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Südasien • Nepal

Corona-Nothilfe in nepalesischen Quarantänezentren

In Nepal wurden provisorische Quarantänezentren für die rückkehrenden Arbeitsmigrant*innen aus Indien errichtet. Die Infrastruktur dieser gesundheitlichen Zentren ist jedoch sehr prekär, die Versorgung der Menschen nicht ausreichend. AWO International unterstützt durch die Lieferung von Hygieneprodukten und die Durchführung einer Bewusstseinskampagne.

AWO International unterstützt u.a. durch die Lieferung von Hygieneprodukten und Wassertanks (Foto: AWO International)AWO International unterstützt u.a. durch die Lieferung von Hygieneprodukten und Wassertanks (Foto: AWO International)

Trotz der Ausgangssperre, die von der nepalesischen Regierung am 23. März 2020 verhängt wurde, und der präventiven Maßnahmen, die ergriffen wurden, ist die COVID-19-Ansteckungsgefahr im westlichen Teil Nepals so hoch wie noch nie. Jede Familie hat mindestens ein Mitglied, das in Indien arbeitet. Die meisten Migrant*innen kehren aktuell zurück in ihre Gemeinschaften, da sie im Ausland schlagartig ihre Arbeit verloren. Die Grenzen zwischen Indien und Nepal sind nicht nur sehr durchlässig, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht schlecht kontrolliert. Die offiziellen Gesundheitszentren an den Checkpoints sind unzureichend vorbereitet. Um schnell zu reagieren, errichtete die Regierung an den Grenzen Quarantäneeinrichtungen für die rückkehrenden Migrant*innen. Aufgrund des hohen Ressourcenmangels und der schlechten Infrastruktur, sind diese Anlagen jedoch überfüllt und schlecht ausgestattet. Immer mehr Menschen müssen nach Hause geschickt werden, um sich hier in Selbstisolation zu begeben. Viele missachten jedoch aufgrund mangelnden Wissens die Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Zudem wurden einige Aktivitäten, wie Bauarbeiten, Büroarbeit und Landwirtschaft, aufgrund des hohen Drucks seitens der Gesellschaft wiederaufgenommen. Dies hat zur Folge, dass das Risiko an öffentlichen Orten rapide gestiegen ist.

Mitten in der Monsunsaison

Nepal befindet sich zusätzlich mitten in der jährlich Monsunsaison. Erdrutsche und Überschwemmungen sorgen vielerorts für Chaos, Hygiene- und Schutzmaßnahmen sind schwer einzuhalten. Die Migrant*innen und ihre Familien und Gemeinden sehen sich demnach zwei Gefahren gegenüber - und das in einer zeit, in der ihnen der Großteil ihres Einkommens weggebrochen ist. Die Auswirkungen auf die nepalesische Bevölkerung, insbesondere auf marginalisierte und benachteiligte Gruppen, sind immens.

So hilft AWO International

Gemeinsam mit unserem Partner BEE-Group unterstützen wir die nepalesische Regierung dabei, die Migrant*innen, ihre Familien und Gemeindenvor dem Virus und den Auswirkungen der Monsune zu schützen. Mit Aufklärungskampagnen sensibiliesieren wir für das virus und seine Gefahren und klären über notwendige Schutz- und Hygienemaßnahmen auf. Wir verteilen Hygieneprodukte und Sicherheitsmaterialien wie Seife, Desinfektionsmittel und Masken. Außerdemstellen wir persönliche Schutzausrüstung für das Gesundheitspersonal in den Quarantänezentren sowie Handwaschstationen an öffentlichen Plätzen bereit. Um die Auswirkungen der Monsune zu minimieren, verteilen wir zudem Moskitonetze, damit sich die Menschen vor zusätzlichen Infektionskrankheiten schützen können.

Projektinfo

ProjektNotfallmaßnahmen und Vorbereitung gegen COVID-19 und die mit dem Monsun verbundenen Erkrankungen für die rückkehrenden nepalesischen Migrant*Innen und Gastgemeinschaften in Banke, Region 5, Nepal
Ort/Region

Banke, Region 5, Nepal

PartnerBEE-Group
Zielgruppe

Zurückkehrende Migrant*innen und ihre Familien, Gastgemeinschaften, Menschen, die sich in den Quarantäne-Einrichtungen befinden

Aktivitäten
  • Verteilung von Hilfsgütern (WASH und Gesundheit) an Quarantäne-Einrichtungen
  • Verteilung von Produkten für die Prävention von vektorübertragenen Erkrankungen
  • Lieferung von Wassersammelbehältern für das Händewaschen
  • Bewusstseinskampagne für die Vorbereitung auf Monsune und seine Konsequenzen
Laufzeit2020
Budget23.000 Euro
FördererADH und 2,3% MG-Beiträge

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