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Stärkung indigener Gemeinden und Anpassungen an den Klimawandel in Guatemala

Gemeinsam mit der Partnerorganisation Utz Ché machen wir uns in Guatemala im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft und Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel stark. Denn aufgrund zahlreicher Faktoren stehen die indigenen Gemeinden in der Projektregionen Baja Verapaz, Zacapa und Jalapa in Guatemala vor erheblichen Herausforderungen in Bezug auf ihre Lebensgrundlage und sind oftmals von Armut betroffen. Auch die sich ändernden klimatischen Verhältnisse und die damit verbundenen Folgen für die Nahrungsmittelversorgung und das Einkommen der Einwohner*innen prägen den Lebensalltag der Menschen.

Eine Gruppe Frauen steht vor einem Haus. Vor ihnen sind Schüsseln mit frischem Gemüse zu sehen.
Die partizipierenden Gemeinden lernen, ihre natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen und Ernteerträge zu steigern.

Die meisten Familien in der Region sind stark von der landwirtschaftlichen Produktion als Lebensgrundlage abhängig. Die Projektgemeinden liegen im sogenannten Trockenkorridor Guatemalas und sind in Bezug auf die Ernährungssicherheit besonders gefährdet. Der Klimawandel hat in den letzten Jahren zu häufigeren und längeren Trockenperioden und unregelmäßigen Regenzeiten geführt. Dies führt zu Ertragseinbußen in der Landwirtschaft durch unzureichende Niederschläge und anhaltende Hitzewellen. Zusätzlich belasten zeitweise tropische Tiefdruckgebiete (z.B. ETA und IOTA im Jahr 2020) die Region. Diese verursachen starke Winde, übermäßige Regenfälle, Erdrutsche und Überschwemmungen, die die Lebensgrundlagen der Menschen und ihre Einkommensmöglichkeiten in der Landwirtschaft zeitweise zusätzlich bedrohen. Diese Probleme werden durch den fortschreitenden Klimawandel noch verstärkt.

Anpassungen an den Klimawandel und verbesserte Lebensgrundlagen

Die Verbesserung der Ernährungssicherheit, die Stärkung der Familienwirtschaft und die finanzielle Eigenständigkeit der Frauen sind zentrale Ziele unseres Projektes. Wir setzen auf den Farmer-to-Farmer-Ansatz, der Männer und Frauen gleichermaßen einbezieht. Dazu gehören Schulungen zur Diversifizierung des Anbaus, zum Schutz und Erhalt des Bodens und zur Erweiterung der Einkommensquellen.

Darüber hinaus fördern wir Gemeinschaftsgärten und die Verwendung von organischem Dünger zur Herstellung von Bioprodukten in den Gemeinden. Das erworbene Wissen wird innerhalb der Gemeinschaft geteilt und erweitert, wodurch ein Netzwerk für agrarökologische Praktiken entsteht und die Abkehr von der konventionellen Landwirtschaft unterstützt wird. Frauen erlangen finanzielle Unabhängigkeit durch den Verkauf von Produkten und die Verwaltung kollektiver Spargruppen.

Unsere Sensibilisierungsprogramme zu gesunder Ernährung und verantwortungsvollem Konsumverhalten kommen insbesondere schwangeren Frauen und Schulkindern zugute. Darüber hinaus stärken wir den Einfluss der Frauen durch weitere Initiativen. Auch die Führungskräfte und Vorstandsmitglieder des Netzwerkes sind engagiert und aktiv an der Umsetzung unseres Projektes beteiligt.

Gesunde Ernährung und Umweltschutz

Durch integratives Risikomanagement werden Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels und besser auf Katastrophen vorbereitet. Dies beinhaltet die Umsetzung von gemeindebasierten Aktionsplänen zur Katastrophenvorsorge, die auf integriertem Risikomanagement basieren und geschlechtersensible Ansätze sowie die Stärkung der Gemeindeautonomie berücksichtigen.

Am Ende des Projekts werden die Gemeinden in der Lage sein, ihre Gebiete eigenständig zu verwalten, natürliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen, Verwundbarkeiten gegenüber Klimarisiken zu erkennen, Frauen aktiv zu beteiligen und Katastrophenrisiken effektiv zu managen. Dazu gehören Schulungen in integriertem Risikomanagement und der Einsatz von Planungsinstrumenten.

Darüber hinaus setzen wir Maßnahmen zum Schutz von Wäldern und natürlichen Ressourcen um. Dabei organisieren die Gemeinden aktive Gruppen, die Wasserquellen überwachen, Feuerpatrouillen durchführen und ihr eigenes Gemeindeland beobachten.

 

Projektinfo

Projekt Anpassung an den Klimawandel und Stärkung der Lebensgrundlagen für Familien im Trockenkorridor von Guatemala
Ort/Region Baja Verapaz, Zacapa und Jalapa in Guatemala
Partner Utz Ché (Verband der kommunalen Forstwirtschaft Guatemala)
Zielgruppe 1.415 Personen, überwiegend Indigene (Maya, Achi und Poq’omam)
Aktivitäten
  • Ausbildungen in agrarökologischer Landwirtschaft und Schulungen bezüglich der Diversifizierung landwirtschaftlicher Nutzpflanzen, des Schutzes und der Erhaltung der Böden
  • Diversifizierung der Einkommensquellen
  • Familien- und Gemeinschaftsgärten
  • Netzwerk für agrarökologische Praktiken
  • Verkauf von Produkten und Verwaltung kollektiver Spargruppen
  • Einführung eines integrativen Risikomanagements
  • geschlechtersensible Ansätze und Stärkung der Gemeindeautonomie
  • Maßnahmen zum Schutz der Wälder und natürlicher Ressourcen
Laufzeit September 2023- Dezember 2025
Budget 320.000 Euro
Förderer Aktion Deutschland Hilft (ADH), WDR-Weihnachtskampagne 2022
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