schlafsäcke, Hygieneartikel, Medikamente und medizinische Geräte in die Ukraine geliefert und vor Ort verteilt werden. Nach Abschluss der akuten Nothilfe in den ersten Kriegsmonaten liegt der Schwerpunkt der Arbeit heute auf Wiederaufbau, Winterhilfe und psychosozialer Unterstützung. Bis Ende 2024 konnten bereits mehr als 218.000 Menschen sowie 140 soziale Einrichtungen - darunter Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser - direkt unterstützt werden.
Hochwasserhilfe in der Südukraine
Seit August 2024 unterstützt AWO International mit der Finanzierung des Auswärtigen Amtes und der Allianz für Kinder und zusammen mit den Kooperationapartner arche noVa und der lokalen Partner Rokada, besonders gefährdete Haushalte sowie vom Krieg und von Überschwemmungen betroffene Gemeinschaften in den südlichen Regionen der Ukraine. Die Maßnahmen umfassen psychosoziale Unterstützung und Verbesserungen der Wohnumgebung für vulnerable Familien, Winterhilfe für die am stärksten Betroffenen in kriegsbetroffenen Gemeinden. Zudem werden die Kapazitäten ukrainischer Partnerorganisationen und humanitärer Ersthelfer*innen gestärkt, damit Hilfe noch schneller, wirksamer und nachhaltiger geleistet werden kann.
Neuanfang in der Zentralukraine: Wiederaufbau in Butcha, Irpin und Makariv
Seit September 2024 unterstützt AWO in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation Right to Protection vulnerable Haushalte und kriegsbetroffene Gemeinschaften in der Kyjiw Region, konkret in Butcha Bezirk, Irpin und der Gemeinde Makariv. Ein zentraler Bestandteil des Projekts sind neue Gemeindezentren („Hubs“), die als offene Treffpunkte und Anlaufstellen dienen. Sie bieten moderne Arbeitsplätze ähnlich wie in Co-Working-Spaces, Kinderbetreuung, Beratungsangebote sowie Räume für Begegnungen und Veranstaltungen. Damit werden die Hubs zu Orten des Austauschs, Lernens und der gegenseitigen Unterstützung.
Darüber hinaus stärkt das Projekt den sozialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Stabilität: durch kulturelle und soziale Veranstaltungen, Umschulungen, Unterstützung bei Unternehmensgründungen, finanzielle Hilfen und den Wissenstransfer für einen inklusiven und gerechten Wiederaufbau.
Stärkung der Resilienz im Süden der Ukraine
Seit Oktober 2024 setzt AWO zusammen mit der lokalen Partnerorganisation Rokada Maßnahmen um, die kriegsbetroffene Gemeinschaften im Süden der Ukraine langfristig zu stärken. Dazu gehören die Renovierung und Winterfestmachung öffentlicher Gebäude, barrierearm, gender-sensibel und klimafreundlich, sowie der Aufbau inklusiver Anlaufstellen für soziale Dienste. Ergänzend werden psychosoziale Unterstützungsangebote für traumatisierte Menschen geschaffen und Berufs- sowie Weiterbildungen für vom Krieg betroffene Personen angeboten, um neue Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen.
Wirtschaftliches Empowerment im Süden der Ukraine
Seit Juli 2025 stärkt AWO zusammen mit der Partnerorganisation Way Home die wirtschaftliche Widerstandskraft von kriegsbetroffenen Menschen in der Odesa Region. Das Projekt setzt auf ein integriertes Maßnahmenpaket: individuelle Berufsberatung, arbeitsmarktrelevante Berufsausbildung, Fallmanagement und psychosoziale Unterstützung. Besonderer Fokus liegt auf besonders verletzlichen Gruppen wie Binnenvertriebenen, alleinstehenden Eltern, arbeitslosen Haushaltsvorständen und Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. Durch Einzelberatungen, Gruppensitzungen und persönliche Zielplanung werden nicht nur berufliche Perspektiven eröffnet, sondern auch das psychische Wohlbefinden gestärkt und Wege zu nachhaltiger Beschäftigung geebnet.
Jede Spende hilft uns, die Menschen vor Ort zu unterstützen.
Spendenkonto: AWO International
IBAN: DE83 1002 0500 0003 2211 00
Stichwort: Nothilfe Ukraine
Abgeschlossene Projekte in der Ukraine und in den Nachbarländern
Hilfe für geflüchtete und bedürftige Menschen in der Ukraine
Von Juli 2022 bis Dezember 2023 unterstützte AWO International gemeinsam mit Solidar Suisse und den ukrainischen Partnerorganisationen VOSTOK SOS und VIS gefährdete Ukrainer*innen und Binnenvertriebene in den Regionen Zakarpattia und Vinnytsia. Im Rahmen des Projekts verteilten unsere Partnerorganisationen Lebensmittel und Hygieneartikel und leisteten psychologische Hilfe. Zudem evakuierten sie ältere und bedürftige Menschen aus den Frontgebieten und richteten einen "Safe Space" für Frauen und Mädchen ein. Durch soziale, künstlerische und sportliche Angebote erhielten die Betroffenen dringend notwendige Unterstützung.
