Südostasien • Indonesien

Sichere Migration für Migrant*innen aus Lombok

Erpressung, Ausbeutung und Gewalt sind Rechtsverletzungen, die vielen Arbeitsmigrant*innen widerfahren. Auf der Suche nach einem besseren Leben für sich und ihre Familien landen sie oft in extrem prekären Arbeitsverhältnissen. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation PPK setzen wir uns für Schutz und Rechte von Arbeitsmigrant*innen ein.

Teilnehmerinnen an einem Training für Organisationsmanagement von unserer Partnerorganisation PPK. Die ehemaligen Migrantinnen wollen sich in Gemeindeorganisationen gegen Menschenhandel einsetzen. (Foto: AWO International)Teilnehmerinnen an einem Training für Organisationsmanagement von unserer Partnerorganisation PPK. Die ehemaligen Migrantinnen wollen sich in Gemeindeorganisationen gegen Menschenhandel einsetzen. (Foto: AWO International)

Die Provinz Nusa Tenggara Barat, zu der die Insel Lombok zählt, ist reich an landwirtschaftlichen Ressourcen.  Trotzdem hat die Region tiefverwurzelte sozioökonomische Probleme: 2016 lebten über 800.000 Anwohner in Armut. Beim Human Development Index belegt die Provinz Platz 30 von 34. Die prekären Lebensumstände führen dazu, dass Menschen sich alternative Arbeitsmöglichkeiten im Ausland suchen. Vor allem Menschen mit geringem Bildungsstand landen in Arbeitsverhältnissen, in denen sie massiv ausgebeutet werden. Frauen sind besonders von Menschenhandel betroffen. Viele arbeiten im Ausland als Hausangestellte,  wo sie oftmals Opfer von sexueller Ausbeutung werden.

Gemeinsam mit der Partnerorganisation PPK setzen wir uns dafür ein, dass migrierte Hausangestellte vor Ausbeutung geschützt sind  und ihre Rechte geltend machen können. PPK vereint hierfür drei Ansätze: Weibliche migrierte Hausangestellte und ihre Familien in Lombok Utara werden in Gemeindeorganisationen zusammengeführt und gestärkt, sodass sie für ihre eigenen Rechte einsetzen können. In der zweiten Komponente ermöglichen sie Arbeitsmigrant*innen, sich ökonomisches Wissen anzueignen, und verhelfen ihnen zu Zugang und nachhaltigem Umgang mit ihren Rücküberweisungen. Zudem erarbeitet PPK mit den verantwortlichen Regierungsstellen in den Dörfern, Distrikten und Provinzen Richtlinien als Antwort auf Bedürfnisse von Arbeitsmigrant*innen. So können bestehende nationale Richtlinien zum Schutz von Arbeitsmigrant*innen besser umgesetzt werden.

Perkumpulan Panca Karsa (PPK), wurde 1982 als Antwort auf die sozialen Belange von Frauen wie Diskriminierung, häuslicher Gewalt und Missbrauch gegründet. Die NGO stärkt marginalisierte Frauen der Insel Lombok, indem sie ihnen hilft, Fähigkeiten und ökonomischen Wohlstand zu verbessern. Bereits 1996 erkannte PPK die Notwendigkeit, im Bereich der Arbeitsmigration tätig zu werden und begann ein Programm zu entwickeln, das gezielt die Schwierigkeiten von Arbeitsmigrant*innen adressiert. Schon damals verließen große Gruppen an Arbeitsmigrant*innen aus Lombok das Land - in vielen Fällen undokumentiert.

Projektinfo

ProjektSichere Migration für Migrant*innen aus Lombok
Ort/Region

Lombok Utara

PartnerPerkumpulan Panca Karsa (PPK)
Zielgruppe

Potentielle, derzeitige und rückgekehrte Arbeitsmigrant*innen, Opfer von Menschenhandel, Gemeindevertreter und örtliche Regierungsbeamte

Aktivitäten
  • Gemeindeorganisationen für Arbeitsmigrant*innen und ihre Familien aufbauen und fördern
  • Ökonomisches Wissen, insbesondere im Umgang mit Rücküberweisungen, vermitteln
  • Lobby-Aktivitäten auf Distrikt-, Provinz- und Dorfebene
Laufzeit2018-2020
Budget58.467 Euro p.a.
FördererBMZ

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