Es geht um mehr als fairen Kaffee
Ob Kaffee zum Frühstück, Schokolade im Büro oder Jeans im Schrank: Viele Produkte, die wir täglich nutzen, stammen aus Ländern des Globalen Südens. Doch dort, wo sie hergestellt werden, herrschen oft schwierige Bedingungen: Unsichere Arbeitsverhältnisse, niedrige Löhne und ein mangelnder Umwelt- und Gesundheitsschutz prägen vielerorts den Alltag der Produzent*innen. Diese Missstände werden nicht nur durch lokale Strukturen verursacht, sondern sind auch das Ergebnis globaler Ungleichheiten, in denen niedrige Preise auf dem Weltmarkt oft als Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit gelten. Der faire Handel setzt genau hier an. Er sorgt dafür, dass Arbeiter*innen einen gerechten Lohn erhalten, unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten und ihre Rechte stärken können. Gleichzeitig trägt er zum Umweltschutz bei. Wer bewusst fairen Kaffee trinkt oder Kleidung kauft, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurde, unterstützt diesen Wandel.
Noch größer wird die Wirkung, wenn nicht nur einzelne, sondern ganze Organisationen und Einrichtungen mitziehen. Wenn Schulen fair einkaufen, Unternehmen ihre Beschaffung umstellen oder Kommunen faire Standards festschreiben, entstehen langfristig nachhaltige Strukturen.
Auch die AWO nimmt diese Verantwortung ernst. Mit dem 2022 verabschiedeten Maßnahmenplan für Klimaschutz hat die AWO sich das Ziel gesetzt, mit ihren über 18.000 Einrichtungen und Diensten noch vor dem Jahr 2040 klimaneutral zu werden. Ein zentrales Element dabei: die Umstellung auf nachhaltige und faire Beschaffung.
Denn globale Herausforderungen sind tief verankert: Noch immer bestimmen Lieferketten den Welthandel, in denen Profite oft mehr zählen als Menschenrechte. Konsum in Industrieländern basiert nicht selten auf Ausbeutung und Umweltzerstörung anderswo. Die Faire Woche macht deutlich: Damit sich etwas ändert, braucht es mehr als gute Vorsätze. Es braucht politische Entscheidungen, wirtschaftliche Alternativen und Menschen, die sich zusammentun.
Engagement sichtbar machen – vor Ort und im Verband
Solidarität ist für die AWO nicht nur ein Grundwert, sondern gelebte Praxis – Tag für Tag. Ob im Ortsverein, im Seniorenzentrum, in der Kita oder im Jugendclub: Überall gibt es Möglichkeiten, globale Zusammenhänge sichtbar zu machen, auf Ungleichheiten aufmerksam zu machen und sich aktiv für mehr Gerechtigkeit einzusetzen.
Ein faires Frühstück in der Einrichtung, ein Informationsstand zur Fairen Woche oder eine Spendenaktion für internationale Projekte. Schon kleine Aktionen können eine große Wirkung entfalten.
Unsere Angebote zur Fairen Woche auf einen Blick:
- Fairen AWO-Kaffee und AWO-Tee kaufen: Gemeinsam mit langjährigen Partner Ökotopia bieten wir fair gehandelte Produkte an – für mehr Gerechtigkeit in jeder Tasse. Hier kommen Sie zu den Produkten: AWO - Ökotopia.org
- Aktionsleitfaden “Gerecht Aktiv”: Unser Leitfaden bietet praktische Tipps zur Planung und Umsetzung von Aktionen im AWO Verband: kompakt, erprobt und inspirierend.
- Informations- und Bildungsmaterialien: Sie planen eine Aktion zur Fairen Woche? Wir unterstützen Sie mit Materialien, die Sie kostenfrei bestellen können. Wir verschicken Informations- und Bildungsmaterialien, wenn Sie eine Aktion umsetzen wollen. Alle Infos finden Sie hier: Material Bestellen | AWO International e.V.
- Die Webseite der Fairen Woche beinhaltet weitere Infos zu allen Veranstaltungen und bietet ebenfalls einen Aktionsleitfaden an: Aktionsleitfaden zur Fairen Woche 2025 | Mitmachen | Faire Woche
- Veranstaltungstipp: Methoden-Workshop „Reise einer Jeans“:
24. September 2025, 15:00–18:00 Uhr, Berlin
In unserem interaktiven Workshop nehmen Teilnehmende die Perspektive von Arbeiter*innen entlang der globalen Lieferkette einer Jeans ein:
vom Baumwollfeld bis zur Näherei.
Gemeinsam erkunden wir das Lernspiel „Reise einer Jeans“ und reflektieren, wie es in der eigenen Bildungsarbeit eingesetzt werden kann.
Zur Anmeldung