Südasien • Indien

Gemüseanbau in Frauenkooperativen

Von der prekären Ernährungs- und Einkommenssituation im extrem armen Bundesstaat Odisha sind die Dalits und Adivasi besonders betroffen. Die Förderung von Gemüseanbau in Frauenkooperativen sorgt für ihre Nahrungssicherheit und schafft alternative Einkommen.

Frau in einer Gemüsekooperative in IndienDie gezielte Förderung von Gemüseanbau in Frauenkooperativen schafft Ernährungssicherheit.

Das am Golf von Bengalen gelegene Orissa ist einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung leben dort unterhalb der Armutsgrenze. Einige Regionen wie z. B. das südlich gelegene Kalahandi waren jahrzehntelang der Inbegriff von Hunger und Elend in Indien. Die mangelnde Nahrungssicherheit führt zu einer hohen Arbeitsmigration in andere Bundesstaaten. Insbesondere in den abgelegenen ländlichen Regionen Orissas, in denen die Landwirtschaft die wichtigste und oft einzige Einkommensmöglichkeit darstellt, ist die Situation prekär. Am härtesten betroffen sind ohnehin benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Dalits oder Adivasi. 

Ernährungssicherung und gesellschaftliche Teilhabe

Die in Bhubaneshwar ansässige Madhyam Foundation, die 2004 als Netzwerkorganisation gegründet wurde, begegnet der prekären Einkommens- und Ernährungssituation im ländlichen Orissa durch die gezielte Förderung des Gemüseanbaus in Frauenkooperativen. Sie nutzt dabei die für den Gemüseanbau vorteilhaften klimatischen Bedingungen und geeignete Bodenbeschaffenheit sowie das fortschrittliche Kooperativengesetz in Orissa.

AWO International unterstützt die Madhyam Foundation und ihre lokalen Partnerorganisationen seit 2009 bei der Umsetzung des Projektes „Promoting Livelihood Security through Vegetable Growers’ Cooperatives“ in drei Distrikten Orissas. Ziel ist es, dass sich insgesamt 5.000 Frauen aus zahlreichen Selbsthilfegruppen in den Distrikten Kalahandi, Khurdha und Malkangiri in selbstbewussten Kooperativen organisieren und erfolgreich Gemüseanbau betreiben. Damit verfügen sie nicht nur über eine sichere Nahrungsquelle, sondern durch Verkauf und Vermarktung ihrer Produkte auch über eine zusätzliche Einkommensquelle.

Durch Trainings der Frauen im Kooperativenmanagement und Gemüseanbau sowie gezielte materielle Unterstützung konnten bis Mitte 2011 bereits 2.500 Frauen mobilisiert sowie elf Kooperativen gegründet und registriert werden. Der Gemüseanbau in der Projektregion hat sich vervielfacht, die Kooperativen haben notwendige Kredite eingeworben und die Frauen haben eine deutliche Einkommenssteigerung erfahren. Durch die Vermittlungsarbeit der Madhyam Foundation wurde der Gemüseanbau als alternative Einkommen schaffende Maßnahme von der Landesregierung mittlerweile als Instrument der Armutsbekämpfung akzeptiert und soll auch in anderen Landesteilen eingeführt und gefördert werden.

Projektinfo

ProjektGemüseanbau in Frauenkooperativen
Ort/Region

Drei Distrikte (Khurda, Kalahandi, Malkangiri) im Bundesstaat Orissa, Indien

PartnerMadhyam Foundation
Zielgruppe

Direkt: 4.800 Frauen (Mitglieder von 16 Gemüsebauern-Kooperativen). Indirekt: 19.350 (Regierungsvertreter verschiedener Ebenen, Medienvertreter, Familienangehörige der Zielhaushalte, Polizeiangestellte, Projektmitarbeiter, Gemeindemitglieder)

Aktivitäten
  • Workshops und Trainings zur Stärkung und zum Aufbau von Frauenkooperativen für den Gemüseanbau
  • Registrierung von Kooperativen und Kompetenzaufbau für das Kooperativenmanagement
  • Training für Gemüsebauern und –bäuerinnen in Anbauplanung, nachhaltiger/organischer Landwirtschaft und finanziellen Grundkenntnissen
  • Aufbau einer effizienten Vermarktung der Produkte der Kooperativen
  • jährliche Konferenz der Kooperativen auf Landesebene 
  • Mobilisierung von Krediten und Subventionen für Gemüsebauern und -bäuerinnen 
  • Medienarbeit
  • Steigerung des Einkommens
  • Verringerung geschlechtsspezifischer Diskriminierung und häuslicher Gewalt
  • Verbesserung der Rolle der Frau in Entscheidungsfindungsprozessen
Laufzeit2017-2019
Budget88.100 Euro p.a.
FördererBMZ

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