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SüdasienBangladesch

Menschenhandel bekämpfen und sichere Migration fördern

Täglich verlassen tausende Menschen Bangladesch, um in anderen Ländern zu arbeiten. Die Migrationsbewegungen – auch innerhalb des Landes – sind ein Nährboden für Menschenhandel. Viele Migrant*innen werden als billige Arbeitskräfte verkauft und ausgebeutet. In Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation Rights Jessore fördern wir eine sichere Migration und gehen gegen Menschenhandel vor.

Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen setzen wir uns für eine sichere Migration und gegen Menschenhandel ein. (Foto: AWO International)
Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen setzen wir uns für eine sichere Migration und gegen Menschenhandel ein. (Foto: AWO International)

Bangladesch gehört zu den Ländern, die besonders stark von Arbeitsmigration betroffen sind: Nach offiziellen Angaben arbeiten 5 Millionen Menschen im Ausland, inoffizielle Schätzungen gehen von bis zu 12 Millionen aus. Die Gründe dafür sind vielfältig, zum Beispiel extreme Wetterereignisse und die Folgen des Klimawandels: Jedes Jahr wird Bangladesch von schweren Überschwemmungen heimgesucht – verheerend für ein Land, das von der Landwirtschaft abhängig ist. Die Folgen sind fehlende Ernteerträge und –einnahmen. Tausende Menschen sterben in den Fluten, oft sind es die männlichen Familienangehörigen, die bislang für das Haupteinkommen ihrer Familien verantwortlich waren.

Die prekäre Lebenssituation veranlasst viele Menschen in Bangladesch dazu, ihre Heimat in der Hoffnung auf ein besseres Leben zu verlassen. Viele sehen Migration als eine Chance, ihrer Familie ein Mindestmaß an Bildung oder Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Über die Risiken und Gefahren machen sich die wenigsten Gedanken. Vielen Migrierenden fehlt das Wissen über ihre Rechte. Sie beherrschen kaum die Sprache der Zielländer und sind somit auf Mittelmänner angewiesen, die zu oft nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Migrant*innen werden zur Ware ohne Stimme und ohne Rechte.

Über Migration und Menschenhandel sensibilisieren und aufklären

In Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation Rights Jessore setzen wir uns für die Rechte von Migrant*innen ein. Unser Ziel ist es, eine sichere Migration zu fördern und präventiv gegen Menschenhandel vorzugehen. Eine frühzeitige Aufklärung ist dringend notwendig, um potenzielle Arbeitsmigrant*innen für ihre Rechte zu sensibilisieren und über die Gefahren durch Schlepperbanden zu informieren. Denn allzu oft kommt es noch vor, dass Menschen auf Schlepper und Menschenhändler hereinfallen.

Auch zurückgekehrte Migrant*innen haben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen: Viele haben kaum finanzielle Rücklagen bilden können, häufig sind die Familienstrukturen nach jahrelanger Abwesenheit zerbrochen und oft haben sie keine Zukunftsperspektiven bei der Rückkehr. Deswegen ist die soziale und ökonomische Reintegration von Zurückkehrenden ein weiterer Schwerpunkt in unserer Arbeit. Eine weitere Zielgruppe des Projekts sind Kinder und Jugendliche, denn es ist wichtig, dass auch schon die Jüngsten die Tricks der Menschenhändler, Mittelsmänner und Rekrutierungsagenturen durchschauen und über das Thema Migration informiert sind. Zudem werden Lehrer*innen und religiöse Lehrpersonen zu Multiplikator*innen ausgebildet.

Durch Aufklärungskampagnen zur Arbeitsmigration soll die Bevölkerung über den gesamten Prozess der Migration informiert werden. Nur mit ausreichend Wissen über die eigenen Rechte und dem Migrationszyklus können bewusste Entscheidungen für oder gegen Migration getroffen werden. Trainings mit potenziellen Migrant*innen, Flyer, Poster, eine neu eingerichtete Servicehotline für Betroffene und Infotafeln in den Projektregionen dienen dazu, das Bewusstsein zu schärfen und eigenständige Entscheidungen zu fördern.

Projektinfo

Projekt Menschenhandel bekämpfen und sichere Migration fördern
Ort/Region Distrikte Satkhira, Jessore und Jhenaidah
Partner Rights Jessore
Zielgruppe Potentielle und zurückkehrende Migrant*innen
Aktivitäten
  • Umfangreiche Aufklärungsmaßnahmen für eine sichere Migration
  • Prävention von Menschenhandel
  • Rettung, Repatriierung  und Stärkung von nicht erfolgreichen Migrant*innen
  • Reintegration von zurückgekehrten Migrant*innen durch Einkommen schaffende Maßnahmen Aufbau eines lokalen Monitoringsystems gegen Menschenhandel
Laufzeit 2017-2019
Budget 80.200 Euro p.a.
Förderer BMZ

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