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26. Mai 2021 • News

6 Jahre nach dem großen Erdbeben in Nepal – das Risiko bleibt

Durch das Erdbeben am 25. April 2015 starben 9.000 Menschen, mehr als 600.000 Häuser lagen in Trümmern. AWO International leistete damals humanitäre Hilfe und ist heute in der Katastrophenvorsorge aktiv. Denn das Risiko bleibt – die Auswirkungen können jedoch gemindert werden.

Durch das Erdbeben am 25. April 2015 starben 9.000 Menschen, mehr als 600.000 Häuser lagen in Trümmern (Foto: AWO International)Durch das Erdbeben am 25. April 2015 starben 9.000 Menschen, mehr als 600.000 Häuser lagen in Trümmern (Foto: AWO International)
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Felix Neuhaus, heute Koordinator für Humanitäre Hilfe, war damals für uns als Regionalleiter in Nepal tätig. Im neuen Podcast von Aktion Deutschland Hilft „who cares“ berichtet er eindrücklich von seinen Erlebnissen während und nach des Erdbebens. Hören Sie rein!

Das Erdbeben der Stärke 7,8 sowie die zahlreichen Nachbeben zerstörten Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser, Straßen und Wasserleitungen. Ärmere, ländliche Gebiete waren aufgrund der minderwertigen Qualität der Häuser stärker betroffen als die Städte. Doch auch in der Hauptstadt Kathmandu hinterließen die Beben verheerende Schäden. Hunderttausende Menschen konnten nicht in ihre Häuser zurückkehren und schliefen in Notunterkünften und Camps. Die Infrastruktur und Versorgungslage der Bevölkerung war monatelang massiv eingeschränkt.

AWO International leistete Nothilfe

Bereits sechs Jahre war unser Team in Nepal zu diesem Zeitpunkt tätig und hatte so ein festes Netzwerk an lokalen Partnerorganisationen, die uns in dieser Krisensituation tatkräftig zur Seite standen. Insgesamt wurden 52.000 Menschen mit dringend benötigten Hilfsgütern versorgt, darunter vor allem Planen, Schlafmatten, Decken und Hygieneartikel. Besonders Migrant*innen, alleinstehende Frauen, Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen wurden unterstützt. Im Kathmandu-Tal wurden außerdem psychosoziale Beratungen organisiert. Kurz nach den Beben berichteten unsere Partnerorganisationen von einem massiven Anstieg des Menschenhandels an der Grenze zu Indien. So startete AWO International zusätzlich eine landesweite Aufklärungskampagne, um die Menschen vor dem erhöhten Risiko von unsicherer Migration,  Ausbeutung und sexualisierter Gewalt zu warnen. Maßgeblich dafür waren Informationstafeln, die an den Grenzübergängen sowie zentralen Busbahnhöfen und öffentlichen Plätzen angebracht wurden; zusätzlich wurden zehntausende  Informationsbroschüren in über 20 betroffenen Distrikten verteilt.

Im Februar 2017 startete ein Wiederaufbau-Projekt im ländlichen Distrikt Nuwakot. Nuwakot war einer der am schwersten vom Erdbeben getroffenen Distrikte. Im Laufe dieses Projektes wurden Notfall-Teams  gegründet und Frühwarnsysteme eingeführt. Zudem wurden die Gemeinden in dem Bau von erdrutsch- und erdbebenfesten Häusern geschult und Bewässerungssysteme gebaut.

6 Jahre später – das Risiko bleibt, doch man ist besser vorbereitet

Sechs Jahre nach dem Erdbeben kehrt für einen Großteil der betroffenen Menschen wieder Normalität ins Leben ein. Doch in einigen Regionen zeichnen sich weiterhin Spuren der Zerstörung ab: Insbesondere in den abgelegenen, ländlichen Gebieten warten einige Dörfer immer noch auf den Wiederaufbau von Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Die landesweite Abriegelung als Maßnahme gegen die Ausbreitung von COVID-19 im letzten Jahr trug ebenfalls dazu bei, dass der Wiederaufbau vielerorts auf der Strecke blieb und stürzte tausende Familien erneut in eine finanzielle Notlage.

Forschungen zufolge hat sich die Spannung zwischen der indischen und eurasischen Erdplatte seit dem Beben in 2015 nur zum Teil abgebaut. Geoforscher warnen seither vor einem noch bevorstehenden Mega-Beben in der Region. Nepal ist und bleibt ein Hochrisikogebiet für Erdbeben. Weiterhin bleibt das Land auch anfällig für schwere klimatisch bedingte Katastrophen wie Überschwemmungen, Erdrutsche und Stürme.

Katastrophenvorsorge mindert zukünftiges Leid

Unser Einsatz in der Nothilfe und Rehabilitation nach dem Erdbeben zeigte, wie wichtig Katastrophenvorsorge und die aktive Einbeziehung von den Gemeinden ist. So gibt AWO International nun regelmäßig Schulungen zu Themen rund um Katastrophenrisiko-Management für die nepalesischen Partnerorganisationen, die dann ihr Wissen an die jeweiligen Gemeinden in den Projektregionen  weitergeben. Ziel ist es, auf diese Weise die Resilienz der Gemeinden im Umgang mit Katastrophen zu stärken.

 

Mit Ihrer Spende für die Katastrophenvorsorge können wir die Auswirkungen von zukünftigen Desastern mindern. Damit das nächste Erdbeben nicht zur humanitären Katastrophe wird. Vielen Dank!


AWO International e.V.
Stichwort: Katastrophenvorsorge
IBAN: DE83 1002 0500 0003 2211 00
Bank für Sozialwirtschaft
oder online
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