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SüdasienBangladesch

„Langsam können wir wieder nach vorne schauen“

Nothilfe für die Flutbetroffenen in den Rohingya-Flüchtlingslagern in Bangladesch

Am 27. Juli 2021 führten starke Regenfälle in Bangladesch zu Sturzfluten, Überschwemmungen und Erdrutschen in den Rohingya-Flüchtlingslagern und den umliegenden Dörfern im Distrikt Cox’s Bazar. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen vor Ort unterstützten wir die am stärksten betroffenen Menschen durch Hilfsgüter und die Verteilung von Bargeld.

Frauen erhalten Bargeldunterstützungen nach der Flut (Foto: AWO International/ GUK)

Die Überschwemmungen zerstörten über 6.000 Unterkünfte, Lebensmittelverteilungsstellen und Gesundheitseinrichtungen sowie tausende Sanitäranlagen. Mehr als 64.000 Geflüchtete waren betroffen. 24.000 Menschen wurden obdachlos und verloren ihr Hab und Gut. Durch die Verunreinigung der Wasserstellen stieg das Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten um ein Vielfaches.

Unsere lokale Partnerorganisation „Gana Unnayan Kendra“, kurz GUK, ist bereits seit einigen Jahren im Flüchtlingscamp aktiv. Die Projektmitarbeiter*innen verfügen über enge Kontakte zu den Behörden und Koordinationsstellen der Camps. Gemeinsam mit „Solidar Suisse“ wurden unmittelbar nach der Katastrophe die am stärksten betroffenen Familien mittels eines „Assessments“ identifiziert.

Die Familien benötigen schnelle Unterstützung

Schnell wurde das Nothilfe-Projekt ins Leben gerufen: Insgesamt 2.980 Menschen haben Bargeldunterstützung sowie essentielle Güter wie zum Beispiel Kleidung, Sandalen, Kochutensilien, Moskitonetze und Menstruationsartikel erhalten. Haushalte, die durch die Überschwemmungen Familienmitglieder und ihre Unterkunft verloren hatten sowie extrem arme Familien wurden bei der Verteilung priorisiert – ebenso auch gefährdete Gruppen wie alleinerziehende Frauen und behinderte, kranke oder ältere Menschen.

"Langsam können wir wieder nach vorne schauen"

Durch die Bargeldunterstützung wurden 300 Familien wieder in die Lage versetzt, alltägliche Dinge zu kaufen und andere wichtige Kosten zu begleichen – vor allem für den Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten, aber auch für die Bezahlung von Arztrechnungen sowie für die Rückzahlung von Krediten. Jede Familie hat als Bargeldunterstützung 3600 Bangladeshi Taka (ca 39 Euro) erhalten. „Das Geld hilft mir dabei, die Schäden an meinem Haus zu reparieren“, berichtete eine junge Frau. „Langsam können wir wieder nach vorne schauen“. Weitere 200 stark betroffene Haushalte wurden mit notwendigen Utensilien versorgt, die während der Katastrophe beschädigt wurden oder verloren gegangen sind. Mit diesen verschiedenen Ansätzen und Maßnahmen konnte das Projekt zeitnah und angemessen auf die unmittelbaren Bedürfnisse der betroffenen Familien reagieren.

Projektinfo

Projekt Hilfe für geflüchtete Rohingya in Bangladesch
Ort/Region Hnilla Union und Teknaf, Cox´s Bazar
Partner Gana Unnayan Kendra (GUK) / Solidar Suisse
Zielgruppe 2.980 Personen aus insgesamt 500 Haushalten
Aktivitäten
  • Bedingungslose Bargeldzahlungen an 300 Haushalte über das Geldtransfer-System „bKash“
  • Verteilung von essentiellen Gütern (Klamotten, Sandalen, Moskitonetzen, Kochtöpfe und -Löffel, Eimer und Menstruationsartikel) an 200 Haushalte
Laufzeit August 2021 - Oktober 2021
Budget 24.189 Euro (davon 20.000 EUR von ADH/AWO International)
Förderer Aktion Deutschland Hilft

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