Zum Inhalt springen Zum Footer springen
SüdasienNepal

Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge nach dem Erdbeben

Die schweren Erdbeben von 2015, aber auch die jährlichen Überschwemmungen während des Monsuns verdeutlichen immer wieder, wie gefährdet Nepal ist, wenn es um extreme Naturereignisse geht. Umso wichtiger ist es, die Menschen bereits im Vorfeld solcher Ereignisse vorzubereiten. Mit einem Katastrophenvorsorgeprojekt im Distrikt Nuwakot stärken wir die Widerstandskraft der Bewohner*innen.

Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge in Nepal
AWO International unterstützt den Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben und führt ein Projekt zur Katastrophenvosorge durch. (Foto: AWO International)

Die Gebirgsregion Nuwakot gehörte zu den vom Erdbeben am schwersten betroffenen Distrikten des Landes. In den beiden Dörfern Bungtang und Kintang in Nordosten von Nuwakot wurden mehr als 1400 Häuser zerstört. Außerdem wurden Schulen, öffentliche Gebäude, Gesundheitsstationen und die elektrische Versorgung beschädigt. Aufgrund der zerstörten Infrastruktur sind die Dörfer nur schwer erreichbar und haben bisher nur wenig von der staatlichen und internationalen Wiederaufbauhilfe profitiert. Dabei ist der Bedarf weiterhin enorm.

Schon vor dem Erdbeben war die Ernährungssituation in den beiden Dörfern prekär: Nur etwa 30 Prozent der Bevölkerung konnte durch den Anbau landwirtschaftlicher Produkte wie zum Beispiel Reis oder Weizen ganzjährig sichern. Das Beben zerstörte die Felder und vernichtete die Ernten. Noch immer ist der Anbau nur eingeschränkt möglich. Sobald die eigene kleine Ernte verbraucht ist, müssen die Bauern teure Lebensmittel auf nahegelegenen Märkten kaufen. Der Distrikt wird regelmäßig von Überflutungen und Erdrutschen während der Regenzeit und von Bränden in der Trockenzeit heimgesucht. Auch die Gefahr weiterer Erdbeben besteht.

Einkommen schaffende Maßnahmen und Vorsorge

In Zusammenarbeit mit unseren nepalesischen Partnerorganisationen SARBODAYA und CARDSN haben wir im Februar 2017 ein neues Hilfsprojekt im Nordosten von Nuwakot gestartet, das insbesondere Frauen, Menschen mit Behinderungen und Jugendliche mit einbezieht. In den beiden Dörfern Bungtang und Kintang unterstützen wir den Wiederaufbau und führen ein Programm zur Katastrophenvorsorge durch. Im Rahmen des Projektes werden Einkommen schaffende Maßnahmen in der Landwirtschaft gefördert und Saatgut sowie Nutztiere verteilt. Zudem wird der Bau von erdrutsch-und erdbebenfesten Bewässerungssystemen unterstützt.

Damit die Bevölkerung besser auf Naturkatastrophen vorbereitet ist und Auswirkungen minimiert werden, wird in den Dörfern zusätzlich ein Vorsorgeprojekt implementiert. Hierbei werden Trainings für Dorfbewohner und Dorfräte angeboten, lokale Strukturen und Frühwarnsysteme gestärkt und Katastrophenreaktionsteams gegründet und ausgebildet, die im Falle einer Naturkatastrophen einsatzfähig sind, um Menschenleben zu retten und die Zerstörung der lokalen Infrastruktur möglichst einzudämmen.

„Das Erdbeben war ein großer Schock für mich und meine Familie. Bis heute versuchen wir uns davon zu erholen“, berichtet Fulmaya Thamang. Die 26-jährige arbeitet als community mobilizer bei unserem Partner SARBODAYA und führt gemeinsam mit Experten der Katastrophenvorsorge Trainings und Aufklärungsworkshops durch. „Es ist wichtig, dass die Bewohner*innen unseres Dorfes lernen, wie sich gemeinsam vor den ständig wiederkehrenden Erdrutschen schützen und im Notfall abgestimmt reagieren können“, so Fulmaya.

"Das war einer meiner glücklichsten Tage"

Zum Abschluss des Projekts haben wir noch einmal mit einigen der Menschen gesprochen, die von dem Projekt unterstützt wurden. Enstanden ist eine etwa 10-minütige Dokumentation, in der die Protagonisten über ihre Erlebnisse und ihre Erfahrungen berichten.

Projektinfo

Projekt Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge nach dem Erdbeben
Partner SARBODAYA, CARDSN
Zielgruppe 8738 betroffene Personen (1571 Haushalte) in zwei Distrikten
Aktivitäten
  • Trainings und Workshops zur Katastrophenvorsorge
  • Einkommen schaffende Maßnahmen
  • landwirtschaftliche Trainings zur Verbesserung der Ernährungssituation
  • Aufbau von Frischwassertanks
  • Unterstützung bei der Errichtung erdbebensicherer Häuser
    Laufzeit 2016-2018
    Budget 200.000 Euro
    Förderer ADH, Spenden, Eigenmittel

    Was Sie auch interessieren könnte

    Frau in den Trümmern, Erdbeben Nepal, Hilfe, Spenden
    SüdasienNepal

    Hilfe nach dem Erdbeben

    Am 25. April erschütterte ein gewaltiges Erdbeben der Stärke 7,8 Nepal. 9000 Menschen sind infolge der Beben ums Leben gekommen. 600 000 Häuser wurden komplett zerstört. AWO International arbeitet seit vielen Jahren eng mit lokalen Nichtregierungsorganisationen zusammen und konnte umgehend Nothilfe leisten.

    Mehr
    Abeitsmigratoin in Nepal
    SüdasienNepal

    Sichere Migration für Frauen in Nepal

    Immer mehr Frauen in Nepal entschließen sich, ihre Heimat zu verlassen, um im Ausland zu arbeiten. Viele migrieren dabei auf informellen Wegen. Damit steigt die Gefahr, Opfer von Menschenhandel zu werden. Prekäre Lebens- und Arbeitsverhältnisse und massive Menschenrechtsverletzungen sind oftmals traurige Realität in den Zielländern. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Pourakhi setzen wir uns für eine sichere Migration ein.

    Mehr
    Inklusive Katastrophenvorsorge in Guatemala
    MittelamerikaGuatemala

    Inklusive Katastrophenvorsorge in Guatemala

    Menschen mit Behinderungen sind besonders gefährdet bei extremen Naturereignissen – insbesondere Kinder und Jugendliche sind den Folgen einer Naturkatastrophe schutzlos ausgeliefert. AWO International unterstützt in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk ACOPEDIS und seinen Mitgliedsorganisationen ein Projekt zur inklusiven Katastrophenvorsorge in Guatemala.

    Mehr
    X

    Cookieeinstellungen

    AWO International e.V. verwendet Cookies, um ein reibungsloses Funktionieren unserer Plattform zu gewährleisten (technisch notwendige Cookies). Darüber hinaus bitten wir um Ihre Zustimmung zur Verwendung von Cookies zu Analysezwecken und Verbesserung der Plattform (statistische Cookies).