Südasien • Nepal

Sichere Migration für Frauen in Nepal

Täglich verlassen etwa 1.700 Menschen Nepal, um im Ausland Arbeit zu suchen. Arbeitsmigration kann viele Chancen eröffnen, jedoch überwiegen die Schattenseiten: Prekäre Lebens- und Arbeitsverhältnisse und massive Menschenrechtsverletzungen sind oftmals traurige Realität in den Zielländern. Insbesondere Frauen sind davon betroffen.

Abeitsmigratoin in NepalPotentielle Arbeitsmigrantin im Gemeindezentrum. Unsere Partnerorganisation Pourakhi berät Menschen, damit sie sicher migrieren. (Foto: AWO International)

Migration ist zu einer der größten Herausforderungen für die sozioökonomische Entwicklung Nepals geworden. Auf der einen Seite ist Arbeitsmigration ein essentieller Wirtschaftsfaktor: Die Rücküberweisungen der Migranten/innen machen etwa 24% des nepalesichen BIP (Bruttoinlandsprodukt)  aus. Auf der anderen Seite überwiegen die Schattenseiten von Migration: In den Zielländern sind prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen, Ausbeutung und Missbrauch oft traurige Realität.

Auch häusliche Gewalt ist ein Migrationsgrund

In Nepal entschließen sich besonders viele Frauen auszuwandern. Gründe hierfür sind oftmals häusliche Gewalt und Diskriminierung. Viele Frauen migrieren auch, um ihren Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen. Sie arbeiten in kaum kontrollierbaren Berufssparten zum Beispiel als Hausangerstellte. Frauen sind weitaus häufiger Opfer von illegaler Migration und von Missbrauch als Männer. Viele von ihnen werden zur Prostitution gezwungen. Auch die Wiedereingliederung rückkehrender Migrantinnen in die Gesellschaft und in das Arbeitsleben gestaltet sich oftmals schwierig: Sie werden sozial stigmatisiert, sind oft traumatisiert und haben den Bezug zu ihren Familien verloren. Aufgrund der hohen Vermittlungsgebühren von Schleppern sind sie oft verschuldet.

Seit 2012 arbeitet AWO International mit der nepalesischen Partnerorganisation Pourakhi im Bereich "Frauen und Migration" zusammen. Pourakhi wurde 2003 von Migrantinnen selbst gegründet und gehört zu den wichtigsten zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für die Verbesserung der Situation von Arbeitsmigrantinnen in Nepal einsetzt. Ziel des gemeinsamen Projekts ist es, durch gezielte Informations-, Beratungs- und Medienarbeit eine sichere Migration zu fördern und rückkehrende Migrantinnen bei der Wiedereingliederung zu unterstützen. Zudem sollen Lobby- und Netzwerkarbeit mit Regierungsvertretern/innen, staatlichen Institution und Nichtregierungsorganisationen dazu beitragen, die Rechte von Migrantinnen zu stärken.

Projektinfo

ProjektSichere Migration für Frauen in Nepal
Ort/Region

3 Gemeinden (Dakshinkali, Tarkereshwor, Tokha) im Kathmandu-Tal, Nepal

PartnerPourakhi
Zielgruppe

53.000 Frauen und Männer, rückkehrende und potentielle ArbeitsmigrantInnen sowie ihre Famileinangehörigen, Anrufer der Hotline

Aktivitäten
  • Betrieb von 8 Migrationsinformationszentren (MIZ)
  • Sensibilisierungsmaßnahmen für Sichere Migration  (u.a. in Schulen)
  • Ausbildung (Training) von MIZ-Berater/innen, Jugendlichen und lokalen staatlichen Akteuren im Kontext sicherer Migration
  • Entwicklung und Ausstrahlung von Radioprogrammen und Betrieb einer Telefonhotline
  • Beratung von potentiellen und rückkehrenden Arbeitsmigranteninne
  • Netzwerken & Lobbying mit Regierungsinstitutionen und zivilgesellschaftlichen Organisationen auf lokaler- und Distrikt-Ebene
  • Trainings und Einkommen schaffende Maßnahmen
  • Verbesserung des sozioökonomischen Status von ArbeitsmigrantInnen und RückkehrerInnen
  • Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Themen
Laufzeit2017-2019
Budget71.800 Euro p.a.
FördererBMZ

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