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SüdasienIndien

Gemüseanbau in Frauenkooperativen

Die Lebensumstände und die Ernährungssituation im armen Bundesstaat Odisha sind prekär. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Madhyam fördern wir den Gemüseanbau in Frauenkooperativen und sorgen damit für Nahrungssicherheit und eine substantielle Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen.

Frau in einer Gemüsekooperative in Indien
Die gezielte Förderung von Gemüseanbau in Frauenkooperativen schafft Ernährungssicherheit.

Der Bundesstaat Odisha im Osten Indiens ist der zweitärmste des Landes. Die Lebensumstände sind alarmierend: kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser, eine hohe Kindersterblichkeitsrate, nur geringe Alphabetisierung und weit verbreitete Gewalt gegen Frauen. Selbst im indischen Kontext schneidet der Bundesstaat schlecht ab. Die Lebensbedingungen werden zudem durch zahlreiche Naturkatastrophen wie Dürren, Überflutungen und Erosionen erschwert. Unsere Projektdistrikte Khurda, Kalahandi und Malkangiri sind hiervon besonders betroffen. Die prekären Verhältnisse in der der Region führen dazu, dass die junge Bevölkerung in die umliegenden Städte abwandert. Die Binnenmigration in die urbanen Zentren ist zu einer Art Überlebensstrategie für viele Menschen geworden. Allerdings führt dies nur selten zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen.

Für Frauen und Kinder ist die Situation besonders schwierig. Um ihre Familien zu unterstützen und eine Ernährungsgrundlage zu schaffen, brechen viele Kinder in den betroffenen Regionen die Schule ab. Frauen arbeiten meist als unqualifizierte Arbeiterinnen im informellen und primären Sektor, da ihnen der Zugang zu Bildung verwehrt wird. Zudem gehört Diskriminierung und Erniedrigung zum Alltag vieler Frauen in Odisha: 2 von 7 Frauen haben nach offiziellen Angaben häusliche Gewalt in ihrer Ehe erlebt. Die geschlechterbasierte Gewalt ist innerhalb der beiden letzten Jahrzehnte um 139 Prozent gestiegen.

Ernährungssicherung und gesellschaftliche Teilhabe

Seit 2009 führen wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Madhyam Foundation ein Programm zur Verbesserung der Ernährungssituation in der Region durch. Wir fördern den Gemüseanbau in Frauenkooperativen und sorgen damit für Nahrungssicherheit und eine substantielle Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen. Madhyam vermittelt den Frauen neue Anbaumethoden, um die Lebensbedingungen langfristig zu verbessern und gleichzeitig das Armutsniveau zu senken. Zudem verhelfen geschulte Berater*innen den Frauen bei der Vermittlung von Pachtland, was die Grundlage für eine erfolgreiche Bildung von Gemüsekooperativen darstellt. Durch die Ernten werden eine sichere Nahrungsgrundlage sowie ein sicheres Einkommen für die Frauen geschaffen. Die Zusammenarbeit in Kooperativen stärkt die Frauen und erleichtert den Austausch mit staatlichen Akteuren. Dies ist von besonderer Wichtigkeit, da in diesem Rahmen die Probleme der Betroffenen diskutiert werden können um anschließend gemeinsam Lösungen zu finden.

Die langjährige Partnerschaft von AWO International und Madhyam hat dazu beigetragen, dass der Gemüseanbau als eine alternative Einkommen schaffende Maßnahme in der Region anerkannt wird. Die Landesregierung setzt dies inzwischen auch in anderen Teilen Indiens als Instrument zur Armutsbekämpfung ein. Im Rahmen der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnte dieser innovative Ansatz 2015 auf weitere Distrikte erweitert werden.

Projektinfo

Projekt Gemüseanbau in Frauenkooperativen:Emanzipation und Ernährungssicherheit
Ort/Region Die Distrikte Khurda, Kalahandi, Malkangiri im Bundesstaat Odisha
Partner Madhyam Foundation
Zielgruppe Landlose Frauen und Kleinbäuerinnen aus ländlichen Gebieten
Aktivitäten
  • Einkommen schaffende Maßnahmen in der Landwirtschaft
  • Vernetzung von zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren
  • Lobby- und Advocacyarbeit
  • Etablierung von Sozialstrukturen zur  Verbesserung der Lebensbedingungen von Kleinbäuerinnen
  • Förderung organischer Landwirtschaft
Laufzeit 2017-2019
Budget 88.100 Euro p.a.
Förderer BMZ

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