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SüdostasienIndonesien

Katastrophenvorsorge in vom Erdbeben betroffenen Gemeinden auf Lombok

Auch viele Monate nach dem Erdbeben von 2018 wirkt das Ereignis nach. In dieser Situation ist die Lernbereitschaft für eine Vorsorge und bessere Vorbereitung auf zukünftige Naturgewalten in der Bevölkerung besonders groß. Das ist einer der Erfolgsfaktoren des Projektes, das die Partnerorganisation von AWO International, SHEEP Indonesia, mit lokalen Akteuren umsetzt.

In einer Informations- und Aufklärungskampagne wurde den Schülerinnen und Schülern spielerisch und unterhaltsam Wissen über u.a.  konkrete Verhaltensregeln bei einem Erdbeben vermittelt. (Foto: AWO International/YSI)
In einer Informations- und Aufklärungskampagne wurde den Schülerinnen und Schülern spielerisch und unterhaltsam Wissen über u.a. konkrete Verhaltensregeln bei einem Erdbeben vermittelt. (Foto: AWO International/YSI)

Am 5. August 2018 wurde die indonesische Insel Lombok von einem Erdbeben der Stärke 6,9 erschüttert. Am 9. August 2018 folgte das Nachbeben. Die Auswirkungen der Erdbeben waren verheerend: Nord-Lombok war mit 466 Todesopfern und über 1.000 Verletzten am stärksten von den Erdbeben betroffen. Durch den Einsturz von rund 12.000 Gebäuden wurden über 80 Prozent der Bevölkerung obdachlos.

Um die Menschen zukünftig besser auf Erdbeben und weitere Naturereignisse vorzubereiten, unterstützt AWO International ein Katastrophenvorsorgeprojekt. Dabei arbeiten wir mit drei lokalen und ortsansässigen Organisationen  - Gravitasi Mataram (Gerakan Revitalisasi Kemanusian), ADBMI Foundation und Perkumpulan Panca Karsa (PPK) -  in drei Gemeinden zusammen. Die lokalen Partnerorganisationen setzten unter Anleitung von SHEEP Indonesia in den von ihnen betreuten Gemeinden in den Distrikten Nord und Ost Lombok Aufklärungs-, Schulungs- und Beratungsmaßnahmen um.

Vorsorge rettet Leben

Dazu gehört unter anderem auch die Formierung und Ausbildung von Katastrophenvorsorge Komitees, gemeinsame Risikoanalysen der Gemeindemitglieder wie auch die Einübung risikobewussten Verhaltens und der Nutzung moderner Telekommunikationsanwendungen. In einem besonders betroffenen Dorf wird die Versorgung mit sauberem Trinkwasser durch die Installation von Haushaltsfiltern sichergestellt.

Seit März 2020 stehen zusätzlich auch konkrete Aktivitäten zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung von COVID-19 im Fokus, neben Aufklärung umfassen diese auch die Herstellung und Verteilung von Schutzmaterial wie Händewascheinrichtungen, Masken und Desinfektionsmittel.

Bei allen Maßnahmen werden Vertreter der lokalen Verwaltungen einbezogen, die dadurch ebenfalls ihre Kenntnisse erweitern und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Gemeinden in ihrem Zuständigkeitsbereich stärken.

Aufklärungsarbeit an Schulen

Der Wunsch der Kinder, von Angesicht zu Angesicht zu lernen, ermutigt die Akteure darin, auch das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen für die Pandemie und die Gefährdung durch Erdbeben zu schärfen. In einer Informations- und Aufklärungskampagne wurde den Schülerinnen und Schülern spielerisch und unterhaltsam Wissen über Arten von Katastrophen, konkrete Verhaltensregeln bei einem Erdbeben, lokale Instrumente zur Frühwarnung und Hygieneregeln zur Verhinderung der Übertragung des Coronavirus vermittelt. Diese Initiative hat auch dazu beigetragen, das Trauma zu lindern, das einige Kinder in Folge des Erdbebens und der Pandemie erlebt haben.

Unsere Projekte leisten einen Beitrag, um zum Beispiel diese nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen:

Projektinfo

Projekt Katastrophenvorsorge in vom Erdbeben betroffenen Gemeinden auf Lombok
Ort/Region Distrikte Nord und Ost Lombok, Provinz West Nusa Tenggara, Indonesien
Partner SHEEP Indonesia Foundation (Society for Health-Education-Environment and Peace)
Zielgruppe arme und benachteiligte Familien, Schulkinder, Angehörige von Corona-Risikogruppen, Mitarbeiter*innen von Dorfbehörden und lokaler NROs
Aktivitäten
  • Schulung und  Kapazitätsaufbau in von DRRM-Erdbeben betroffenen Dörfern 
  • Bereitstellung von Hilfsmaterial
  • Bereitstellung Sanitär, Wasser und Hygiene-Anlagen (WASH)
  • Schulungen zur Reduzierung des Katastrophen-Risikos (Disaster Risk Reduction, DRR) in der Gemeinschaft 
Laufzeit 2020-2021
Budget 115.000 Euro
Förderer Aktion Deutschland Hilft, AWO International

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