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29. April 2026 News

Nothilfe für Kuba: Eine Krise spitzt sich zu

Die aktuelle Lage in Kuba spitzt sich zu. Lebensmittelknappheit, lange Stromausfälle und eine marode Infrastruktur erschweren das tägliche Leben der kubanischen Bevölkerung. Die Not trifft vor allem jene, die ohnehin wenig haben und macht den Alltag zu einer humanitären Ausnahmesituation.

Einem älteren Mann wird ein Essenspaket an einer Haustür überreicht.
Vor allem ältere Menschen sind stark von der Krise betroffen: Pflegeeinrichtungen leiden unter Personalmangel, Stromausfällen und Lebensmittelknappheit.

Eine Multikrise: Wirtschaft, soziale Versorgung und Infrastruktur brechen ein 

„Die tiefgreifende humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe in Kuba stellt einen Notfall dar, dessen Ausmaß und Schwere fast alle Lebensbereiche betreffen.” so beschreibt Direktorin des CCRD-Kuba Rita María García Morris die aktuelle Lage vor Ort. Doch diese Situation ist nicht neu und die Ursachen sind vielschichtig. Neben internen strukturellen Herausforderungen, wie geringe Produktivität, Abhängigkeit von Importen und ausbleibenden Reformen, spielen auch die seit über 60 Jahren bestehenden US-Blockaden eine zentrale Rolle. Anfang dieses Jahres haben sich die Energiesanktionen unter der Regierung Trump weiter verschärft. Das erschwert zunehmend Treibstoffimporte, Kreditaufnahmen, internationale Transaktionen und die Lieferung von Waren. Doch besonders betroffen ist die Zivilbevölkerung, die unter den Folgen der geopolitischen Blockade leidet.

Hunger und Armut lastet auf den Schultern der Bevölkerung

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass rund 89 % der Kubaner*innen in extremer Armut leben. Das entspricht über 9 Millionen Menschen. Das durchschnittliche Einkommen der Kubaner*innen reicht häufig nicht einmal für das Nötigste, wie Lebensmittel, Transport oder eine stabile Wohnsituation. Viele Menschen versuchen von Tag zu Tag zu überleben. Familien müssen Mahlzeiten reduzieren und sind abhängig von Geldsendungen aus dem Ausland oder von der informellen Wirtschaft. Der Alltag ist von Engpässen geprägt. In der Hauptstadt gibt es oft mehr als 20 Stunden am Stück keinen Strom, in den ländlichen Teilen des Landes sogar bis zu 72 Stunden, schildert García Morris. Das beeinträchtigt die Lebensqualität der Bevölkerung massiv und erschwert den Betrieb von Krankenhäusern, Schulen und Lebensmittellagern. Zudem führt der Treibstoffmangel zu regelmäßigen Ausfällen des Nahverkehrs und legt die lokale Landwirtschaft lahm. Über 70 % der Menschen haben keinen verlässlichen Zugang zu sauberem Wasser. Auch die Müllentsorgung ist vielerorts zusammengebrochen mit Folgen für Hygiene, Umwelt und Gesundheit. 

 

Besonders betroffen sind ältere Menschen, Familien und Menschen mit Behinderung 

Mehr als ein Viertel der kubanischen Bevölkerung ist über 60 Jahre alt. Viele ältere Menschen leben allein und müssen trotz ihres Alters weiterarbeiten, weil die Renten kaum zum Überleben reichen. Zudem sind nur noch knapp ein Drittel der essenziellen Medikamente verfügbar. Menschen mit chronischen Erkrankungen sind besonders schwer betroffen. Gleichzeitig verlassen immer mehr Fachkräfte und insbesondere Ärzt*innen das Land. Es fehlen Pflegeangebote und stabile soziale Netzwerke als Folge von Abwanderung, Armut und dem Rückzug staatlicher Unterstützung. Die Belastung der Familien, vor allem der Frauen, nimmt stark zu. Viele können nur eine Mahlzeit am Tag zu sich nehmen und ein großer Teil der Kinder leidet stark unter der Lebensmittelknappheit. Obst, Gemüse oder proteinhaltige Lebensmittel sind für viele kaum verfügbar. Schulen, die früher als sozialer Schutzraum fungierten, sind heute stark marode und Lehrkräfte fehlen. Ganztageseinrichtungen, oft für besonders schutzbedürftige Kinder, versuchen unter extremen Bedingungen ein Mindestmaß an Betreuung zu sichern. Barrierefreie Mobilität, Hilfsmittel wie Rollstühle oder Hörgeräte und soziale Unterstützung für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige sind kaum noch verfügbar.

