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SüdasienNepal

Einsatz gegen Menschenhandel und für sichere Migration

Gemeinsam mit unserem Projektpartner Maiti Nepal bekämpfen wir den Menschenhandel an der indischen und der chinesischen Grenze von Nepal. Zu unseren Maßnahmen gehören die Rettung und Reintegration von Betroffenen, aktive Präventionsarbeit auf lokaler Ebene und die Etablierung von kommunalen und regionalen Strukturen, um den Menschenhandel in Nepal einzudämmen.

Eine Mitarbeiterin von Maiti Nepal informiert am Busbahnhof in Kathmandu über Menschenhandel und sichere Migration. (Foto: Timm Schamberger/Aktion Deutschland Hilft)
Eine Mitarbeiterin von Maiti Nepal informiert am Busbahnhof in Kathmandu über Menschenhandel und sichere Migration. (Foto: Timm Schamberger/Aktion Deutschland Hilft)

Der Menschenhandel in Nepal durchlebte in den letzten Jahren einen radikalen Wandel. Während ursprünglich bestimmte ethnische Gruppen und grenznahe Distrikte häufiger betroffen waren, sind inzwischen alle Distrikte und ethnischen Gruppen in den Fokus der Menschenhändler*innen gerückt. Durch die erleichterte Ein- und Ausreise an der indischen und chinesischen Grenze ist es für die Menschenhändler*innen noch einfacher geworden, Menschen illegal über die Grenzen zu schleusen. Insbesondere Frauen und Kinder sind betroffen, da sie auf bessere Bildungsmöglichkeiten bzw. Arbeitsbedingungen hoffen. Im Verlauf der letzten Jahre findet Menschenhandel aber auch vermehrt im Kontext von Arbeitsmigration zum Beispiel in die Golfstaaten, nach Malaysia oder auch China statt.

Die Menschenhändler*innen kommen zudem meist aus dem direkten Umfeld, so dass die Opfer Vertrauen haben und freiwillig ausreisen. Bisherige Maßnahmen seitens der Regierung, wie die Gründung eines Nationalen Komitees zur Kontrolle des Menschenhandels (National Committee on Controlling Trafficking, NCCHT), sowie des Komittees auf Distrikt- (DCCHT) und Dorfebene (VCCHT), sind in der Umsetzung bisher nicht aktiv vorangetrieben worden. Die Opfer des Menschenhandels sind somit auf die Arbeit von Organisationen wie unserem Projektpartner Maiti angewiesen.

Über 30.000 Frauen und Kinder gerettet

Maiti Nepal wurde 1993 Anuradha Koirala gegründet, um Menschenhandel, Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern und Frauen zu bekämpfen. Seitdem hat Maiti Nepal über 30 000 Frauen und Kinder gerettet und dafür gesorgt, dass 1200 Menschenhändler*innen verurteilt wurden. In zahlreichen Einrichtungen werden Kinder und junge Frauen versorgt und unterstützt. Mitarbeiterinnen informieren in den Dörfern und den Grenzregionen zu Indien und China über Menschenhandel.

AWO International unterstützt Maiti Nepal seit 2014. Das gemeinsame Projekt wird in drei Distrikten Nepals durchgeführt. Der Chitwan Distrikt liegt im Süden Nepals und ist durch seine Grenze zu Indien im Fokus unseres Projektes. Auf Seiten der chinesischen Grenze stehen die Distrikte Rasuwa und Sindhupalchowk im Mittelpunkt unserer Arbeit. Unsere Hilfe kommt insbesondere Frauen und jungen Mädchen zu. In einen Interview erzählt die charismatische Gründerin von Maiti von einer der ersten Rettungen:

Punam war 13, als sie von Menschenhändlern nach Mumbai in ein Bordell verschleppt wurde. Sie blieb vier Jahre und musste schlimmste physische und psychische Folter ertragen. Wir haben sie gerettet und zurück nach Nepal gebracht. Uns ist es gelungen, die Täter zu finden und hinter Gitter zu bringen.

Ein Schwerpunkt unseres Projektes liegt zum einen in der Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen und zum anderen in der Schaffung von Strukturen zur Bekämpfung des Menschenhandels. Dabei finden auf lokaler Ebene verstärkt Aufklärungsmaßnahmen zur Prävention und zur Bekämpfung von Menschenhandel statt. Die von unserem Projektpartner gegründeten „Maiti Nepal Volunteer Groups“ (MNV) und „Community Safety Nets“ (CSN) arbeiten aktiv mit den Regierungsakteuren zusammen. Neben der Sensibilisierung von Vertretern in Politik, Medien und Polizei werden weitere Initiativen zur Bekämpfung des Menschenhandels in Dorfgemeinden sowie Schulen durchgeführt. Eine große Rolle in der Präventionsarbeit spielen die Medien, die durch ihre Berichterstattung die Problematik des grenzüberschreitenden Menschenhandels öffentlich thematisieren und kritisch dem Publikum darstellen können. Durch regelmäßige Treffen innerhalb des aufgebauten Netzwerkes und die stattfindenden Fortbildungen der Mitglieder kann eine koordinierte Zusammenarbeit und ein Informationsaustausch mit hochqualifizierten Akteuren garantiert werden. Weiterhin sind grenzübergreifende Koordination und Rettungsaktionen zwischen Nepal und Indien bzw. China im Kampf gegen den Menschenhandel notwendig.

