AWO International hat 2025 erstmals den CO₂-Fußabdruck der Geschäftsstelle erhoben. Grundlage sind die Daten des Jahres 2023. Damit setzen wir einen zentralen Punkt des AWO-Klimabeschlusses von 2022 um und schaffen Transparenz darüber, wo Emissionen entstehen und wo wir ansetzen können. Die Bilanzierung wurde mit dem Tool von NiNo durchgeführt. Aus der Freien Wohlfahrtspflege heraus entstanden, unterstützt NiNo gemeinnützige Organisationen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft bei der Erstellung einer CO₂-Bilanz und befähigt somit zur klimafreundlichen Leistungserbringung.
Warum wir bilanzieren
Klimagerechtigkeit gehört zu unserem Kernauftrag. Als Organisation der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit arbeiten wir international, oft in Regionen, die besonders stark von der Klimakrise betroffen sind. Verantwortlich zu handeln, heißt für uns auch: die eigenen Emissionen zu kennen und systematisch zu reduzieren. Dabei wissen wir: Flugemissionen lassen sich in unserer Arbeit nicht vollständig vermeiden. Internationale Projektbesuche, Partnerschaften und Kriseneinsätze bleiben notwendig. Trotzdem wollen wir einen Unterschied machen: durch bewusste Entscheidungen, klare Prioritäten und eine kontinuierliche Reduktion dort, wo es möglich ist.
„Für uns ist klar: Wenn wir über globale Gerechtigkeit sprechen, müssen wir bei uns selbst anfangen. Die CO₂-Bilanz hilft uns, Verantwortung sichtbar zu machen und Schritt für Schritt besser zu werden.“ - Lara Röscheisen, Bildungsreferentin AWO International
Was die Bilanz zeigt: Zentrale Ergebnisse
Die Bilanz zeigt: Unsere Geschäftsstelle verursachte im Jahr 2023 insgesamt 73,5 Tonnen CO₂e, das entspricht 3,75 Tonnen pro Vollzeitstelle. Sie schneidet im bundesweiten Vergleich gut ab und liegt in mehreren Bereichen bereits unter dem Durchschnitt anderer Einrichtungen.
Die Analyse zeigt drei wesentliche Bereiche:
1. Mobilität – der größte Hebel
- Rund 81 % aller Emissionen entstehen durch Mobilität, vor allem durch betriebliche Dienstreisen. Internationale Reisetätigkeiten sind dabei für unsere Arbeit unerlässlich.
- Positiv: Beim täglichen Arbeitsweg ist unser Team bereits stark klimafreundlich unterwegs. 82% nutzen ÖPNV oder kommen zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad.
2. Gebäudeenergie – klimafreundlicher Strommix
- Dank Ökostrom liegen die Emissionen aus Strom bei nur 38,8 kg CO₂ pro Person, deutlich unter dem Durchschnitt anderer Einrichtungen. Auch der Heizenergieverbrauch liegt im moderaten Bereich.
3. Material, Abfall und IT – kleinere Anteile, klare Potenziale
- Papier, Abfall und IT-Hardware verursachen vergleichsweise wenige Emissionen, bieten aber direkt umsetzbare Stellschrauben für eine weitere Reduktion.
Was wir daraus ableiten
Auf Grundlage dieser Bilanz entwickeln wir nun klare Klimaschutzziele und Maßnahmen, orientiert am AWO-Klimabeschluss:
- Reduktion von Reiseemissionen, wo immer möglich
- Ausbau digitaler Formate und klimafreundlicher Alternativen
- Reduktion des Papierverbrauchs
- Prüfung wiederaufbereiteter IT-Geräte und klimaneutraler Web-/Cloudangebote
- Sensibilisierung und Qualifizierung innerhalb des Teams
Vorreiterrolle: Regionalbüro Nepal
Unser Regionalbüro Südasien (Nepal) hat bereits 2023 seinen ersten CO₂-Fußabdruck erhoben und gezeigt, dass Klimaschutz auch in internationalen Projektkontexten machbar ist. Die übrigen Regionalbüros werden nun nachziehen. So entsteht Schritt für Schritt ein Gesamtbild unserer Emissionen, lokal wie international.
Wie es weitergeht
Die CO₂-Bilanz wird alle drei Jahre aktualisiert. Bis dahin nutzen wir die Daten, um Fortschritte sichtbar zu machen, ambitioniertere Ziele zu setzen und Klimaschutz noch stärker in unserer Projektarbeit, Mobilität und Beschaffung zu verankern. Unser Ziel ist klar: Als humanitäre Organisation wollen wir Verantwortung übernehmen: transparent, kontinuierlich und im Einklang mit unserem Auftrag für globale Gerechtigkeit.