Mittelamerika • Nicaragua

Jugendarbeit in Armensiedlungen von Managua

Das Umfeld in den Armensiedlungen von Managua ist geprägt von Gewalt. Insbesondere für Jugendliche gibt es kaum Orte, wo sie ihre Freizeit verbringen können. Unsere Partnerorganisation CANTERA fördert Jugendliche und Jugendorganisationen, stärkt ihre Rechte und engagiert sich in der Gewaltprävention.

Unsere Partnerorganisation CANTERA bietet Jugendlichen verschiedene Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel Theater, Musik, Kunst und Sportveranstaltungen an.Unsere Partnerorganisation CANTERA bietet Jugendlichen verschiedene Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel Theater, Musik, Kunst und Sportveranstaltungen an. (Foto: AWO International)

„Das Kommunikationszentrum von CANTERA ist zunächst ein Zufluchtsort für Jugendliche vor häuslicher Gewalt. Hier erfahren sie Schutz. Zudem bietet das Zentrum den Jugendlichen ein Freizeitangebot, welches von Kunst, Theater und Musik bis hin zu Sportveranstaltungen reicht. Hier können sich die Jugendlichen ausprobieren und sich gleichzeitig weiterbilden“, berichtet Karin Eder, Leiterin des AWO-International-Regionalbüros Mittelamerika. Seit 2013 unterstützt AWO International die nicaraguanische Nichtregierungsorganisation CANTERA bei einem Förderprogramm für Jugendliche in vier städtischen Armensiedlungen von Managua.

Zufluchtsort und Weiterbildungsstätte

In Workshops zu politischer Bildung und zur Steigerung des eigenen Selbstwertgefühls wird das Selbstbewusstsein der Jugendlichen gestärkt. Sie werden als Multiplikator*innen für Jugendfragen ausgebildet. Als selbstständige und kritisch denkende Bürger*innen sollen sie aktiv an der Gesellschaft teilhaben. Als Reaktion auf die Gewaltsituation bietet CANTERA Maßnahmen zur Gewaltprävention an und arbeitet dabei eng mit den Gemeinderegierungen, den Jugendkommissionen, Schulen und der Polizei zusammen, die offen für neue Methoden der Jugendgewaltprävention ist. Es werden Dialogforen zwischen Jugendorganisationen, Basisorganisationen und öffentlichen Instanzen geschaffen, um Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und Jugendgewaltprävention in den Blick zu nehmen und entsprechende Maßnahmen in den Bezirken mittelfristig umzusetzen.

Zudem stärkt CANTERA vier Jugendorganisationen und das Jugendnetzwerk Red ProJoven mit 300 Mitgliedern. Jede Organisation hat 20 ausgebildete Jugendvertreter*innen, die sich ihre Aufgabenbereiche aufteilen: Medienarbeit, Advocacy und pädagogische Arbeit mit Jugendliche zu den Themen Gewaltprävention, sexueller Gewalt, Sexualrechte und Friedenskultur auf Gemeindeebene.

Individuelle Lebenspläne gegen die Perspektivlosigkeit

Neben der Gewaltsituation ist es insbesondere die Perspektivlosigkeit, die viele Jugendliche in den Armensiedlungen beschäftigt. Der Blick in die Zukunft erfüllt viele mit Hoffnungslosigkeit. Gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitet CANTERA individuelle Lebenspläne, um ihre Zukunftschancen zu verbessern. Bevor es aber um die eigene Zukunft geht, wird die Vergangenheit aufgearbeitet, denn viele Jugendliche tragen bereits seit jungen Jahren eine schwere Last mit sich: Der Großteil von ihnen hat (häusliche) Gewalterfahrungen gemacht. Viele von ihnen sind in zerrütteten Familienverhältnissen groß geworden und kennen nicht einmal ihren eigenen Vater.

CANTERA zeigt den Jugendlichen Perspektiven auf, wie sie ihre Zukunft gestalten können. Die Jugendlichen setzen sich dabei ganz individuelle Ziele: Einige haben vor, erst einmal die Schule zu beenden, wieder andere träumen von der finanziellen Unabhängigkeit, beispielsweise wollen sie sich als Handyreparateur selbstständig machen. Da die Jugendlichen in den meisten Fällen nicht auf den Rückhalt ihrer Familien zählen können, unterstützt der Projektpartner sie bei ihren Vorhaben und begleitet sie damit bei ihrem nächsten Schritt - in eine bessere Zukunft.

Projektinfo

ProjektJugendarbeit in den Armensiedlungen von Managua
Ort/Region

Städtische Armensiedlungen von Managua, Jorge Dimitrov und San Judas, sowie zwei Gemeinden des Gemeindebezirkes Managua, Ciudad Sandino und Mateare, Nicaragua.

PartnerCANTERA (Centro de Comunicación y Educación Popular - Kommunikationszentrum und Pädagogik der Unterdrückten)
Zielgruppe

180 Jugendliche der vier Jugendorganisationen, 600 Erwachsene (Bewohner der Gemeinden), 100 Familien, welche Fortbildungen zur gewaltfreien Kommunikation erhalten

Aktivitäten
  • Weiterbildung von Jugendlichen als Multiplikator*innen
  • Verminderung häuslicher Gewalt durch pädagogische und psychosoziale Familienarbeit mit Genderperspektive
  • Förderung von individuellen Lebensplänen von Jugendlichen durch Fortbildungsprogramme
  • Organisationentwicklung von Jugendorganisationen
Laufzeit2016-2018
Budget50.000 Euro p.a.
FördererBMZ

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