25. März 2020

„Eine extreme Herausforderung für die internationale Humanitäre Hilfe!“

Corona betrifft uns alle, nur nicht jede*n im gleichen Ausmaß. Denn was, wenn es keine Möglichkeiten gibt sich die Hände zu waschen oder in ein sicheres Zuhause zu fliehen? Wir unterstützen mit Hygienemaßnahmen und weitreichenden Aufklärungskampagnen.

Wir helfen in unseren Projektländern mit der Verteilung von Hygienepaketen und Aufklärungskampagnen (Foto: AWO International)Wir helfen in unseren Projektländern mit der Verteilung von Hygienepaketen und Aufklärungskampagnen (Foto: AWO International)

Die durch das Virus ausgelöste Atemwegserkrankung COVID-19 versetzt uns weltweit in Angst und Unsicherheit. Seit dem 11. März spricht die WHO offiziell von einer Pandemie – also von einer länder- und Kontinente übergreifenden Ausbreitung des Coronavirus (offiziell SARS-CoV-2).

Was, wenn man sich nicht schützen kann?

Um uns selbst und andere zu schützen, sollen wir mindestens 1,5 Meter Abstand zu unseren Mitmenschen halten und uns regelmäßig 30 Sekunden die Hände mit Seife waschen. Das ist in Deutschland meistens kein Problem. Aber was, wenn man keinen Abstand halten kann, weil man in einem überfüllten Lager lebt? Was, wenn man sich nicht regelmäßig die Hände waschen kann, weil es keinen Zugang zu sauberem Wasser und Seife gibt? „Die internationale Humanitäre Hilfe wie auch die Projektarbeit in allen unseren Partnerländern stehen vor einer extremen Herausforderung“, erklärt Felix Neuhaus, Koordinator für Humanitäre Hilfe bei AWO International. „Mehr als 70 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Geflüchtete leben oft in überfüllten Lagern, da kann man keinen Abstand halten. Außerdem haben 2,2 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Im ländlichen Raum, fernab der Hauptstädte, gibt es kaum Informationen zur drohenden Corona-Pandemie. Einfache Hygienemaßnahmen, wie wir sie in Deutschland praktizieren, werden hier kaum angewendet“, erzählt er weiter. Auf der ganzen Welt ergreifen die staatlichen Behörden zudem restriktive Maßnahmen: Kindergärten, Schulen und Hochschulen werden geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, Reisen in die/aus den betroffenen Ländern sind verboten und Infizierten oder unter Verdacht stehenden Personen wird strikte Quarantäne verordnet. Dadurch wird auch unsere Arbeit gefährdet, denn der Zugang für Humanitäre Helfer wird ebenso beeinträchtigt. „Unsere Zielgruppen in unseren Partnerländern sind ohnehin arm und benachteiligt und erhalten – anders als in Deutschland – keine staatlichen Beihilfen für Quarantänebedingte Verdienstausfälle“, so Neuhaus.    

„Wir müssen jetzt handeln!“

Selbst die besten Gesundheitssysteme der Welt werden durch das Coronavirus enorm belastet. „Wir müssen jetzt handeln“, so Felix Neuhaus und weiter: „wir sind aus bestimmten Gründen in diesen Ländern tätig: Wir unterstützen beispielsweise Geflüchtete, die keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung haben oder Menschen, die durch Vulkanausbrüche und Erdbeben ihr Zuhause verloren haben. Diese Menschen können sich nur schwer vor dem Virus schützen – wir müssen daher schnell reagieren, um einer Ausbreitung auf die Ärmsten entgegenzuwirken.“

Hygienekits und Aufklärungskampagnen

Aus diesem Grund haben wir bereits erste Maßnahmen in die Wege geleitet:

Libanon: Im Libanon, wo wir eigentlich mit einer mobilen Klinik syrische und palästinensische Geflüchtete – vor allem Menschen mit Behinderung – unterstützen, verteilen wir Hygienekits mit Desinfektionsmitteln, Handschuhen und Seife an Geflüchtete. Außerdem informieren wir durch Aufklärungsmaßnahmen und führen weitläufige Oberflächen-Desinfektionen durch.

Uganda: Wir arbeiten an einer schnellen Verteilung von Hygienepaketen an 360 Haushalte im Camp für Geflüchtete Isingiro, im Westen Ugandas. Mithilfe von Radiobeiträgen, Postern, T-Shirts, Flyern und Talkshows, soll zudem die breite Öffentlichkeit über unsere vier Partnerorganisationen Informationen über das Virus, Schutzmaßnahmen und wichtige Anlaufstellen erhalten.

Nepal: Wir initiieren Sensibilisierungskampagnen und die Verteilung von Hilfsgütern, um das lokale Gesundheitssystem beispielsweise mit Schutzausrüstungen zu unterstützen.

Guatemala: Wir planen eine Radio-Informationskampagne zum Virus und bereiten Maßnahmen in den Bereichen Hygiene und Gewaltschutz vor. Denn ein deutlicher Anstieg der häuslichen Gewalt wird im Rahmen von Ausgangssperren erwartet.

Indonesien und Philippinen: Wir sondieren eine Unterstützung der am stärksten von Armut betroffenen Familien, damit sie sich während der Quarantäne/Ausgangssperre mit lebensnotwendigen Gütern versorgen können.

Weltweit versuchen wir über unsere Partner und Sozialstrukturen unserere Entwicklungsprojekte über Hygienemaßnahmen und das Coronavirus aufzuklären.

Für diese und weitere Maßnahmen benötigen wir Ihre Unterstützung!

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