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14. Mai 2025 News

In Stärke verankert: Der Einsatz migrantischer Fischer für ihre Rechte

In der globalen Fischereiindustrie sehen sich viele Arbeitsmigranten mit Zwangsarbeit und Menschenhandel konfrontiert. Besonders betroffen sind Fischer von den Philippinen, die auf der Suche nach besseren Chancen angeworben werden und dabei häufig in ausbeuterische Verhältnisse geraten – geprägt von langen Arbeitszeiten, vorenthaltenen Löhnen und zum Teil körperlichen Misshandlungen. Isoliert auf See und ohne Kontakt zur Außenwelt, werden sie zu unsichtbaren Opfern moderner Sklaverei.

Auf dem Bild sind acht Menschen zu sehen, die vor dem Banner der Veranstaltung stehen. Sie stehen gerade und gucken in die Kamera.
Starke Stimmen gegen Ausbeutung: Ehemalige Fischer und internationale Vertreter*innen fordern beim Dialog in Manila faire und sichere Arbeitsbedingungen auf See

Um auf diese erschütternde Realität aufmerksam zu machen, nahmen die ehemaligen Fischer Charyl Candiluna und Julyos Azucina, die die Bedingungen dieses Systems aus erster Hand erlebt haben, im November 2024 am 10. Internationalen Dialog in Manila (MID) teil. Eingeladen vom Interagency Council Against Trafficking (IACAT) des philippinischen Justizministeriums, berichteten sie vor einem internationalen Publikum über ihre Erfahrungen an Bord der Schiffe, die Herausforderungen der Rückkehr und ihren Einsatz gegen Menschenhandel. 

Unter dem Motto „Barrieren brechen, Brücken bauen“ brachte das Treffen Vertreter*innen der philippinischen Regierung, ausländische Delegationen, den Privatsektor sowie zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen. Charyl und Julyos schilderten eindrucksvoll die Not und Widerstandskraft der Fischer und forderten stärkere Schutzmaßnahmen sowie bessere rechtliche Unterstützung. Gemeinsam mit dem IACAT, der Niederländischen Botschaft auf den Philippinen und dem Südostasien-Büro von AWO International, wurden politische Empfehlungen entwickelt, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Einstellungspraktiken in der Fischerei sicherzustellen. Diese Empfehlungen wurden anschließend an die philippinische Regierung übermittelt – ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Rechte der Fischer auf internationaler Ebene.

Anfangs war ich schüchtern und nervös, aber als ich zu sprechen begann, bemerkte ich, dass alle zuhörten und unsere Geschichten sie offenbar berührten. Ich habe ein tieferes Verständnis für Menschenhandel und illegale Anwerbung gewonnen – ebenso wie für die Unterstützungsleistungen, die mir als Betroffener zustehen, wie finanzielle Hilfe und Existenzsicherung.

Charyl Candiluna, ehemaliger Fischer und Vertreter der Fischereigemeinschaft

Im Rahmen des BMZ finanzierten Projekts von AWO International mit der philippinischen Partnerorganisation Atikha engagieren sich Charyl und Julyos als Vertreter der Fischereigemeinschaft nun aktiv für andere Opfer von Menschenhandel und deren Familien. Sie setzen sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Fischer ein und organisieren auf Gemeindeebene Sensibilisierungskampagnen gegen illegale Anwerbung und Menschenhandel. Gleichzeitig führen sie Kleinstunternehmen zur Unterstützung ihrer Familien. Beide betonten, wie wichtig es ist, weitere Programme ins Leben zu rufen, um die Sicherheit und das Wohlergehen von Filipinos zu gewährleisten, die als Arbeitsmigranten ins Ausland gehen möchten.

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