Südasien • Nepal

Perspektiven für Jugendliche auf dem Land

Mit Einkommen schaffenden Maßnahmen, Bildungsangeboten und Aufklärung will unser Partner SAHAMATI die Arbeitsmigration von Jugendlichen aus dem ländlichen Nepal eindämmen. Gefördert wird außerdem der Aufbau von Kooperativen, Selbsthilfe- und Jugendgruppen.

Jugend, Perspektiven, NepalDurch informellen Unterricht werden Schulabbrecher/innen an den Besuch einer Schule herangeführt. (Foto: AWO International )

Die Arbeitsmigration hat in Nepal in den letzten Jahren bedrohliche Ausmaße angenommen. Insbesondere Jugendliche aus dem ländlichen Nepal verlassen zu Tausenden ihre Heimatdörfer, um - oft angeworben von dubiosen Arbeitsvermittlern/innen - ihr Glück in Indien, den Golfstaaten oder Malaysia zu versuchen. Doch dort angekommen arbeiten sie meist gegen geringe Entlohnung und leben unter prekären Bedingungen. Der Grund für die zunehmende Jugendmigration liegt auf der Hand: Zum einen finden sie im ländlichen Raum keine Einkommens- bzw. Arbeitsmöglichkeiten, zum anderen sind sie sich der Risiken, die mit der Arbeitsmigration verbunden sind, nicht bewusst. Mangelnde Aufklärung und eine unzureichende Bildungsinfrastruktur fördern somit zusätzlich diesen Trend.

Aufklärung und Bildungsangebote

AWO International unterstützt deshalb seit 2008 die lokale Partnerorganisation SAHAMATI ("Konsens" auf Nepali). Seit ihrer Gründung 2001 setzt sich die Organisation für eine gerechte Entwicklung in Nepal ein. In Gaindakot verfügt sie über ein eigenes Trainingszentrum. Ziel des gemeinsamen Projektes "Rural Youth Development" ist es, die Jugendmigration in vier ländlichen Bezirken des Nawalparasi-Distrikts im südlichen Nepal durch Einkommen schaffende Maßnahmen, Aufklärung und Bildungsangebote einzudämmen. Dabei geht es vor allem um Jugendliche, die der ethnischen Minderheit der Magar angehören und in schwer zugänglichen Bergdörfern des Nawalparasi-Distrikts zu Hause sind.

Mithilfe von SAHAMATI wurden in mehreren Dörfern Selbsthilfegruppen, Kooperativen und Jugendgruppen aufgebaut. Mit Trainings und durch materiellen Input wie Ziegen oder Saatgut fördert SAHAMATI die Schaffung neuer Einkommensquellen. Die Bevölkerung wird z. B. bei der Ziegenzucht, beim Anbau, Verkauf und der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte oder auch durch die Vermittlung berufsbildender Maßnahmen unterstützt.

Im Vordergrund stehen dabei die Aufklärung und die Bereitstellung von Bildungsangeboten für Jugendliche: Durch informelle Unterrichtsklassen werden jugendliche Schulabbrecher/innen wieder an den Besuch einer Schule herangeführt. SAHAMATI vergibt Kleinstipendien, bietet Seminare für junge Führungskräfte an und gibt sogar eine Jugendzeitschrift heraus. In Workshops lernen Jugendliche, selbst für ihre Rechte einzutreten. Mittlerweile gibt es auch vier Jugend-Informationszentren, die Informationen zur Arbeitsmigration sowie zu (Aus-)Bildungsmöglichkeiten in der Region bereitstellen. Mehr als 1.500 Jugendliche organisieren sich bereits in lokalen Selbsthilfegruppen und sogar in einer eigenen Jugendorganisation.

Das Projekt wurde 2016 erfolgreich abgeschlossen.

Projektinfo

ProjektPerspektiven für Jugendliche auf dem Land
Ort/Region

Sieben Dörfer im Distrikt Nawalparasi

PartnerSahamati
Zielgruppe

Direkt: Etwa 9.000 einkommensschwache Jugendliche und Angehörige marginalisierter ethnischer Gruppen (vorwiegend Magar und Dalits). Indirekte Zielgruppe: 14.000 Personen

Aktivitäten
  • Aufbau und Stärkung von Selbsthilfegruppen und anderen Basisorganisationen auf Gemeindeebene
  • Aufbau und Stärkung von Jugendgruppen; Registrierung eines Dachverbands der Jugendgruppen als Kooperative
  • Kompetenzaufbau zu Themen wie Menschenrechte, Konfliktmediation, Partizipation, Migration, Sparen und Kreditwesen
  • Erstellung von Geschäfts- und Strategieplänen
  • Identifizierung und Förderung von jungen Führungskräften
  • Training und Inputs in den Bereichen Bildung, Einkommen schaffende Maßnahmen
  • Management natürlicher Ressourcen und Gesundheitsförderung
  • Erfahrungsaustausch mit Verantwortlichen von Regierungsbehörden und anderen Nichtregierungsorganisationen
  • Mobilisierung von Ressourcen aus relevanten Regierungsprogrammen
  • Öffentlichkeits- und Medienarbeit
LaufzeitDas Projekt wurde 2016 erfolgreich abgeschlossen.
FördererBMZ

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