Hunger und Armut lastet auf den Schultern der Bevölkerung
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass rund 89 % der Kubaner*innen in extremer Armut leben. Das entspricht über 9 Millionen Menschen. Das durchschnittliche Einkommen der Kubaner*innen reicht häufig nicht einmal für das Nötigste: Lebensmittel, Medikamente, Transport oder eine stabile Wohnsituation. Bereits 2022 galten über 1.000 Gemeinden und rund 20.000 Familien als hochgradig gefährdet und die Lage hat sich seither weiter verschlechtert. Viele Menschen versuchen von Tag zu Tag zu überleben. Familien müssen Mahlzeiten reduzieren und sind abhängig von Geldsendungen aus dem Ausland oder von der informellen Wirtschaft. Der Alltag ist von Engpässen geprägt: es gibt teilweise nur wenige Stunden Strom pro Tag. Der Treibstoffmangel führt zu regelmäßigen Ausfällen des Nahverkehrs. Nur 30 % der essenziellen Medikamente sind noch verfügbar. Über 70 % der Menschen haben keinen verlässlichen Zugang zu sauberem Wasser und immer mehr Fachkräfte und insbesondere Ärzt*innen verlassen das Land. Auch die Müllentsorgung ist vielerorts zusammengebrochen mit Folgen für Hygiene, Umwelt und Gesundheit.
Besonders betroffen sind ältere Menschen, Familien und Menschen mit Behinderung
Mehr als ein Viertel der kubanischen Bevölkerung ist über 60 Jahre alt. Viele ältere Menschen leben allein oder müssen trotz ihres Alters weiterarbeiten, weil die Renten kaum zum Überleben reichen. Gleichzeitig fehlen Medikamente, Pflegeangebote und stabile soziale Netzwerke – eine Folge von Migration, Armut und dem Rückzug staatlicher Unterstützung. Die Belastung der Familien, vor allem der Frauen, nimmt stark zu. Viele können nur eine Mahlzeit am Tag zu sich nehmen und ein großer Teil der Kinder leidet unter dem Mangel an Lebensmitteln. Obst, Gemüse oder Proteine sind für viele kaum erreichbar. Schulen, die früher als sozialer Schutzraum fungierten, sind heute stark marode und Lehrkräfte fehlen. Ganztageseinrichtungen, oft für besonders schutzbedürftige Kinder, versuchen unter extremen Bedingungen ein Mindestmaß an Betreuung zu sichern. Barrierefreie Mobilität, Hilfsmittel wie Rollstühle oder Hörgeräte und soziale Unterstützung für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige sind kaum noch erreichbar.