Mobile Klinik für Geflüchtete und Menschen mit Behinderung
Der Libanon befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise. Hohe Armut, Arbeitslosigkeit und Inflation prägen den Alltag vieler Menschen. Das Gesundheitswesen ist mittlerweile größtenteils privatisiert, d.h. wer kein Geld hat, erhält keinen Zugang mehr zu medizinischer Versorgung. Interne Konflikte und die Eskalation des Nahostkonfliktes, der sich auf den Süden des Libanon ausgeweitet hat, belasten das Gesundheitssystem zusätzlich. Gefährdete Bevölkerungsgruppen, wie Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen, sind besonders stark von den Auswirkungen dieser Krisen betroffen.
Health on Wheels 4 ist ein gemeinsames Projekt mit der Volkshilfe Österreich und unserer lokalen Partnerorganisation Mousawat. Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen in den Flüchtlingslagern von Beirut den Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen und ihnen dadurch zu mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität zu verhelfen. Die mobile Klinik bietet kostenlose allgemeinmedizinische Behandlungen, Physio- sowie Psychotherapie und Beratung an. Zudem stellt sie Medikamente und Hilfsmittel wie Rollstühle, Prothesen und Hörgeräte zur Verfügung.
"Rund 100.000 Libanesen und Libanesinnen sind aufgrund des bewaffneten Konflikts an den Grenzen vertrieben worden. Sie sind über das gesamte Gebiet zwischen Beirut und dem Süden des Landes verstreut, viele sind in Schulen und öffentlichen Einrichtungen untergebracht, während andere bei Verwandten wohnen oder eine Wohnung gemietet haben, wenn sie es sich leisten können. Nach fast zehn Monaten haben viele ihre Reserven aufgebraucht und sind vollständig von der Hilfe der UN-Organisationen und NGOs abhängig. Es besteht die große Sorge, dass die Situation länger andauert oder eskaliert."
Kassem Sabbah, Direktor von Mousawat
Nothilfe für Binnenvertriebene
Im Rahmen der vorausschauenden humanitären Hilfe haben wir uns seit der Eskalation des Nahostkonflikts im Oktober 2023 gemeinsam mit Mousawat auf die Versorgung von Vertriebenen und Verletzten im Libanon vorbereitet. So wurden beispielsweise Mitarbeiter*innen mit Schutzhelmen und Schutzkleidung ausgestattet. In Beirut und in den Küstenstädten Jiyeh, Tyros und Sidon wurden Lager für Hilfsgüter aufgestockt.
Durch die Ausweitung des Nahostkonfliktes auf den Süden des Libanon sind viele Zivilist*innen gefährdet. Insgesamt ist die Wasserversorgung für 100.000 Menschen beeinträchtigt. Auch Gesundheitseinrichtungen sind in Mitleidenschaft gezogen. Rund 100.000 Menschen mussten ihre Häuser in Grenznähe verlassen und leben als Binnenvertriebene in anderen Landesteilen (Stand Juli 2024).
Zusätzlich zu unseren regulären Projektaktivitäten haben wir daher humanitäre Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Seit Oktober 2023 kümmert sich Mousawat um Binnenvertriebene mit einem Fokus auf Menschen mit Behinderung. Seit März 2024 haben wir die Nothilfe ausgeweitet und verteilen Nahrungs- und Hygienepakete sowie medizinische Hilfsgüter und Mobilitätshilfen an intern vertriebene Familien. Mittlerweile sind fast alle Hilfsgüter aus den Lagern verteilt, aber der Bedarf ist aufgrund der hohen Zahl an Binnenvertriebenen weiterhin hoch. Die Ambulanz (mobile Klinik) mit Ärzt*innen und Krankenpflegern steht für weitere Nothilfemaßnahmen bereit.
Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende, damit wir schnell und unkompliziert Hilfe leisten können:
AWO International
IBAN: DE87 3702 0500 0003 2211 00
Stichwort: Nothilfe Nahost
AWO International ist Mitglied im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“
Aktion Deutschland Hilft
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30
Stichwort: Nothilfe Nahost
Projektinfo
| Ort/Region | Beirut, Jiyeh, Tyros und Sidon |
|---|---|
| Partner | Volkshilfe Solidarität (Österreich), Mousawat (Libanon) |
| Aktivitäten |
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| Laufzeit | Oktober 2023 - Dezember 2026 |
| Budget | 120.000 Euro |
| Förderer | Aktion Deutschland Hilft |