Vier Frauen, vier Geschichten
Zur Veranstaltung kamen vier der im Film porträtierten Frauen aus Guatemala und Honduras: Silvia Teresa (27) aus einer indigenen Gemeinde im Hochland von Guatemala leitet eine Frauengruppe an und engagiert sich in einer Selbsthilfegruppe für Betroffene von Migration, da Familienmitglieder von ihr ausgewandert sind. Fátima (25) hat ein eigenes Gewerbe für Veranstaltungsdekoration aufgebaut und ist ebenfalls in dieser Gruppe aktiv. Erlinda (39) kehrte nach ihrer Auswanderung zurück und leitet heute eine Beratungsgruppe für Migrantinnen im Westen von Honduras. Reina arbeitet als Sekretärin des örtlichen Frauennetzwerks in Honduras und setzt sich für die Rechte von Frauen ein.
Bei der anschließenden Diskussion trafen sich die vier Frauen zum ersten Mal persönlich. Sie tauschten sich über ihre sehr unterschiedlichen Erfahrungen aus: Wie fühlt es sich an, wenn die Familie weggeht? Was bedeutet die Rückkehr? Und wie können sie andere Frauen stärken? Gleichzeitig zeigten sie auf, wie sie heute andere Frauen in ähnlichen Situationen unterstützen und Führungspositionen in ihren Gemeinden übernommen haben.
AWO International stärkt Frauen in Mittelamerika
Der Dokumentarfilm zeigt Frauen aus den Projekten von AWO International, die trotz schwieriger Umstände stärker und selbstbewusster geworden sind. Seit Jahren unterstützt AWO International Frauen in Guatemala und Honduras dabei, ihre Lebenssituation zu verbessern und zu wichtigen Akteurinnen in ihren Gemeinden zu werden - unabhängig davon, ob sie selbst migriert sind, nach der Migration zurückgekehrt sind oder als Angehörige von der Migration anderer betroffen sind.
Die Projekte umfassen die Stärkung von Migrantinnen und Rückkehrerinnen, die Förderung von Frauen-Netzwerken und die Unterstützung beim Aufbau wirtschaftlicher Vorhaben. Besonders wichtig ist die Arbeit mit Migrationskomitees auf Gemeindeebene, wo Frauen lernen, ihre Rechte zu kennen und sich für bessere Lebensbedingungen einzusetzen. Durch Frauengruppen erhalten sie zudem Zugang zu finanziellen Mitteln für eigene Geschäftsideen.
Dialog zwischen Praxis und Politik
An der anschließenden Diskussion nahmen auch Vertreter*innen von Organisationen, Wissenschaftler*innen und Regierungsvertreter teil. Eduardo Woltke, Vizedirektor des guatemaltekischen Migrationsinstituts, stellte das Engagement der aktuellen Regierung vor, die Betreuung von Migrant*innen zu verbessern und zu modernisieren. Gleichzeitig wurde deutlich, dass noch mehr getan werden muss, um Frauen im gesamten Migrationsprozess besser zu unterstützen - sowohl diejenigen, die gehen, als auch diejenigen, die zurückbleiben oder zurückkehren.
Die Kurzfassung des Films finden Sie hier: Realidad migratoria y el protagonismo de las mujeres