Südasien • Bangladesch

Hilfe für geflüchtete Rohingya in Bangladesch

Hunderttausende Rohingya sind seit August 2017 vor Gewalt und Verfolgung aus ihrer Heimat Myanmar in das benachbarte Bangladesch geflohen. Die Flüchtlingscamps sind vollkommen überfüllt, die sanitäre und hygienische Situation ist katastrophal. AWO International versorgt 5.000 Menschen mit sicheren Unterkünften, Kleidung und Hygieneartikeln. Zusätzlich werden Toiletten und Brunnen gebaut.

In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt AWO International geflüchtete Rohingya. Sie erhalten sichere Unterkünfte, Kleidung und Hygieneartikel. (Foto: AJGHANI/ AWO International)In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt AWO International geflüchtete Rohingya. Sie erhalten sichere Unterkünfte, Kleidung und Hygieneartikel. (Foto: AJGHANI/ AWO International)

Seit Generationen leben etwa eine Million muslimische Rohingya in Myanmar. Dennoch werden sie seit Jahrzehnten diskriminiert, das Recht auf eine Staatsbürgerschaft wurden ihnen 1982 aberkannt. Im August 2017 eskaliert die Gewalt, hunderttausende Menschen flüchten in das benachbarte Bangladesch. Die meisten kommen im Grenzdistrikt Cox`s Bazar an, der bereits zuvor von extremer Armut und durch Naturkatastrophen gezeichnet war. Es sind vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen, die Schutz suchen. Sie kommen in komplett überfüllten Flüchtlingslagern an. Unzählige haben kein Dach über dem Kopf, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, leiden an Hunger und sind traumatisiert.

Schnelle Hilfe für 5.000 Geflüchtete

AWO International hat umgehend reagiert und Mittel aus dem Nothilfefonds für Soforthilfemaßnahmen freigegeben. Ein AWO-Team ist vor Ort, um gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen die hilfebedürftigen Rohingya zu unterstützen. In einem ersten Hilfsprojekt werden 1.000 Haushalte (etwa 5.000 Personen) im Flüchtlingscamp Myonarghonna mit dem Nötigsten versorgt. Das Camp ist eine Erweiterung des Balukhali Camps, das ursprünglich als Übergangsquartier gedacht war, aber nun auf längere Sicht erhalten bleibt.

Die Geflüchteten erhalten Materialien wie zum Beispiel Bambus, Zeltplanen und Seile, um provisorische und sichere Unterkünfte bauen zu können. Auch Decken, Matratzen und Kleidung werden verteilt, damit die Menschen über den Winter kommen. Zusätzlich zu den Baumaterialien und der winterfesten Ausstattung mit Decken, Matratzen und Kleidung versorgen wir 275 Haushalte mit Hygiene-Kits und Kochgeschirr und stellen die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Toiletten für mehr als 500 Haushalte sicher. Dafür wurden 7 Tiefbrunnen angelegt, die Wasser aus über 200 Meter Tiefe pumpen. „Das ist wichtig, um Krankheiten und Seuchen vorzubeugen, denn die hygienische und sanitäre Lage vor Ort bleibt weiterhin katastrophal“, sagt Mukund Singh, der als Nothilfekoordinator von AWO International vor Ort ist. Darüber hinaus unterstützt unser lokales Team die Menschen mit Maßnahmen zur Basishygiene, Gesundheitsförderung und Abfallbeseitigung.  

Bedarf an humanitärer Hilfe weiterhin enorm

Nach Angaben der Regierung von Bangladesch leben inzwischen 823.000 Rohingya in 20 Flüchtlingslagern. Viele Menschen sind schwer traumatisiert von der Gewalt und der Flucht. Schätzungsweise 65.000 unbegleitete Minderjährige und zehntausende schwangere Frauen (auch in Folge der Vergewaltigungen in Myanmar), viele von ihnen Witwen, leben in den Camps.

„Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist weiterhin enorm“, berichtet unser Kollege Felix Neuhaus, der im Dezember die Flüchtlingslager besucht hat. „Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen leistet unser Team ganze Arbeit, um möglichst viele bedürftige Menschen zu erreichen. Dabei koordinieren wir die Hilfe mit staatlichen Institutionen, den Vereinten Nationen und mit anderen nationalen und internationalen Hilfsorganisationen“, so Neuhaus.

Was die Zukunft für die geflüchteten Rohingya bringt, ist ungewiss. Die Regierungen von Bangladesch und Myanmar haben zwar eine Vereinbarung unterzeichnet, laut der die Geflüchteten wieder zurückkehren sollen. Viele fragen sich aber, wohin sie zurückkehren sollen: Ihre Dörfer und Felder sind zerstört, zudem haben sie schlicht Angst nach den traumatischen Erfahrungen, die sie gemacht haben. Die Camps – da sind sich die Experten einig – werden noch einige Jahre bestehen bleiben.

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende!

Projektinfo

ProjektHilfe für geflüchtete Rohingya in Bangladesch
Ort/Region

Flüchtlingscamp Moynarghona/ Balukhali, Cox´s Bazar

PartnerAgrajattra
Zielgruppe

5.000 geflüchtete Rohingya

Aktivitäten
  • Materialien und Unterstützung beim Bau von sicheren und stabilen Notunterkünften
  • Verteilung von Hygiene-Kits und Kochgeschirr
  • Verteilung von winterfesten Matratzen, Decken, Kleidung
  • Bau von Toiletten und sanitären Anlagen
  • Bau von Brunnen für sauberes Trinkwasser
  • Maßnahmen zur Basishygiene, Gesundheitsförderung und Abfallbeseitigung
Laufzeit1.11.2017-31.01.2018
Budget103.000 Euro
FördererSpenden, Solidar Suisse, AWO-Eigenmittel

Was Sie auch interessieren könnte