Schnelle Hilfe nach der Flut
Die Flut Ende August 2026 zerstörte im Norden Nepals Häuser, Straßen und Brücken und traf vor allem Menschen in schwer zugänglichen Regionen. Mindestens 1450 Menschen sind gestorben, Tausende werden vermisst.
AWO International ist seit 2009 mit einem eigenen Regionalbüro in Nepal vertreten und gut vernetzt. So konnten wir schnell aktiv werden und vor Ort Hilfe leisten: Innerhalb von 72 Stunden erreichte die Nothilfe die ersten Betroffenen. In der ersten Woche unterstützten wir rund 500 Familien mit Lebensmitteln für etwa einen Monat, Solaranlagen, Haushalts- und Hygieneartikeln sowie psychosozialer Unterstützung.
Besonders wichtig war die Erreichbarkeit abgelegener Gemeinden: Mit Hubschraubern – ermöglicht durch die Unterstützung der nepalesischen Regierung – konnten Hilfsgüter auch in Gebiete gelangen, die nach der Katastrophe nicht mehr über Straßen erreichbar waren.
Katastrophen verschärfen bestehende Verwundbarkeiten: Der Verlust von Einkommen, Wohnraum und Infrastruktur kann Menschen zur Migration zwingen. Deshalb verbindet AWO International Nothilfe, Wiederaufbau und langfristige Entwicklung in enger Abstimmung mit lokalen Partnerorganisationen und Behörden.
Surendra Gautam
Regionalbüroleiter Südasien von AWO International in Kathmandu, Nepal
Wiederaufbau mit Perspektive
Auch nach der akuten Nothilfe bleibt AWO International vor Ort aktiv und wird die betroffenen Gemeinden beim Wiederaufbau unterstützen und rund 2.185 Menschen auf ihrem Weg zurück in ein sicheres Leben begleiten: Für mehr als 150 Familien entstehen sichere Übergangsunterkünfte, in denen sie nach dem Verlust ihres Zuhauses wieder Schutz finden. 200 Haushalte erhalten Zugang zu sauberem Trinkwasser, und über 250 Familien werden dabei unterstützt, ihre Lebensgrundlagen Schritt für Schritt wiederaufzubauen.
Ebenso wichtig ist die seelische Verarbeitung: Mehr als 500 Menschen erhalten professionelle psychosoziale Unterstützung. Gemeinsam mit anderen Betroffenen können sie über ihre Erlebnisse sprechen, Trauer und Ängste teilen und gemeinsam Kraft für die Zeit danach finden.
Eine langjährige Partnerschaft mit Zukunft
Wir freuen uns sehr über das große Interesse Frau Dr. Koflers an unserer Arbeit vor Ort und den Herausforderungen beim Wiederaufbau. Für uns ist der Besuch eine große Ehre und ein wichtiger Anlass, unsere langjährige Partnerschaft mit dem BMZ sowie unser Engagement in Nepal sichtbar zu machen. Wir danken Dr. Bärbel Kofler herzlich für den offenen Austausch, das Interesse an unserer Arbeit und die Wertschätzung unserer Teams vor Ort.