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SüdostasienIndonesien

Brücken bauen für die Sicherheit der indonesischen Wanderarbeitenden

Begrenzte sozioökonomische Möglichkeiten in West Nusa Tenggara (NTB) treiben Tausende dazu, im Ausland Arbeit zu suchen, um bessere Perspektiven zu haben. Viele von ihnen gehen jedoch ohne Papiere und in der Unkenntnis ihrer Rechte und werden schließlich missbraucht und ausgebeutet. AWO International und PPK wollen sicherstellen, dass die Wanderarbeitenden angemessen geschützt sind und nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat alternative Möglichkeiten für ihren Lebensunterhalt haben.

Vier Frauen die lächeln. Sie sitzen auf dem Boden und eine hält ein Mikrofon.
Viele Frauen konnten ihr Selbstvertrauen und ihre soziale Kompetenz steigern, nachdem sie an den zahlreichen Gemeinschaftsveranstaltungen des Projekts teilgenommen hatten.

West Nusa Tenggara (NTB) ist stark von Armut betroffen. Schätzungsweise 700.000 Menschen leben mit nur 2 EUR pro Tag, um über die Runden zu kommen. Sie kämpfen darum, sich und ihre Familien zu versorgen. Da es neben der Landwirtschaft und anderen informellen Sektoren in der Region nicht viele wirtschaftliche Perspektiven gibt, suchen viele Menschen nach alternativen Möglichkeiten im Ausland.

Die indonesische Regierung unterstützt Arbeitsmigration ins Ausland als Mittel zur Entlastung des Arbeitsmarktes und zur Stärkung der lokalen Wirtschaft. NTB ist derzeit als eine der größten Quellen für Arbeitsmigrant*innen im Land bekannt; es schickt jährlich über 46.000 Menschen ins Ausland. Leider fehlt es vielen dieser Migrant*innen an grundlegenden Kenntnissen und Fähigkeiten. Außerdem sind sie oft nicht über ihre Rechte informiert.

Wanderarbeitende sind die Devisenbringer.

Wenn ihr Schutz gut ist, ist es auch die Wirtschaft des Landes.

Akhmad Zarki, Programmkoordinator unseres Projekts mit PPK

Unser Einsatz für Schutz, Stärkung und wirtschaftliche Sicherheit

Folglich finden sich indonesische Arbeitsmigrant*innen oft in Berufen wie Haushaltshilfen und Plantagenarbeit wieder, die normalerweise nicht unter das Arbeitsrecht fallen. Einige Migrant*innen wählen außerdem auch undokumentierte Migrationsrouten, da diese leichter zu durchqueren sind. In diesen Situationen sind sie den Gefahren des Menschenhandels und verschiedenen Verbrechen wie Sklaverei und körperlicher sowie sexueller Misshandlung ausgesetzt. Des weiteren haben sie nur eingeschränkten Zugang zu lebenswichtigen Informationen und Rechtsbeistand. Wir setzen uns zusammen mit PPK dafür ein, dass Wanderarbeitende und ihre Familien in NTB geschützt, gestärkt und wirtschaftlich abgesichert werden. Dafür setzen wir uns für bessere Maßnahmen zum Schutz von Wanderarbeitenden und ihren Familien ein, stärken gemeindebasierte Organisationen, die sich für eine sichere Migration und die Bekämpfung des Menschenhandels einsetzen, und fördern die Gründung von Kleinstunternehmen, um Wanderarbeitenden und ihren Familienangehörigen alternative Einkommensquellen zu bieten.

 

Erste Erfolge: Wachsende Unterstützung auf Dorfebene

Seit 2018 besteht eine Partnerschaft zwischen AWO International und PPK. Auch wenn die Fortschritte langsam sind, gibt es eine wachsende Unterstützung für Initiativen auf Dorfebene. Die lokalen Behörden haben Betriebsabläufe und Richtlinien zum Schutz von Wanderarbeitenden gesetzlich verankert, mehrere im Rahmen des Projekts organisierte Migrantenorganisationen (CBO) sind nun eingetragene Einrichtungen mit Budgets für ihre Tätigkeiten und Aktivitäten, die von den lokalen Behörden finanziert werden, und die Partnerschaften und Kooperationen von PPK mit Wanderarbeiternetzwerken und anderen Akteuren haben zugenommen. Die Mitglieder der CBOs, mit denen wir zusammenarbeiten, spielten auch eine Schlüsselrolle bei der Bearbeitung von Fällen von Menschenhandel und Missbrauch und der Weiterleitung an die zuständigen Behörden. Darüber hinaus wurden einige von ihnen im Rahmen des Projekts in Unternehmertum und Unternehmensführung geschult und erhielten Zugang zu Finanzdienstleistungen und technischer Hilfe von Finanz- und Regierungseinrichtungen. Im Rahmen des aktuellen Projekts zielt unsere Partnerschaft mit PPK darauf ab, das Potenzial dieser Gruppen weiterhin auszubauen.

Projektinfo

Ort/Region Nord-Lombok, West Nusa Tenggara, Indonesien - insbesondere in den folgenden Dörfern: Medana Village, Tegal Maja Village, Sambik Bangkol Village, Teniga Village, Rempek Village
Partner Perkumpulan Panca Karsa (PPK) https://pancakarsa.or.id/
Aktivitäten
  • Gemeindeorganisationen für Arbeitsmigrant*innen und ihre Familien aufbauen und fördern
  • Ökonomisches Wissen, insbesondere im Umgang mit Rücküberweisungen, vermitteln
  • Lobby-Aktivitäten auf Distrikt-, Provinz- und Dorfebene
  • Steigerung der Zugänglichkeit und Überwachung der Umsetzung von Schutzmechanismen
Laufzeit 01. Januar 2024 bis 31. Dezember 2026 (Zusammenarbeit seit 2018)
Budget 228.000€ (3 Jahre)
Förderer Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

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