Südasien • Bangladesch

Sichere Migration in Bangladesch

Hunderttausende Menschen aus Bangladesch verlassen jedes Jahr ihr Heimatland, um im Ausland zu arbeiten. Die Bedingungen, unter denen viele Migranten- und Migrantinnen arbeiten und leben müssen, sind meist katastrophal. Um deren Situation zu verbessern, führt AWO International gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation WARBE ein Projekt zur sicheren Migration in Bangladesch durch.

Sichere Migration in BangladeschDie Arbeitsverhältnisse von vielen Migranten*innen sind oft prekär. Hier: Arbeitsmigranten bei einer Protestaktion. (Foto: WARBE)

Jedes Jahr verlassen hunderttausende Menschen aus Bangladesch ihr Heimatland, um als Arbeitsmigrantinnen und -migranten im Ausland zu arbeiten. Allein 2012 sind rund 430.000 Menschen in die Golfstaaten ausgewandert. Etwa 37.000 Frauen arbeiten dort als Hausangestellte. Die Schattenseiten von Arbeitsmigration umfassen eine steigende irreguläre Migration durch illegale Schleuserbanden, Ausbeutung, Verschuldung, prekäre Lebens- und Arbeitsverhältnisse in den Zielländern sowie eine massive Verletzung der Rechte von Migrantinnen und Migranten.

Information und Beratung von Arbeitsmigrant*innen

Um die Situation von Migranten und Migrantinnen zu verbessern, führt AWO International in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisationen WARBE ein Projekt durch, das sich für eine sichere Migration und die Rechte von Migranteninnen und Migranten einsetzt.  Im Oktober 2012 begann ein fünfzehnmonatiges Pilotprojekt in zwei Distrikten, die besonders von Migration betroffen sind. Etwa 40.000 Menschen werden durch die  Maßnahmen direkt erreicht, insgesamt werden über 100.000 Menschen profitieren.

Mit Unterstützung von AWO International hat WARBE in zwei Städten Informationszentren zum Thema Migration gegründet. Hier erhalten potenzielle Migrantinnen und Migranten, Rückkehrende und auch Familienangehörige Informationen und Beratung zu allen relevanten Themen bezüglich sicherer Migration. Um das Thema stärker in das Bewusstsein der Menschen zu positionieren, macht WARBE Lobby- und Advocacyarbeit. Zu den Maßnahmen gehört auch die Gründung und Unterstützung von Basisorganisationen, die als Dialog-Plattformen für Migrantinnen und Migranten und deren Angehörige fungieren.

Für potentielle Migranten und Migrantinnen bietet WARBE Trainings an, damit diese besser auf ihre Ausreise vorbereitet sind. Die Kurse wurden von der Regierung als sehr wirkungsvoll anerkannt. Zusätzlich bietet WARBE dreimonatige Weiterbildungen an, bei denen Männer zu Elektrikern weitergebildet werden. Die Frauen erhalten Trainings im Kunsthandwerk. Mit den Weiterbildungen sollen die Fähigkeiten der Teilnehmenden verbessert werden, damit diese qualifizierte Jobs finden. Gedacht sind die Trainings als Vorbereitung für Menschen die migrieren wollen und für die meist weiblichen Familienangehörigen, die zurückbleiben bzw.  Die bisherigen Erfahrungen haben sogar gezeigt, dass viele Absolventen bereits in Bangladesch selbst Arbeit finden und gar nicht erst auswandern müssen. Nach der erfolgreichen Pilotphase 2013 wurde das Projekt auf einen weiteren, der Hafenstadt Chittaghong, ausgeweitet.

Projektinfo

ProjektSichere Migration in Bangladesch
Ort/Region

Projektaktivitäten in ganz Bangladesch, Lobby- und Advocacy-Arbeit in Dhaka

PartnerWARBE (Welfare Association for the Rights of Bangladeshi Emigrants )
Zielgruppe

15.000 potentielle sowie rückkehrende Arbeitsmigrantinnen und -migranten sowie Staatsangestellte der landesweiten Rechtsberatungszentren (direkt), 50.000 Nutznießer von Strafverfolgungsbehörden, Parlamentsmitglieder, Journalisten, Medienvertreter, Famil

Aktivitäten
  • Aufklärungsarbeit zu "sicherer Migration" 
  • Einrichtung von zwei Informationszentren für Migration (MISC: Migration Information and Support Centre)
  • Einkommen schaffende Maßnahmen für potentielle Arbeitsmigrant/innen 
  • Lobbyarbeit gegenüber staatlichen und anderen relevanten Akteuren
Laufzeit2017-2019
Budget35.000 Euro p.a.
FördererBMZ

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