Ein Schwerpunkt unseres Projektes liegt zum einen in der Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen und zum anderen in der Schaffung von Strukturen zur Bekämpfung des Menschenhandels. Dabei finden auf lokaler Ebene verstärkt Aufklärungsmaßnahmen zur Prävention und zur Bekämpfung von Menschenhandel statt. Die von unserem Projektpartner gegründeten „Maiti Nepal Volunteer Groups“ (MNV) und „Community Safety Nets“ (CSN) arbeiten aktiv mit den Regierungsakteuren zusammen. Neben der Sensibilisierung von Vertretern in Politik, Medien und Polizei werden weitere Initiativen zur Bekämpfung des Menschenhandels in Dorfgemeinden sowie Schulen durchgeführt. Eine große Rolle in der Präventionsarbeit spielen die Medien, die durch ihre Berichterstattung die Problematik des grenzüberschreitenden Menschenhandels öffentlich thematisieren und kritisch dem Publikum darstellen können. Durch regelmäßige Treffen innerhalb des aufgebauten Netzwerkes und die stattfindenden Fortbildungen der Mitglieder kann eine koordinierte Zusammenarbeit und ein Informationsaustausch mit hochqualifizierten Akteuren garantiert werden. Weiterhin sind grenzübergreifende Koordination und Rettungsaktionen zwischen Nepal und Indien bzw. China im Kampf gegen den Menschenhandel notwendig.

Rettung, Erstversorgung und Reintegration

Die Rettung sowie Erstversorgung der Opfer von Menschenhandel ist einer der wichtigsten Bestandteile unserer Arbeit. Dabei wird eng mit lokalen zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammengearbeitet, um (potentielle) Menschenhändler und ihre Opfer zu identifizieren. Weiterhin gibt es zahlreiche Informationszentren, die über Risiken von unsicherer Migration und Menschenhandel aufklären. Die von uns eröffneten grenznahen Beobachtungsstützpunkte dienen dem unmittelbaren Eingreifen im Verdacht auf Menschenhandel.

Unsere Übergangsunterkünfte an der indischen und chinesischen Grenze bieten den Opfern eine vorübergehende Unterkunft und leisten gleichzeitig eine medizinische bzw. psychosoziale Beratung und Betreuung. Eine Rechtsberatung wird den Opfern vor Ort zur Verfügung gestellt, einhergehend mit einer Betreuung während des Gerichtsverfahrens. Nach der Erstversorgung erfolgt die Reintegration der Opfer in deren Familien bzw. Gemeinden. Bei diesem Prozess spielt das von uns gegründete CSN (Community Safety Net) eine Schlüsselfunktion, indem es die Opfer, Familien als auch die Gemeindemitglieder auf lokaler Ebene weiterbetreut. Eine erfolgreiche Reintegration bedeutet nicht nur die Zurückführung der Opfer in ihre Familien und Gemeinden, sondern auch die Befähigung und Förderung der sozioökonomischen Eigenständigkeit der Opfer und die soziale Integration frei von Diskriminierung. Hierfür stärken wir die Alltagskompetenz der Opfer und unterstützen sie bei Entscheidungen in der weiteren Lebensplanung. Eng verknüpft mit dem Thema Menschenhandel sind die Themen Arbeitsmigration und sexuell übertragbare Krankheiten, die wir ebenfalls bei der Umsetzung in unserem Projekt mit berücksichtigen.

Projektinfo

Projekt Einsatz gegen Menschenhandel und für sichere Migration
Ort/Region Distrikte Chitwan, Sindhupalchowk und Rasuwa, Nepal
Partner Maiti Nepal
Zielgruppe Von Menschenhandel betroffende Frauen und junge Mädchen
Aktivitäten
  • Förderung von sicherer Arbeitsmigration und Prävention von Menschenhandel
  • Rettung und Erstversorgung von Betroffenen des Menschenhandels
  • Verbesserung der sozioökonomischen Situation von (potentiellen) Betroffenen des Menschenhandels durch Einkommen schaffende Maßnahmen
  • Lobby- und Advocacyarbeit
Laufzeit 2017-2019
Budget 80.300 Euro p.a.
Förderer BMZ

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