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21. November 2025 News

Wenn Krisen verbinden

Der intraregionale Workshop Humanitäre Hilfe 2025

Wie unterstützt man Menschen, die ihr Zuhause durch Überschwemmungen verlieren? Wie können wir Menschen in Krisen langfristig stärken und ihre Resilienz fördern? Was können Kolleg*innen aus ganz unterschiedlichen Krisenkontexten voneinander lernen? Mit diesen Fragen reisten Mitarbeitende der humanitären Hilfe von AWO International aus Nepal, den Philippinen, Uganda, Guatemala, der Ukraine und aus Deutschland Anfang Oktober zu einer zwölftägigen Projektreise nach Bangladesch.

Gruppenfoto vor einem Reisebus. Banner: "Humanitäre Hilfe"
Mitarbeitende der humanitären Hilfe von AWO International aus Nepal, den Philippinen, Uganda, Guatemala, der Ukraine und aus Deutschland trafen sich in Bangladesch.

Gaibandha: Leben mit dem Wasser 

Im Norden des Landes, wo drei große Flüsse zusammenlaufen, gehören Überflutungen zum Alltag. In Gaibandha besuchten wir Dörfer, in denen AWO International gemeinsam mit der Partnerorganisation GUK seit Jahren mit Gemeinden arbeitet. Jährlich verlieren die Menschen hier durch Monsunüberschwemmungen Vieh, Saatgut, Ernteerträge und bewohnbares Land. 

Besonders eindrücklich waren die Selbsthilfegruppen von Frauen. Sie sparen gemeinsam, sichern Saatgut, organisieren Notfallpläne und unterstützen sich während der Flutperioden. Die Botschaft war deutlich: Stärke entsteht dort, wo Menschen selbst entscheiden können. "Das Konzept der Lebensmittel- und Saatgutbanken lässt sich sehr gut auf unseren Kontext übertragen", berichtet Barbra Karungi, Projektmanagerin Humanitäre Hilfe Uganda: "Besonders beeindruckt hat mich außerdem, wie klimavertriebene Familien durch Landaufschüttung ihren Lebensraum nachhaltig schützen.” 

Cox's Bazar: Leben im provisorischen Dauerzustand 

Der zweite Teil führte nach Cox's Bazar, zum größten Geflüchtetenlager der Welt. Mehr als eine Million Rohingya leben dort unter prekären Bedingungen und ohne Perspektive auf Integration. Die Camps sind dicht gebaut, angespannt und zusätzlich von der Klimakrise direkt bedroht: Immer wieder kommt es zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Bränden. Gleichzeitig schrumpfen internationale Hilfsbudgets. Große Geber wie die USA haben ihre Mittel reduziert. Die Folgen sind sichtbar – weniger Nahrung, weniger Gesundheitsversorgung, weniger Sicherheit. Trotzdem organisieren sich Menschen: Freiwillige Brandschutzteams, Wasser- und Sanitärkomitees, Fraueninitiativen, die Nähkurse anbieten. Keine Lösung für das strukturelle Problem, aber Ausdruck von Handlungsfähigkeit in einem extrem eingeschränkten Kontext. 

 

Lernen im Austausch 

Projektbesuche und gemeinsame Arbeitssitzungen boten Raum, zentrale Fragen zu klären: Was lässt sich zwischen Regionen übertragen, ohne lokale Gegebenheiten zu übergehen? Welche Standards haben sich bewährt? Wie sichern wir Qualität und reagieren in neuen Krisen schnell? Welche Rolle haben internationale Organisationen in der Zukunft? "Beeindruckend war die Verknüpfung zwischen humanitären Hilfsprojekten und Entwicklungsprojekten sowie die einkommensschaffenden Maßnahmen in den Gemeinden", sagt Loida Yax, Projektmanagerin Humanitäre Hilfe Guatemala: "Ich habe viel über Innovationen in der Klimaanpassung gelernt. Mein Highlight war der gemeinsame Lernraum, in dem wir aus verschiedenen Regionen Erfahrungen austauschen konnten." 

Der Erfahrungsaustausch hat gezeigt, dass neue Ansätze entstehen, wenn Wissen geteilt und Annahmen hinterfragt werden. Humanitäre Arbeit bedeutet, Beziehungen aufzubauen, Verantwortung zu teilen und lokale Perspektiven ernst zu nehmen. 

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