 

Internationale Solidarität ist gefragt

Die Direktorin des CCRD-Kuba mahnt, die aktuelle Situation in Kuba nicht nur als schwierige Phase anzusehen: „Sie ist ein Wendepunkt mit langfristigen Auswirkungen auf das Wohlergehen von Millionen von Menschen. Die Komplexität dieser Krise anzuerkennen, ist unerlässlich, um wirksame Maßnahmen zu entwickeln, die auf den Lebensrealitäten der kubanischen Bevölkerung basieren.” Um die multidimensionale Krise zu lösen, braucht es Schutz für die Bevölkerung, ein Ende staatlicher Gewalt sowie umfassende Reformen, die mehr Freiheit und eine bessere Regierung ermöglichen. Auch bei der internationalen Zusammenarbeit muss der Fokus auf den Bedürfnissen und der Würde der Menschen liegen. „Aktuell kommt internationale Solidarität und humanitäre Unterstützung zu einem kritischen Zeitpunkt”, sagt García Morris, „denn sie löst die Krise zwar nicht allein, schützt aber Leben und stärkt lokale Kapazitäten. Sie bringt Hoffnung dorthin zurück, wo sie am dringendsten gebraucht wird.” Genau deshalb ist jetzt unser solidarisches Handeln wichtig.

AWO International ist vor Ort aktiv

AWO International ist gemeinsam mit der Partnerorganisation Centro Cristiano de Reflexión y Diálogo (CCRD-Cuba) vor Ort aktiv und leistet schnelle und direkte Nothilfe: Wir verteilen Pakete mit Lebensmitteln wie Reis, Bohnen und Öl, sowie Hygiene-Sets an besonders betroffene Menschen. Dafür arbeiten wir mit Schulen, Zentren für Menschen mit Behinderung und einem Altersheim zusammen. Die Unterstützung der Einrichtungen sorgt dafür, die soziale Infrastruktur der Gemeinden zu entlasten und die Funktion von Schutzräumen für besonders gefährdete Gruppen aufrechtzuerhalten. Zusätzlich unterstützen wir 15 Familien mit alleinerziehenden Müttern direkt. Lebensmittelpakete entlasten die Familien und wirken der Mangelernährung bei Kindern entgegen. Die Installation von Solarpanelen sichert zudem die Stromversorgung eines Altenheims, um Wasseraufbereitung und die Zubereitung von Mahlzeiten gewährleisten zu können. Mit unserer Arbeit erreichen wir 300 Menschen in den Gemeinden von Cólon und Cárdenas.  
Damit wir diese Hilfsmaßnahmen umsetzen können, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Jede Spende hilft, Hunger und Armut einzudämmen und den Menschen Hoffnung zu schenken.

AWO International  
IBAN: DE87 3702 0500 0003 2211 00  
Stichwort: Nothilfe Kuba

Jetzt Solidarität zeigen und spenden!

Hinweis: Die Spendenbeispiele sind symbolisch. 

15 € (Spendenbeispiel)
Mit 15 € können Sie z.B. eine Person in einer sozialen Einrichtung (Schule, Altersheim, Zentrum für Menschen mit Behinderung) in Kuba mit einem Lebensmittelpaket für einen Monat lang unterstützen.

30 € (Spendenbeispiel)

Mit 30 € können Sie z.B. eine Person in einer sozialen Einrichtung (Schule, Altersheim, Zentrum für Menschen mit Behidnerung) in Kuba mit einem Hygiene-Paket (WASH) für einen Monat lang unterstützen.

60 € (Spendenbeispiel)
Mit 60 € können Sie z.B. eine vierköpfige Familie in Kuba mit einem Lebensmittelpaket für einen Monat unterstützen, wodurch Familien entlastet und Mangelernährung bei Kindern bekämpft werden kann.

Mehr Infos zu den Spendenbeispielen

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