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SüdasienBangladesch

Ernährung sichern, Katastrophen vorbeugen

Unterstützung für Gemeinden im Norden Bangladeschs

Im Distrikt Gaibandha im Norden Bangladeschs bedrohen Überschwemmungen, Hitzewellen und Flussufererosion Jahr für Jahr die Lebensgrundlage vieler Menschen. Felder werden zerstört, Häuser beschädigt und Straßen werden unpassierbar. Die Folge sind Hunger und Armut. Gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation Gana Unnayan Kendra (GUK) stärken wir deshalb gezielt die Katastrophenvorsorge und die Ernährungssicherheit vor Ort.

Auf dem Bild ist eine Gruppe von Menschen zu sehen, die zusammen laufen und Demo-Plakate halten.
Projektmitarbeiter*innen, Gemeindevertreter*innen und klimavertriebene Familien beim nationalen Tag der Katastrophenvorsorge

Klimakrise bedroht die Existenz vieler Familien 

Fast jede zweite Person in Gaibandha lebt in Armut. Jedes dritte Kind unter fünf Jahren ist unterernährt. Die Region ist besonders anfällig für Naturkatastrophen: Überschwemmungen und extreme Wetterlagen gefährden Ernten, zerstören Einkommen und zwingen viele Familien regelmäßig in Notunterkünfte. Der Klimawandel verstärkt die Häufigkeit und Intensität dieser Wetterereignisse. 

Gemeinden stärken – Katastrophen gemeinsam bewältigen 

Zusammen mit GUK stärken wir die Widerstandskraft der Gemeinden. Frühwarnsysteme werden installiert, Menschen über Risiken aufgeklärt und auf den Ernstfall vorbereitet. In Katastrophenmanagementkomitees und Selbsthilfegruppen engagieren sich Gemeindemitglieder aktiv für den Schutz ihrer Dörfer. 

Infrastruktur verbessern, Leben schützen 

Neben der Aufklärungsarbeit werden konkrete Schutzmaßnahmen ergriffen: Wir bauen Notunterkünfte, Trinkwasserbrunnen sowie Latrinen und Sanitäreinrichtungen. Letztere werden höher als üblich errichtet, damit sie im Falle von Überschwemmungen weiterhin benutzt werden können. All dies verbessert die Lebensbedingungen in den Dörfern deutlich. 

Dieses Projekt ist einzigartig, weil es Anpassung an den Klimawandel und Katastrophenvorsorge kombiniert – zwei Bereiche, die sonst oft getrennt behandelt werden. Wir setzen bewusst auf einen ganzheitlichen Ansatz: Wir fördern Ernährungssicherheit, verbessern den Zugang zu sauberem Wasser und sanitärer Grundversorgung und schaffen alternative Einkommensquellen. Gleichzeitig verringern wir durch ökologisch nachhaltige Maßnahmen die Emissionen. Besonders motivierend ist für mich, wie stark sich die Menschen bereits nach wenigen Monaten für die Projektziele engagieren. Ich bin stolz, Teil einer Initiative zu sein, die langfristige Veränderungen bewirkt.

Herr Roknuddaula (rechts im Bild), Projektmanager bei GUK

Landwirtschaft stärken – Nachhaltige Einkommensquellen schaffen 

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Unterstützung der Familien in der Landwirtschaft. Wir fördern den Anbau von klimaresistenten Pflanzen, also solchen, die auch unter extremen Bedingungen wie Dürre oder Überschwemmungen gedeihen. Diese robusten Sorten – beispielsweise bestimmte Reis- oder Gemüsesorten – garantieren auch bei schwankendem Wetter stabile Ernten und tragen so zur Ernährungssicherheit der Familien bei. 

Zusätzlich erhalten ausgewählte Familien Ziegen. Diese Tiere sind eine zuverlässige Quelle für Milch und Fleisch und ermöglichen zudem eine Ziegenzucht. Mit zwei Ziegen können Familien eine nachhaltige Einkommensquelle aufbauen. Die Ziegen liefern regelmäßig Nachwuchs, der verkauft werden kann. So schaffen sich die Familien langfristig mehr Unabhängigkeit und werden widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen von Naturkatastrophen.

Projektinfo

Ort/Region Fulchari, Gaibandha
Partner Gana Unnayan Kendra (GUK)
Aktivitäten
  • Installation von Frühwarnsystemen und Durchführung von Sensibilisierungsmaßnahmen zur Katastrophenvorsorge 
  • Bau von Notunterkünften, Bohrbrunnen, Solaranlagen sowie Hygiene- und Sanitäreinrichtungen auf Gemeindeebene 
  • Gründung von Katastrophenmanagementkomitees und Selbsthilfegruppen zur aktiven Mitgestaltung von Schutzstrategien
  • Förderung des Anbaus klimaresistenter Nutzpflanzen zur Sicherstellung von stabilen Ernten bei extremen Wetterbedingungen 
  • Unterstützung klimagefährdeter Familien im landwirtschaftlichen Bereich durch Gemüseanbau, Viehzucht sowie die Verteilung von Ziegen und resistentem Saatgut 
Laufzeit 01.11.2024-31.12.2026
Budget 500.000 Euro
Förderer Aktion Deutschland Hilft, WDR-Weihnachtskampagne 2024

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