„Die neuerliche Eskalation des Konflikts trifft Menschen, die zuvor bereits mit Engpässen in allen Bereichen der Grundversorgung zu kämpfen hatten“, betont Maria Rüther, Hauptgeschäftsführerin bei „Aktion Deutschland Hilft“. Besonders betroffen ist der Libanon. „Die Hilfe fokussiert sich nun auf diejenigen, die aus ihren Häusern flüchten mussten und dringende Unterstützung benötigen. Wir fordern alle Konfliktparteien auf, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten und Zugang für humanitäre Helfende zu ermöglichen“. Nach UN-Angaben sind nahezu 700.000 Menschen infolge der jüngsten Eskalation innerhalb des Libanon vertrieben worden.
Libanon: Fokus auf Zugang zu Lebensmitteln und medizinischer Versorgung
Vor allem im Süden des Libanon sind die Menschen den Angriffen weitestgehend schutzlos ausgeliefert. Malteser International berichtet, dass öffentliche Einrichtungen, Unterkünfte von Familie und Verwandten und teilweise auch Autos notdürftig als Obdach dienen. „Es gibt im gesamten Land nur wenige öffentlich zugängige Luftschutzbunker und kaum Möglichkeiten für die Zivilbevölkerung sich in Sicherheit zu bringen”, sagt Johannes Schildknecht, bei Malteser International verantwortlich für den Libanon. Der libanesische Malteserorden verteilt mit Unterstützung von Malteser International Lebensmittel, Spielzeug und Malbücher an Kinder und versorgt die besonders Bedürftigen in den provisorischen Unterkünften für Geflüchtete medizinisch. Mobile Teams der Johanniter unterstützen ebenfalls gemeinsam mit einem lokalen Partner bei der medizinischen Versorgung in der Bekaa-Ebene und der Region Mount Libanon. Für diese Nothilfe-Maßnahmen stellen die Johanniter 300.000 Euro zur Verfügung. Weitere Bündnisorganisationen wie HelpAge oder arche nova verteilen Mahlzeiten, Trinkwasser und Hygieneartikel an bedürftige Familien und stellen die psychosoziale Versorgung von Vertriebenen sicher. Das Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care bietet Kindern einen geschützten Raum durch Unterricht und Freizeitveranstaltungen in einem Bildungszentrum.