Schnelle Hilfe für Menschen in Not
In den ersten Tagen nach der Flut standen Nothilfemaßnahmen im Vordergrund. In enger Zusammenarbeit mit weiteren AWO-Verbänden konnten schnell verschiedene Unterstützungsangebote eingerichtet werden: Acht AWO-Fluthilfebüros organisierten Fahrdienste und halfen bei der Antragstellung für Soforthilfen. Ein kostenloses Hilfetelefon bot psychologische Unterstützung. Im Winter 2021/22 wurden zwei Wintertreffs im Ahrtal eingerichtet, in denen warme Mahlzeiten ausgegeben wurden.
Von der Nothilfe zur langfristigen Unterstützung
In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Hilfe stetig weiterentwickelt und an die Bedarfe vor Ort angepasst. Ziel war es, langfristige Beratungsstrukturen aufzubauen und psychosoziale Angebote auszubauen. Die Fluthilfebüros in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen unterstützten weiterhin bei der Beantragung von Wiederaufbauhilfen und zahlten Soforthilfen aus. Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche sowie traumapädagogische Angebote entlasteten betroffene Familien.
Zunehmend rückte auch der Wiederaufbau in den Fokus. Mit Spendenmitteln von Aktion Deutschland Hilft unterstützten wir Haushalte bei der Finanzierung des 20-prozentigen Eigenanteils der Wiederaufbauhilfen. So konnten bereits über 9 Millionen Euro an Betroffene ausgezahlt werden.
Gemeinsam stark – mit Aktion Deutschland Hilft und AWO-Verbänden
Auch fünf Jahre nach der Katastrophe wird deutlich: Wiederaufbau bedeutet mehr als die Reparatur von Häusern und Infrastruktur. Es geht darum, Menschen zu begleiten, soziale Strukturen zu stärken und neue Perspektiven zu schaffen. Die große Solidarität nach der Flut hat nicht nur beim Wiederaufbau geholfen, sondern auch Gemeinschaften gestärkt und die Regionen widerstandsfähiger gemacht.
Die schnelle und wirksame Hilfe in den Flutgebieten zeigt, was durch gute Zusammenarbeit möglich ist. Ohne die AWO-Partner vor Ort – die Bezirksverbände Rheinland, Mittelrhein und Westliches Westfalen – wäre diese Unterstützung nicht möglich gewesen. Die bundesweite Vernetzung der AWO in einer solchen Notlage zeigt: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit werden aktiv gelebt.
Auch das Bündnis Aktion Deutschland Hilft – gegründet vor 25 Jahren, um die Zusammenarbeit von humanitären Hilfsorganisationen zu stärken – hat aus den Erfahrungen der Flut 2021 gelernt. Die Abstimmung im Inland wurde weiter verbessert, Strukturen wurden ausgebaut und Kapazitäten für schnelle Einsätze gestärkt. So ist das Bündnis auch für mögliche zukünftige Einsätze vorbereitet, um schnell aktiv zu werden.
Möglich ist all das nur dank der großen Unterstützung und Solidarität der zahlreichen Spender*innen – dafür danken wir herzlich.