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Afrika • Uganda

Verbesserung der Lebensbedingungen im Geflüchtetenlager Nakivale

Im Isingiro Distrikt im Südwesten Ugandas liegt der Anteil der Geflüchteten bei 19 Prozent. Mit unserer Partnerorganisation COVOID verbessern wir die Lebensbedingungen für Geflüchtete und Einheimische, indem Ernährung, Einkommen und sozialer Zusammenhalt gestärkt werden.

Gemeinsam mit COVOID unterstützen wir geflüchtete Familien und ihre Gastgemeinden. (Foto: AWO International)Gemeinsam mit COVOID unterstützen wir geflüchtete Familien und ihre Gastgemeinden. (Foto: AWO International)

Unser Projektgebiet liegt in Nakivale, einem Camp für Geflüchtete, das eines der ältesten im Land ist und vor rund 60 Jahren gegründet wurde. Die 90.000 bis 100.000 Geflüchteten kommen aus der demokratischen Republik Kongo, Ruanda, dem Südsudan, dem Horn von Afrika oder wurden intern vertrieben. Im Isingiro Distrikt leben 28 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

80 Prozent der Menschen in Isingiro leben von Subsistenzwirtschaft und häufig mangelt es an Wissen zu ausgewogener Ernährung. Obst und Gemüse gehören in dieser Region nicht zur traditionellen Ernährung. Hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels, welche eine Herausforderung für den Erfolg der Landwirtschaft darstellen. Es fehlt an zeitgemäßen und klimaangepassten Landwirtschaftsmethoden. In Folge dessen stellen Mangel- und Unterernährung eine große Herausforderung für die hier lebenden Menschen dar.

Überlastung und Benachteiligung von Frauen ist in der Region weit verbreitet. Frauen sind traditionell für den Ackerbau und die Betreuung der Kinder zuständig. Besonders die Arbeit auf dem Feld belastet sie körperlich stark. Mädchen werden oft benachteiligt, indem ihnen der Zugang zur Schulbildung verwehrt wird. Viele Frauen werden zudem Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt. Die Geburtenrate von 6,2 Kindern pro Frau in Isingiro ist eine der höchsten im Land und auch eine Folge ungewollter Schwangerschaften und fehlender Familienplanung.

Gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation COVOID unterstützen wir mit unserem Projekt sowohl geflüchtete Familien als auch ihre Gastgemeinden.

Stärkung von Nahrungs-, Ernährungs- und Einkommenssicherheit

Um die Nahrungsmittelsituation zu verbessern, erweitern die Bäuer*innen in Feldschulen ihr landwirtschaftliches Wissen und teilen es mit anderen Gemeindemitgliedern. Sie lernen den Anbau von Obst und Gemüse in Küchengärten und werden dabei unterstützt, biologischer und klimaintelligenter zu landwirtschaften. So wird neben einer vielseitigeren Ernährung auch die Bodenqualität und Wassernutzung optimiert und die Erträge insgesamt gesteigert. Eine gemeinsame Produktion und Vermarktung hilft den Familien dabei, ihre Einkommen zu erhöhen und aus verschiedenen Quellen zu beziehen. Ein weiterer Ansatz um den Erwerb eines sicheren Einkommens zu fördern ist das Erlernen neuer Fähigkeiten. Dafür werden Schulungen zu Verarbeitung und Vertrieb von landwirtschaftlichen Produkten sowie zur Herstellung von Seife durchgeführt. In Sparvereinen wird auf Dorfebene gemeinsam gespart, um auch in Notlagen auf Geldreserven zurückgreifen zu können. Die Teilnehmer*innen helfen sich gegenseitig dabei, Geld für Notzeiten anzusparen und ermöglichen es einander, Kleinkredite aufzunehmen. Diese Kredite werden genutzt, um Schulgebühren, Kosten für medizinische Behandlungen oder landwirtschaftliche Investitionen zu bezahlen.

Foerderung von Geschlechtergerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt und Umweltschutz

Um die Rechte von Frauen und Mädchen nachhaltig und flächendeckend zu stärken ist es besonders wichtig, weite Teile der Bevölkerung zu erreichen. Über das Radio ist die Reichweite in Uganda am größten, weshalb Talkshows und Jingles ausgestrahlt werden. Die Themen reichen von Methoden der Familienplanung und Inklusion hin zu Geschlechtergerechtigkeit oder Gewalt gegen Frauen. Darüber hinaus werden Poster und T-Shirts verteilt, um die Informationen zu verbreiten. Ein Gesundheitsnetzwerk bildet zudem Multiplikator*innen aus, die als Expert*innen für diese Themen ihren Gemeinden zur Verfügung stehen.

Damit ein Austausch zwischen den Geflüchteten und den Gastgemeinden entsteht und der soziale Zusammenhalt steigt, kommen Vertreter*innen der beiden Gruppen in Dialogplattformen zusammen. So wird die Möglichkeit geschaffen, Konflikte in Bezug auf Ressourcen im gemeinsamen Dialog zu lösen. Dies fördert nicht nur den Zusammenhalt, sondern hilft auch dabei, die natürlichen Ressourcen vor Übernutzung zu schützen und so einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Organisationsentwicklung unseres Partners COVOID

Im Rahmen dieses Projekts wird auch die Weiterentwicklung unserer Partnerorganisation COVOID gefördert. Die Mitarbeiter*innen erhalten Trainings, die thematisch orientiert sind an Monitoring und Evaluation und Advocacy. So werden die Kapazitäten von COVOID insgesamt gestärkt.

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Unser Projekt leistet einen Beitrag, um beispielsweise diese nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen. Für weitere Informationen zur globalen Nachhaltigkeitsagenda besuchen Sie bitte unsere Seite "Nachhaltige Enwicklung".

Projektinfo

ProjektVerbesserung der Lebensbedingungen von Gefluechteten und beduerftigen Host Community Gemeinden
Ort/Region

Flüchtlingscamp Nakivale, Kakingi und Gastgemeinden, Isingiro Distrikt

PartnerCommunity Volunteer Initiative for Development (COVOID)
Zielgruppe

Geflüchtete und ihre Gastgemeinden, insgesamt 15.700 Menschen

Aktivitäten
  • Aufbau und Stärkung von 20 Spar- und Kreditgruppen
  • Steigerung der Marketing-Fähigkeiten, Entwicklung von Wertschöpfungsketten und bessere Marktanbindung
  • Aufbau eines Gesundheits- und Ernährungsnetzwerks
  • Bereitstellung von Informationen zu Methoden der Familienplanung und Empowerment von Frauen
  • Trainings zum Erlernen neuer Fähigkeiten um Einkommen zu diversifizieren und Unternehmen zu gründen
  • Durchführung von Mangel- und Unterernährungsscreenings und Unterstützung betroffener Familien für eine verbesserte Ernährung
  • Aufbau von 7 Bäuer*innen-Feldschulen zum Erwerb landwirtschaftlichen Wissens
  • Etablierung von drei Dialogplattformen um Konflikte zu lösen und Umweltschutz voranzubringen
  • Ausstrahlung von Radiobeiträgen, um auf Geschlechtergerechtigkeit, Gewalt gegen Frauen und Familienplanung aufmerksam zu machen
  • Aufbau von drei Jugendgruppen, die Interessensvertretungsarbeit leisten und Bewusstsein für Inklusion, Menschenrechte, Zwangsverheiratungen, Benachteiligung von Frauen und Mädchen schaffen
LaufzeitOktober 2019 – Dezember 2022
Budget267.000 EUR
FördererBMZ SFF

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