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AfrikaUganda

Nahrungssicherheit für Geflüchtete und Gastgemeinden im Norden Ugandas

Der Lamwo Distrikt im Norden Ugandas zählt zu den ärmsten Regionen des Landes. Trotzdem nehmen die Gemeinden hier Geflüchtete aus dem Südsudan auf. Unser Projekt unterstützt geflüchtete und einheimische Menschen dabei, ihre Ernährung zu sichern, ihr Einkommen zu erweitern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

Mit ökologischer Landwirtschaft wird sowohl die die Ernährung der Menschen gesichert als auch die Umwelt geschützt. (Foto: AWO International)
Mit ökologischer Landwirtschaft wird sowohl die die Ernährung der Menschen gesichert als auch die Umwelt geschützt. (Foto: AWO International)

Lamwo Distrikt im Norden Ugandas ist stark vom zwanzigjährigen Bürgerkrieg gekennzeichnet, der 2006 zu Ende ging. Als danach die Dörfer wiederaufgebaut wurden, hat dies die natürlichen Ressourcen der Region stark beansprucht. Weitreichende Folgen für das Ökosystem sind das Resultat, insbesondere Bodendegradierung und Abholzung von Waldbeständen. Zudem beeinträchtigen veränderte Klimabedingungen die Lebensbedingungen der Menschen in der Region. Diese Umstände machen den Erfolg des landwirtschaftlichen Anbaus zu einer Herausforderung und den Zugang zu ausreichender und qualitativer Nahrung für weite Teile der Bevölkerung schwierig.

Im Distrikt lebten laut UNHCR im Jahr 2018 32.000 Geflüchtete aus dem Nachbarland Südsudan, sowie eine grosse Anzahl intern Vertriebener. Die politische Situation im Südsudan ist weiterhin instabil, sodass fortwährend weitere Geflüchtete ins Land kommen. Die meisten erhalten ein Stück Land von der Regierung, um dort wohnen und Landwirtschaft betreiben zu können. Der erhöhte Nutzungsdruck auf die Ackerflächen und die umgebenden Ökosysteme ist auch Ursache für Konflikte, die zwischen Geflüchteten und Gastgemeinden entstehen.

Patriarchalische Strukturen sind in Uganda noch sehr etabliert und Gewalt gegen Frauen ist weit verbreitet. Erzwungene Sexualkontakte und sexuelle Ausbeutung haben weitreichende Folgen: Die Zahl ungewollter Schwangerschaften und Abtreibungen ist hoch. Hinzu kommt, dass es für viele Frauen schwierig ist, Zugang zu Leistungen der Familienplanung und sexueller-/reproduktiver Gesundheit zu bekommen.

Zusammen mit unserer lokalen Partnerorganisation UCOBAC setzen wir hier an. Unsere Projekte werden in sozialen Strukturen durchgeführt. Das stärkt den Austausch, Zusammenhalt und die Gemeinschaft und verspricht langfristige nachhaltige Erfolge.

Gemeinsames Lernen über Ernährung, Landwirtschaft und Finanzen

Bäuer*innen erlernen in Gruppen gemeinsam den Anbau in Küchengärten, erhalten Obstbäume und nährstoffreiche Samen. Neben Wissen zu ausgewogener Ernährung und klimaangepassten Anbautechnologien, werden in den Gruppen auch Familienplanung, Geschlechtergerechtigkeit oder energiesparende Öfen thematisiert. Die Mitglieder verbreiten und teilen ihr neues Wissen mit ihrem Umfeld - so profitieren auch ihre Familienangehörigen und Nachbar*innen von den erlernten Fähigkeiten. Die Bäuer*innengruppen fungieren zugleich auch als Sparvereine und ermöglichen es, Kleinkredite für sinnvolle Investitionen aufzunehmen und so neue Einkommensmöglichkeiten zu schaffen. Das Erschliessen neuer Einkommensquellen macht die Familien wiederstandsfähiger für den Fall einer sozialen oder ökonomischen Schocksituation, wie sie zum Beispiel im Falle der Coronapandemie eintrat.

