Südasien • Indien

Mit nachhaltiger Landwirtschaft gegen Bauernselbstmorde

Die Region Vidarbha im Bundesstaat Maharashtra ist für ihre extreme Wasserknappheit und die vielen Bauernselbstmorde bekannt. Eine nachhaltige organische Landwirtschaft steigert die Erträge und sichert die Existenz der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen.

Nachhaltige Landwirtschaft in IndienEin Bauer in der Region Vidarbha in Indien.

Die Region Vidarbha im Norden des westindischen Bundesstaates Maharashtra ist für ihre extreme Wasserknappheit und die vielen Bauernselbstmorde bekannt. Bleibt der Monsun aus, reicht die Ernte kaum zum Überleben. Ernteausfälle und die hohen Kosten für chemische Düngemittel führen dazu, dass sich viele Kleinst- und Kleinbauern und -bäuerinnen in Notzeiten als Tagelöhner/innen auf weit entfernten Zuckerrohr- oder Baumwollplantagen verdingen oder in die Arme von Kredithaien getrieben werden. Am Ende stehen oft die Verschuldung und der Weg in den Selbstmord.

AWO International unterstützt in Vidarbha die Nichtregierungsorganisation Action for Agricultural Renewal (AFARM) und ihre lokalen Partner. Ziel des Projekts ist es, die Lebenssituation der Bauern und Bäuerinnen in 20 Dörfern in Vidarbha durch die Förderung einer nachhaltigen organischen Landwirtschaft zu verbessern. Durch natürliche Schädlingsbekämpfung und Düngerherstellung kann zum Beispiel der Einsatz teurer chemischer Dünger und Pestizide vermieden werden, deren Einkauf viele Bauern und Bäuerinnen in den Ruin getrieben hatte. Die nachhaltige organische Landwirtschaft eröffnet für viele Kleinbauern- und -bäuerinnen nicht nur neue Freiheiten von Kreditvermittlern*innen, sondern wirkt sich auch positiv auf die Bodenentwicklung aus.

Innovative landwirtschaftliche Techniken und Selbstorganisation

Die Einführung sogenannter LEISA (Low External Input Sustainable Agriculture)-Techniken und eine nachhaltige Wasserwirtschaft (z. B. mit Mikrobewässerungssystemen und Wasserrückhaltebecken) tragen zur Entwicklung einer alternativen Landwirtschaft bei und steigern die Erträge. AFARM setzt vor allem auf eine konsequente Selbstorganisation der Bauern und Bäuerinnen: In Dorfentwicklungskommittees und Spar- und Kreditvereinen nehmen sie die weitere Entwicklung in die eigene Hand. Seit sich ihre Einkommenssituation durch die neuen Methoden und Techniken des natürlichen Ressourcenmanagements verbessert hat, haben sie auch Zeit dafür und müssen sich nicht mehr als Tagelöhner/innen verdingen.

AFARM wurde 1969 als Dachverband verschiedener Nichtregierungsorganisationen gegründet, um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und die Einführung nachhaltiger landwirtschaftlicher Produktionsmethoden im ländlichen Maharashtra zu koordinieren. Für AFARM sollen die Erfolge in Vidarbha nun auch landesweit Schule machen. Im Rahmen des Projektes, das auf Erfahrungen in anderen Regionen Maharashtras aufbaut, spielen deshalb die Vernetzung mit anderen Nichtregierungsorganisationen und die Lobbyarbeit gegenüber staatlichen Stellen eine entscheidende Rolle. Die Tatsache, dass die Regierung Maharashtras mittlerweile Beratung von AFARM in landwirtschaftlichen Fragen anfragt, spricht für den bisher erzielten Erfolg. Mehr auf www.afarm.org

Das Projekt wurde 2016 erfolgreich abgeschlossen.

Projektinfo

ProjektMit nachhaltiger Landwirtschaft gegen Bauernselbstmorde
Ort/Region

20 Dörfer in der Vidarbha-Region im indischen Bundesstaat Maharashtra

PartnerAction for Agriculturural Renewal in Maharashtra (AFARM)
Zielgruppe

Direkte Zielgruppe: 4.603 Personen (Klein- und Kleinstbauern und -bäuerinnen, Landarbeiter/innen), indirekte Zielgruppe: 15.103

Aktivitäten
  • Kompetenzaufbau von Basisorganisationen auf Gemeindeebene
  • Entwicklung und Management natürlicher Ressourcen
  • Beratung, Training und Inputs in den Bereichen nachhaltige organische Landwirtschaft, Einkommen schaffende Maßnahmen und Management natürlicher Ressourcen 
  • Förderung von Low External Input Sustainable Agriculture (LEISA)
  • Entwicklung von Ödland durch Trockenlandanbau
  • Verbesserung von Bewässerungssystemen
  • Vermittlung von landwirtschaftlichen Technologien durch Training und Beratungsdienste, Förderung von Kleinstunternehmen
  • Mobilisierung von Ressourcen aus relevanten Regierungsprogrammen
  • Vernetzung, Interessenvertretung und Lobbying
LaufzeitDas Projekt wurde 2016 erfolgreich abgeschlossen.
FördererBMZ

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