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Von Jugendlichen für Jugendliche

Seit 2013 unterstützt AWO International Jugendinitiativen in Mittelamerika und Mexiko, die aus den Entwicklungsprojekten entstanden sind. Damit ermöglichen wir den Jugendlichen, mit eigenen Mitteln ihre Ideen und Projekte umzusetzen.

Computerkurse, Bewerbungstrainings, Aufklärungskurse oder Freizeitmöglichkeiten: Die Bandbreite der Jugendinitiativen ist vielfältig.Computerkurse, Bewerbungstrainings, Aufklärungskurse oder Freizeitmöglichkeiten: Die Bandbreite der Jugendinitiativen ist vielfältig. (Foto: Katrin Neuhaus/AWO International)

Die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Mittelamerika und Mexiko ist oftmals geprägt von Gewalt, Armut und Perspektivlosigkeit. Ihre Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen ist gering. Die Mehrheit hat eine sechsjährige Grundschulausbildung und danach kaum eine Aussicht auf einen Job. Der informelle Sektor ist für die meisten, die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen. Viele versuchen in die USA zu immigrieren, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen und das Einkommen der zurückgeblieben Familien aufzubessern. Das Programm zur Jugendförderung und Gewaltprävention, das AWO International seit 2007 in Zusammenarbeit mit lokalen Projektorganisationen in Mexiko, Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua durchführt, hat das Ziel, Jugendliche über ihre Rechte aufzuklären und ihre Teilhabe zu stärken.

Jugendliche führen eigene Projekte durch

In vielen Projektregionen sind inzwischen die Jugendlichen selber Akteur*innen: Sie nehmen nicht nur aktiv am Gemeindeleben teil, sondern führen auch ihre eigenen Projekte durch. Seit 2013 unterstützt AWO International Jugendinitiativen in Mittelamerika und Mexiko. Die Idee ist ganz einfach: Jugendliche nehmen ihre Projekte selbst in die Hand und sind zuständig für die Planung und Durchführung.

AWO International und die Partnerorganisationen beraten und unterstützen sie bei Fragen. So konnten seit 2013 bereits 38 Jugendinitiativen in Mittelamerika und Mexiko mit in Benefizveranstaltungen gesammelten Geldern und Spenden aus dem Kinder- und Jugendfonds unterstützt werden. Die Bandbreite der Jugendinitiativen reicht von alternativen Freizeitmöglichkeiten, über Fortbildungsmaßnahmen bis hin zu Aufklärungskursen.

„In den abgelegenen Gemeinden haben Jugendliche kaum Perspektiven und Räume, sich zu entwickeln oder ihre Freizeit zu verbringen. Mit diesen Initiativen schaffen sie es, ihre Altersgenossen zu aktivieren und zu motivieren. Es sind kleine, aber feine Projekte, die die Jugendlichen von Anfang bis Ende selber durchführen. Auch die Projektgelder verwalten sie selbst.“

 Was sie aber alle gemeinsam haben: Es sind Projekte von Jugendlichen für Jugendliche. „Der Enthusiasmus der Jugendlichen ist ansteckend!“, erzählt Luis Caldera, Direktor des Projektpartners ADM in Nicaragua. Seit Jahren führt ADM Projekte für Jugendliche im ländlichen Bezirk Boaco durch.

Im Canton El Tigre in El Salvador beispielsweise hat sich eine Jugendinitiative aus Mädchen zusammengefunden, welche ihrer Leidenschaft – dem Fußball – nachgehen. Mit der Unterstützung von AWO International konnte sich die Mannschaft einheitliche Trikots und Sporthosen kaufen und so nun auch optisch bei Turnieren als Team auftreten. In einer Gesellschaft, welche von (sexueller) Gewalt geprägt ist, kann der Sport manchmal zielführender sein als eine theoretisches Aufklärungsseminar oder Sexualunterricht in der Schule. Das Selbstbewusstsein der Mädchen wird gesteigert, sie lernen, sich zu verteidigen und im entscheidenden Moment, klare Worte zu finden und „Nein!“ zu sagen.

Eine andere Jugendinitiative führt uns nach San Raymundo in Guatemala, hier ist die Jugendorganisation VIDAJOVEN aktiv. 40 Prozent der Bevölkerung der Gemeinde sind Jugendliche. Einmal wöchentlich gehen sie nachmittags in ihre verschiedenen Kirchen. Ansonsten gibt es keinen Ort, an dem sie sich treffen können. Sie werden zuhause für die Arbeit auf dem Feld oder im Haushalt gebraucht. VIDAJOVEN bietet den Jugendlichen, die Möglichkeit, sich fortzubilden. In kleinen Schulungen, lernen sie, wie man Schmuck herstellt und mit wenigen finanziellen Mitteln ein kleines Geschäft aufmachen kann. So gehen die Jugendlichen nach den Schulungen nicht nur mit vielen kreativen Ideen, sondern auch mit einem Plan für ein eigenes finanzielles Standbein nach Hause.

Jugendliche Multiplikator*innen zur Sexualaufklärung

ADEJUCC ist eine Jugendorganisation in Cantel, im Westen Guatemalas. In den letzten Jahren ist die Bevölkerung durch hohe Geburtenraten stark angewachsen. Das liegt insbesondere an der mangelnden Sexualaufklärung sowie schlecht eingerichteten Gesundheitsstationen, in denen es sogar an Verhütungsmitteln fehlt. Die Organisation hat eine Initiative gestartet, in der Jugendliche im Alter zwischen 12 und 20 Jahren zu Multiplikator*innen ausgebildet werden. Hier lernen die Jugendlichen ihre Rechte im Bereich der Sexualität und der Familienplanung kennen. Denn wo die staatlichen Institutionen versagen, können die Jugendlichen eingreifen. Sie haben sich geschworen, ihr Wissen weiterzutragen – an ihre Klassen, ihre Geschwister und Arbeitskollegen – und so zur Aufklärung beizutragen.

Projektinfo

ProjektVon Jugendlichen für Jugendliche: Unterstützung von Jugendinitiativen
Ort/Region

Mittelamerika und Mexiko

PartnerLokale Jugendorganisationen (seit 2013: 38 Jugeninitiativen)
Zielgruppe

Jugendliche in von Armut und Gewalt betroffenen Regionen in Mittelamerika und Mexiko

Aktivitäten
  • Aufklärungsarbeit im Bereich Jugendrechte, Sexualgesundheit etc.
  • Fortbildungsangebote
  • Freizeitangebote
Laufzeitseit 2013
Budget1.000 Euro pro Jugendinitiative
FördererKinder- und Jugendfonds von AWO International

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