Südostasien • Philippinen

Kampf gegen Kinderhandel und Kinderprostitution

Kinderprostitution und Kinderhandel sind auf den Philippinen weit verbreitet. Unser Partner Talikala klärt Kinder und Jugendliche im Großraum Davao City über Kinderrechte und die Illegalität von Menschenhandel auf. Mit Informationskampagnen soll auch die Öffentlichkeit für diese Themen sensibilisiert werden.

Talikala bietet für jugendliche Opfer von Kinderhandel Beratung und Trainings über Kinderrechte an.Talikala bietet für jugendliche Opfer von Kinderhandel Beratung und Trainings über Kinderrechte an. (Foto: AWO International)

Offizielle Schätzungen in den Philippinen gehen von ca. 100.000 in der Sexindustrie missbrauchten Minderjährigen aus (vgl. Council for the Welfare of Children, State of Filipino Children 2002). In Wirklichkeit kann angenommen werden, dass diese Zahl wesentlich höher liegt. Bei den meisten Opfern handelt es sich um Mädchen, die die Schule abgebrochen haben und aus zerrütteten Familien kommen, in denen die Eltern arbeitslos sind oder nur über unregelmäßige Einkommen verfügen. Viele von ihnen haben Missbrauch oder Inzest erlebt.

Trainings und Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche

Zur Kinderprostitution führen viele Wege. Minderjährige arbeiten zunächst als "Pick-up Girls" auf der Straße, animieren dann in entfernteren Orten als "Bar Girls" potenzielle Kunden und werden dann als "Casa Girls" in Bordellen festgehalten. Aufgrund der guten Einkommensmöglichkeiten sind Kinder und Jugendliche aus marginalisierten Gruppen der armen Bevölkerungsschicht, wie Straßenkinder und Nachkommen ethnischer Minderheiten, besonders gefährdet, als Prostituierte zu arbeiten. 2003 wurde auf den Philippinen zwar ein Gesetz gegen Menschenhandel erlassen. Doch Kinderhandel wird kaum angezeigt, Täter/innen werden selten vor Gericht gestellt oder verhaftet. Von Seiten des Staates gibt es bisher keine nachhaltigen Initiativen, um die Ursachen für Menschenhandel, d. h. die sozialen und ökonomischen Probleme im Land, anzugehen.   

Die Nichtregierungsorganisation Talikala wurde 1986 unter anderem von ehemaligen Prostituierten in Davao City gegründet. In der Regionalsprache Cebuano, die auf der Insel Mindanao gesprochen wird, bedeutet Talikala Kette: Frauen sollen sich zusammenschließen, um die Ketten, die sie in Unterdrückung und Ausbeutung festhalten, aufzubrechen. Seit 2010 unterstützt AWO International die Arbeit von Talikala in den Stadtrandsiedlungen von Davao City. Talikala führt Trainings und Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche durch, informiert sie über Kinderrechte und klärt sie über die Illegalität von Kinder- und Menschenhandel auf. Mit Informationskampagnen will Talikala außerdem die Öffentlichkeit für die Themen Kinderhandel und Kinderprostitution sensibilisieren. Nach Vorgaben von UNICEF sind auf den Philippinen Kinderschutzräte eingerichtet worden, an denen Vertreter/innen von Regierungsorganisationen und behördlichen Einrichtungen teilnehmen. Da diese Kinderschutzräte oft nicht gut funktionieren, engagieren sich hier zunehmend auch Nichtregierungsorganisationen, unter anderen auch Talikala.

Projektinfo

ProjektKampf gegen Kinderhandel und Kinderprostitution
Ort/Region

Stadtteile am Stadtrand von Davao City

PartnerTalikala
Zielgruppe

Kinder und Jugendliche (überwiegend Mädchen und Frauen) und ihre Eltern, Mitglieder von bürgerlichen und religiösen Gruppierungen und Mitglieder von Kinderschutz-Komitees als Multiplikatoren/innen

Aktivitäten
  • Beratung und Training für Kinder und Jugendliche
  • Aufbau von Kinderschutzräten, Informations- und Aufklärungskampagnen zur Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit
  • Trainings zur Vermeidung von Kinderhandel
Laufzeit2015-2017
Budget86.200 Euro p.a.
FördererBMZ

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