Durch Austausch den sozialen Zusammenhalt fördern

Ein Zusammentreffen von Geflüchteten und Einheimischen findet in der sogenannten Graswurzelakademie statt. Die Bäurer*innengruppen der Geflüchteten beziehungsweise Gastgemeinden entsenden Vertreter*innen, die sich dort miteinander austauschen und vernetzen. Der Austausch fördert die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis und hilft den Teilnehmer*innen dabei, gemeinsam Lösungen für Konflikte zu finden.

Empowerment und Teilhabe von Frauen stärken

Das Thema Empowerment von Frauen spielt in verschiedenen sozialen Strukturen eine Rolle. Es wird in den Bäuer*innengruppen thematisiert, aber auch durch lokale Gesundheitsteams und Multiplikator*innen adressiert. Sie stellen Informationen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit bereit und machen sich stark im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen. Ziel ist es, dass Frauen mehr Entscheidungskraft bekommen, weniger (sexualisierte) Gewalt erleben und Zugang zu Methoden der Familienplanung haben.

Organisationsentwicklung der Partnerorganisation UCOBAC

Im Rahmen unseres Projekts wird die Partnerorganisation UCOBAC dabei unterstützt, ihre Kapazitäten zu erweitern. Hierzu werden Trainings für die Mitarbeiter*innen durchgeführt. Ein besonderer thematischer Fokus liegt dabei auf Monitoring und Evaluation der Projekte.

Unser Projekt leistet einen Beitrag, um beispielsweise diese nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen. Für weitere Informationen zur globalen Nachhaltigkeitsagenda besuchen Sie bitte unsere Seite "Nachhaltige Entwicklung".

Projektinfo

Projekt Geflüchtete und bedürftige Host Communities, im Distrikt Lamwo, sind durch verbesserte Nahrungsmittelsicherheit und Lebensbedingungen, empowerte Frauen und soziale Kohaesion gestärkt und resilient
Ort/Region Lamwo Distrikt, Flüchtlingslager Palabek Ogili + Palabek Gem
Partner Uganda Community Based Association for Women and Children Welfare (UCOBAC)
Zielgruppe Geflüchtete Menschen und ihre Gastgemeinden, insgesamt 5.743 Personen
Aktivitäten
  • Aufbau und Stärkung von 12 Bäuer*innen- und Spargruppen
  • Aufbau und Etablierung einer lokalen Multiplikator*innen-Gruppe für landwirtschaftlichen Anbau
  • Verteilung von Samen für den Anbau nährstoffreicher Pflanzen für Küchengärten, Obstbaum- und Nutzbaumplantagen und die Bestellung der Felder
  • Bereitstellung von Wissen und Informationsmaterialien zu gesunder Ernährung
  • Einführung von energiesparenden Öfen als Beitrag zum Klimaschutz
  • Aufbau einer Graswurzel-Akademie und Durchführung von Gemeindemeetings zu Themen wie Gesundheit, Livelihoods, Landwirtschaft, u.a. zur Förderung der Ko-Existenz
  • Stärkung von Dorfgesundheitsteams mit zehn Tandems
  • Durchführung von Hausbesuchen durch Dorfgesundheitsteams und Verweis an Gesundheitseinrichtungen für Familienplanung und sexuelle/reproduktive Gesundheitsdienste
  • Etablierung von männlichen Vorbildern zur Förderung der Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit
  • Ausstrahlung von Radioshows zu Frauenrechten, Familienplanung und geschlechterbasierter Gewalt
  • Training für die Partnerorganisation UCOBAC zur Stärkung der Kapazitäten der Organisation
Laufzeit Oktober 2019 – Dezember 2022
Budget 260.000 EUR
Förderer BMZ SFF

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