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24. April 2018

3 Jahre nach dem Erdbeben in Nepal

Auch nach 3 Jahren sind die Folgen des Erdbebens für viele Nepales*innen täglich sichtbar. Zerstörte Häuser und in sich zusammengefallene Tempel prägen nach wie vor das Landschaftsbild. Viele Familien leben noch immer in provisorischen Unterkünften. Trotz der Zusagen der Regierung, geht der Wiederaufbau nur sehr schleppend voran. 9000 Menschen sind 2015 durch das schwere Erdbeben ums Leben gekommen.

Mit einem Trainingsprogramm unterstützen wir Menschen bei Wiederaufbau. In den Kursen lernen die Teilnehmer*innen, wie Häuser erdbebensicher gebaut werden. (Foto: AWO International)
Mit einem Trainingsprogramm unterstützen wir Menschen bei Wiederaufbau. In den Kursen lernen die Teilnehmer*innen, wie Häuser erdbebensicher gebaut werden. (Foto: AWO International)

Als 25. April 2015 um 11:56 Uhr das Erdbeben Nepal erschütterte, war der 39-jährige Luk Bahadur Tamang weit weg von seiner Familie. Als Arbeitsmigrant war er vier Jahre lang in Malaysia und ein Jahr in Dubai bei einer Baufirma beschäftigt. Glücklich war er nicht, aber er sah keine andere Möglichkeit seine Familie zu ernähren. Als er über die Katastrophe erfuhr, machte er sich umgehend auf den Weg nach Hause. Sein Dorf liegt im Distrikt Nuwakot nördlich von der Hauptstadt Kathmandu und wurde schwer beschädigt. Seine Frau und seine 3 Kinder überlebten. In unseren Projektregionen Kimtang und Bungtang wurden mehr als 1400 Häuser zerstört sowie viele öffentliche Gebäude, Gesundheitsstationen und die elektrische Versorgung beschädigt. Noch immer ist der Zugang in der Region nur schwer möglich.

Ich bin sehr glücklich, dass ich an den Trainings teilgenommen habe. Es ist eine große Chance für unser Dorf.

Luk Bahadur beschloss, in Nepal bei seiner Familie zu bleiben und einen Beitrag beim Wiederaufbau seiner Gemeinde zu leisten. Er nahm an einem Trainingsprogramm teil, das AWO International im Rahmen eines großangelegten Katastrophenvorsorgeprojektes gemeinsam mit zwei nepalesischen Partnerorganisationen in der Gemeinde anbot. Luk Bahadur war schon einige Jahre auf dem Bau tätig. In den Kursen lernte er nun, wie Häuser erdbebensicher gebaut werden. „Ich bin sehr glücklich, dass ich an den Trainings teilgenommen habe. Es ist eine große Chance für unser Dorf. Und auch für mich hat sich die Situation verbessert“, sagt Luk Bahadur. Wie auch viele andere Teilnehmer*innen ist er aktiv am Wiederaufbau seiner Gemeinde beteiligt.

Einkommen, Katastrophenvorsorge und Schutz vor Menschenhandel

Zusätzlich unterstützen wir die betroffenen Familien mit Einkommen schaffenden Maßnahmen. „Die Region ist landwirtschaftlich sehr fruchtbar, deswegen verteilen wir Saatgut und bieten Schulungen zum Anbau an. In diesem Jahr hat zum Beispiel der Anbau von Kiwis begonnen. Die Nachfrage ist hoch und damit lassen sich gute Marktpreise erzielen. Außerdem verteilen wir Nutztiere wie zum Beispiel Hühner. Durch die Aufzucht und den Verkauf der Eier können die Familien ihr eigenes kleines Geschäft starten und durch diese Erträge ihre Existenz absichern“, berichtet Manuel Palz, Büroleiter in Nepal.

Forscher*innen warnen bereits vor dem nächsten Beben, das sich bereits in den kommenden Jahren ereignen könnte. Umso wichtiger ist neben dem Wiederaufbau auch die Katastrophenvorsorge. 2015 wussten viele Nepales*innen nicht, wie sie sich in solch einer Situation verhalten müssen. Gerade Kinder waren und sind besonders gefährdet, berichtet eine Mitarbeiterin unserer Partnerorganisation Sabordaya. Vor allem die Jüngsten müssen daher schon in der Schule auf Gefahren und mögliche Schutzmaßnahmen aufmerksam gemacht werden. Durch Unterrichtseinheiten und Gruppenaktivitäten in der Schule werden die Schüler*innen nun auf mögliche Risiken vorbereitet, sodass sie sich im Ernstfall schneller und besser schützen können.

Schon vor dem Erdbeben versuchten viele Nepales*innen der Armut zu entfliehen und machten sich auf dem Weg ins Ausland, um Arbeit zu finden. Nach dem Beben hat sich die Anzahl nochmal erhöht, denn viele Menschen verloren ihr Hab und Gut. Dabei geraten viele von ihnen in die Hände von Schleppern und Menschenhändlern, die die Situation der Menschen ausnutzen. Deswegen leisten wir in weiteren Hilfsprojekten Aufklärungsarbeit zu den Themen Menschenhandel und irreguläre Arbeitsmigration.

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