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25. Januar 2018

„Wir können unsere Familien wieder selbst mit Nahrungsmitteln versorgen.“

Die Frauenkooperative Kushabhadra in Odisha verbessert die prekäre Ernährungssituation und stärkt die Rechte der Frauen.

Rajashree Kanhar, Vorsitzende der Frauenkooperative Kushabhadra in Odisha , berichtet von den Erfolgen und Errungenschaften der bisherigen Arbeit. (Foto: AWO International)
Rajashree Kanhar, Vorsitzende der Frauenkooperative Kushabhadra in Odisha , berichtet von den Erfolgen und Errungenschaften der bisherigen Arbeit. (Foto: AWO International)

„Wir haben unsere Frauenkooperative vor etwa einem Jahr im Februar 2017 gegründet“, berichtet Rajashree Kanhar. Sie ist die Vorsitzende der Frauenkooperative Kushabhadra in Odisha, der sich inzwischen 30 Frauen angeschlossen haben. Alle 30 haben sich heute zu einem Treffen zusammengefunden, um gemeinsam die Leistungen und Errungenschaften der vergangenen Monate Revue passieren zu lassen.

Die Startbedingungen für die Frauen waren alles andere als einfach: Durch den Klimawandel trockneten ihre Felder immer weiter aus, wodurch es zu erheblichen Ernteeinbußen kam. Viele ihrer Männer und Söhne verließen daher die Region, um in den Städten nach Arbeit zu suchen. Die Frauen blieben zurück und waren im täglichen Kampf gegen Nahrungsknappheit auf sich allein gestellt. „Mit Unterstützung von AWO International und der Madhyam haben wir uns organisiert und die Kooperative gegründet. Wir haben in Schulungen gelernt, wie wir unsere Felder durch neue Anbautechniken besser bestellen können“, sagt Rajashree Kanhar. Mit den neuen Anbau- und Bewässerungsmethoden können sich die Familien inzwischen selber versorgen.

Neue Anbau- und Bewässerungsmethoden für mehr Ernährungssicherheit

„Früher habe ich in der Regenzeit Reis auf unserem Feld angebaut. Den Rest des Jahres habe ich als Lohnarbeiterin gearbeitet. Das war schwierig. In den letzten Jahren wurde es immer schwieriger Reis anzubauen, weil die Felder trocken wurden“, so Rajashree. Sie musste die Arbeit auf dem Feld aufgeben, was für sie persönlich zu erheblichen Einbußen führte. Eine Zeit lang konnte sie ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken, da das Geld für die Schuluniform und Lernmaterialien fehlte.

Erleichterung kam erst auf, nachdem ihr Dorf mit einem neuen System zur Wasserversorgung ausgestattet wurde. Durch die neue Bewässerungsmethode hat nun jedes Haus genügend Zugang zu Wasser, um die Felder ausreichend zu versorgen. Zusätzlich wurden in den Gärten der Familien weitere Gemüse- und Obstsorten zur Eigenversorgung gepflanzt. Rajashree hat in ihrem eigenen Garten Papaya, Drumsticks, Chili und Tomaten angebaut. Sie berichtet, dass ihre Kinder die neue Abwechslung bei den täglichen Mahlzeiten sehr genießen und auch die anderen Frauen bestätigen, dass sich die neue, abwechslungsreiche Ernährung positiv auf ihre Gesundheit ausgewirkt hat. Zusätzlich verkaufen die Frauen das Obst und Gemüse, welches sie nicht selber verwenden, um die Haushaltskasse zusätzlich aufzustocken. Viele Frauen konnten ihre Einkommen aus der regulären Feldarbeit durch das neue Bewässerungssystem verdoppeln, teilweise sogar verdreifachen. „Das ist für uns ein großer Schritt, dass wir unsere Familien wieder selbst versorgen können“, sagt Rajashree.

70 Prozent der Frauen fühlen sich bereits gestärkt

Neben der Verbesserung der Ernährungssituation nimmt sich das Projekt auch der gesellschaftlichen Problematik geschlechterbasierter Gewalt an: Viele Frauen in Odisha leiden stark unter dem patriarchalen System. Häusliche Gewalt gehört für viele zum Alltag, oftmals sind sie ihren eigenen Männern schutzlos unterworfen.

Deshalb hat sich die Kooperative von Rajashree in einer Theatergruppe zusammengefunden, um auf diese schwierige Situation für Frauen aufmerksam zu machen. „In den Auftritten in unserem und auch in den umliegenden Dörfern geht es um unsere Rechte als Frauen und dass Gewalt gegen Frauen nicht akzeptiert werden darf“, so Rajashree.

Das Engagement der Kooperative zahlt sich aus: 70 Prozent der Frauen in den Projekten von Madhyam Foundation berichten, dass sie sich seit Beginn der Initiative schon sehr viel selbstbewusster fühlen und sich nun auch trauen gegenüber ihrer Männer und Schwiegereltern ihre Meinung zu äußern. Darüber hinaus geben sogar 83 Prozent an, dass die Gewalt gegen sie als Frauen abgenommen hat und sie nun in ihren Heimatdörfern stärker respektiert werden. Mehr Informationen zum Projekt

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