Winterhilfe in Kiew: Reparaturen für ein sicheres Zuhause
In der Region Kiew engagierte sich AWO International gemeinsam mit der Volkshilfe Österreich und der lokalen Partnerorganisation Narodna Dopomoha Ukraine (NDU) in der Winterhilfe. Bis September 2023 wurden 1.430 Familien dabei unterstützt, ihre durch den Krieg beschädigten Häuser zu reparieren. Darüber hinaus wurden acht Schulen und Kindergärten in Irpin, Butscha und Hostomel saniert und zu sicheren Schutzräumen ausgebaut.
Nothilfepakete und psychosoziale Unterstützung in Tschernowitz
Von April 2022 bis März 2023 arbeitete AWO International mit der Volkshilfe Österreich und NDU in Tschernowitz zusammen. Dort verteilte NDU regelmäßig Lebensmittel- und Hygienepakete und bot Rechtsberatung sowie psychosoziale Gruppenangebote an. Insgesamt wurden mehr als 16.000 Menschen erreicht.
Stärkung der Rettungskräfte in der Ukraine
Vom Oktober 2022 bis Juli 2023 setzte AWO zusammen mit ADRA Deutschland, dem Kyjiw City Council und in Kooperation mit der Children’s Charity Global Care Foundation, der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie dem Zentralwohlfahrtsamt der Juden in Deutschland, ein Hilfsprojekt zur Stärkung des Zivilschutzes um. Im Rahmen des Projekts wurden zwei spezielle Löschfahrzeuge (Renault K440 P 6×6) für humanitäre Einsätze an die Feuerwehr in Charkiw sowie ein konventionelles Löschfahrzeug (MAN 13.290 4x4 BB) an die Feuerwehr in Kiew geliefert. Damit konnte die Einsatzfähigkeit der lokalen Rettungskräfte inmitten der humanitären Krise deutlich verbessert werden.
Soziale Dienstleistungen in Tschernihiv
Gemeinsam mit der ukrainischen NGO Right to Protection (R2P) führte AWO International von Dezember 2022 bis August 2023 ein Projekt zur Verbesserung sozialer Dienstleistungen in Tschernihiv durch. Durch Schulungen für Fachkräfte sowie die Renovierung und Ausstattung sozialer Einrichtungen erhielten fast 18.000 Menschen dringend notwendige Unterstützung.
Schulrenovierungen und mobile Pflegeteams in Tschernihiv und Sumy
Unsere lokale Partnerorganisation SavED sanierte zerstörte Klassenzimmer und unterstützte 20 Schulen mit sogenannten "Wärmestuben", die als Treffpunkte und Lernorte dienen. Zudem arbeiteten wir in Tschernihiv und Sumy mit Right to Protection (R2P) und Solidar Suisse an einem Projekt zur Unterstützung von besonders bedürftigen Kriegsbetroffenen. Im Rahmen dieses Projekts wurden 30 soziale Einrichtungen renoviert, und mobile Pflegeteams boten bedarfsgerechte Betreuung für Erwachsene und Kinder direkt zu Hause an.
Hochwasserhilfe in Cherson und Mykolaiv
Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms hinterließ die Flut schwere Verwüstungen. AWO International arbeitete mit der ukrainischen NGO Let’s Do It Ukraine zusammen, um drei zerstörte soziale Einrichtungen zu sanieren. Darüber hinaus wurden 192 Wohnungen instandgesetzt, indem Bewohner*innen bei Reinigung, Trocknung und Desinfektion unterstützt wurden.
Psychologische Hilfe für Geflüchtete in Zhytomyr
In der Region Zhytomyr bot die ukrainische Organisation Rokada psychologische Hilfe in Form von Einzel- und Gruppensitzungen für Geflüchtete an. Um Fachkräfte zu unterstützen, die unter hoher Belastung arbeiten, wurden zudem Schulungen zu Selbstschutz und Selbstverantwortung durchgeführt.
Frauenhaus in Lwiw: Schutz und Perspektiven für Betroffene
Seit November 2022 arbeitete AWO International mit der lokalen Partnerorganisation Walnut House zusammen, um ein Frauenhaus in Lwiw zu renovieren. Seit der Eröffnung im Herbst 2024 finden Frauen, die häusliche oder geschlechtsspezifische Gewalt erlebt haben oder vom Krieg betroffen sind, einen sicheren Zufluchtsort sowie Unterstützungsangebote für einen Neuanfang.
Bislang fanden über 8 Millionen Menschen aus der Ukraine Schutz außerhalb des Landes, die meisten davon in den Nachbarstaaten Polen, Moldawien, Ungarn oder Rumänien. Gemeinsam mit Solidar Suisse und drei rumänischen Nichtregierungsorganisationen unterstützte AWO International zu Beginn des Krieges Geflüchtete in Rumänien.
- in Timişoara verteilte unsere rumänische Partnerorganisation LOGS Gutscheine und Bargeld an Geflüchtete und bot Beratung zu Themen wie Wohnen, Arbeit und Schule an.
- in Brașov unterstützten wir gemeinsam mit der rumänischen NGO Migrant Integration Center Geflüchtete durch Bargeldauszahlungen, psychologische Betreuung und soziale Aktivitäten.
- An den Grenzübergängen zwischen Rumänien und der Ukraine sowie zwischen Rumänien und Moldawien verteilte unsere Partnerorganisation AIDRom Lebensmittel, Hygieneartikeln und Medikamente.