Der Export von Arbeitskräften war auf den Philippinen in den 1970er Jahren zunächst eine vorübergehende Lösung, um eine Wirtschaftskrise und einen Arbeitskräfteüberschuss zu bewältigen. Heute hat sich dieser Sektor zu einer bedeutenden Wirtschaftskraft entwickelt, da jährlich über zwei Millionen Filipinos zum Arbeiten ins Ausland geschickt werden. Fast zehn Prozent des philippinischen Bruttoinlandsprodukts stammen aus Heimatüberweisungen – ein Zeichen dafür, wie zentral Wanderarbeitende für die Wirtschaft sind. Obwohl sie die Wirtschaft des Landes maßgeblich prägen, fehlt es den Philippinen an ausreichenden Unterstützungssystemen für die Wiedereingliederung zurückkehrender Arbeitskräfte, und sie hinken bei der Bekämpfung der Ursachen hinterher, die Menschen zur Arbeitsmigration bewegen. Seit 2018 arbeiten AWO International und das Center for Migrant Advocacy Philippines (CMA) daran, die lokale Migrationspolitik für OFWs und ihre Familien zu verbessern.
Meilensteine und Zukunftspläne
Seit Beginn dieser Partnerschaft arbeitet CMA eng mit Migrant*innenvereinigungen zusammen, die aus Migrant*innen und ihren Familien bestehen, um deren Stimmen und Anliegen zu verstärken. CMA engagiert sich außerdem bei lokalen Regierungen, nationalen Behörden und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, um politische Maßnahmen und Programme voranzutreiben, die zugunsten der Migrant*innengemeinschaft wirken. Diese Bemühungen haben zur Einrichtung mehrerer Anlaufstellen und Ressourcenzentren für Migrant*innen auf den Philippinen geführt, die durch lokale Verordnungen und Gesetze institutionalisiert wurden, um die Anliegen von Migrant*innen zu unterstützen. Um die erzielten Fortschritte zu nutzen, wird das Projekt in eine neue Phase gehen. Es wird weiterhin mit diesen Gruppen zusammenarbeiten, die betrieblichen Herausforderungen der Anlaufstellen und Zentren angehen und die aus den bisherigen Erfahrungen gewonnenen Erkenntnisse sammeln. Ziel ist es, bessere Strategien zu entwickeln und umzusetzen, damit Programme und Dienstleistungen für Migrant*innen und ihre Familien umfassender und effektiver werden.
Die Rechte eines Menschen sind angeboren und verschwinden nicht, wenn man Grenzen überschreitet. Doch die Gesetze, die sie schützen sollen, unterscheiden sich von Land zu Land – oder fehlen ganz. [...] Angesichts der fortschreitenden globalen und philippinischen Arbeitsmigration bleibt CMA entschlossen, die Rechte philippinischer Migrant:innen und ihrer Familien durch politische Interessenvertretung und den Einsatz für eine inklusive Migrationspolitik zu stärken.
Ellene Sana, Geschäftsführerin von CMA Philippines
Unser Partner vor Ort: CMA
CMA stellt sich eine Gesellschaft vor, in der Gerechtigkeit, gute Regierungsführung und Chancengleichheit herrschen – eine Gesellschaft, in der Migrant*innen gleiche Rechte und Schutz genießen, unabhängig von Nationalität, Religion, Geschlecht, Beruf oder Status. Seit 2002 setzt sich CMA für den Schutz der Rechte von philippinischen Arbeitsmigrant:innen und deren Familien ein. Dies geschieht durch politische Lobbyarbeit und Interessenvertretung, Forschung und Informationskampagnen, Netzwerkaufbau, Kompetenzförderung und direkte Unterstützung.
Projektinfo
| Ort/Region | Philippinen: Batangas, Cavite, Laguna, Quezon, Rizal, Nueva Ecija, Laguna, Albay, Camarines Sur, Catanduanes, Negros Occidental, Siquijor, Dinagat-Inseln; und Cotabato und Mindanao aus der Autonomen Region Bangsamoro des muslimischen Mindanao |
|---|---|
| Partner | Center for Migrant Advocacy (CMA) https://centerformigrantadvocacy.com/ |
| Aktivitäten | Netzwerkarbeit, politische Lobbyarbeit und Interessenvertretung, Forschung |
| Laufzeit | 01. Januar 2024 - 31. Dezember 2026 (Kooperation seit 2018) |
| Budget | 218.000€ |
| Förderer | Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) |