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Mittelamerika • Mexiko

Strategien zum Schutz von Migrant*innen

Mexiko erlebt den gesamten Migrationszyklus: Jedes Jahr durchqueren ungefähr 450.000 Migrierende aus Mittelamerika das Land, viele von ihnen bleiben in Land. Aber auch tausende Mexikaner*innen selbst machen sich auf den Weg. Doch Migration birgt viele Gefahren. Mit der Partnerorganisation welche unsere UMUN führen wir ein Projekt durch, um Risiken zu mindern.

Migranten im Transit werden von der Herberge La Sagrada Familia mit einer warmen Mahlzeit versorgt (Foto: UMUN)Migranten im Transit werden von der Herberge La Sagrada Familia mit einer warmen Mahlzeit versorgt (Foto: UMUN)

Mexiko erlebt den gesamten Migrationszyklus: Zum einen migrieren jährlich mehrere Tausende Mexikaner*innen in die USA und Kanada, zum anderen durchqueren Jahr für Jahr unzählige Migrant*innen aus Mittelamerika das Land. Seit einigen Jahren ist Mexiko nicht nur Transit-, sondern auch Zielland für Migrierende geworden. Aufgrund der verschärften Migrationspolitik der USA, entschließen sich immer mehr in Mexiko zu verbleiben und sich dort ein neues Leben aufzubauen. Zusätzlich kehren auch viele abgeschobene Migranten*innen in ihre Gemeinden zurück. Auf die vielschichtigen Probleme, die die verschiedenen Migrationsformen mit sich bringen, ist unsere Partnerorganisation Un Mundo Una Nación (UMUN) (dt. Eine Welt, eine Nation) bestens vorbereitet und bietet Unterstützung für die Migrierenden.

UMUN ist Mitglied im Netzwerk Colectivo Por Una Migración Sin Fronteras (dt. Kollektiv für eine Migration ohne Grenzen) und vertritt dieses als unser Projektpartner. Die Organisation konzentriert sich auf die Arbeit in den Herkunftsgemeinden sowie im Transit und betreibt Lobbyarbeit, um die Rechte von Migrant*innen zu stärken. In in Apizaco, Tlaxcala, unterhält UMUN außerdem eine Migrantenherberge. Die Herberge La Sagrada Familia liegt direkt neben den Gleisen des Güterzugs „La Bestia“, die von vielen Migranten trotz einer besonders hohen Unfallgefahr als Transportmittel genutzt wird.

Die zweite Organisation des Kollektivs, Centro de Atención a la Familia Migrante e Indígena (CAFAMI) (dt. Betreuungszentrum für Migrantenfamilien und Indigene), stärkt Gemeindegruppen und Komitees. Diese bestehen aus Personen, die selbst von Migration in den verschiedensten Facetten betroffen sind. Sie informieren über Migrationsrouten, Risiken und Rechte während der Migration, sodass potentielle Migrant*innen eine informierte Entscheidung für oder gegen die eigene Migration treffen können. Außerdem führen sie politische Lobbyarbeit im Kampf gegen Menschenhandel um.

Die dritte Mitgliedsorganisation Trayecto 3 bietet Rechtsberatung für Migrant*innen und ihre Angehörigen an, dabei hat sie sich insbesondere auf das Recht auf Identität und Bildung spezialisiert. Ein neuer Fokus der Organisation ist die juristische Betreuung von Flüchtlingen und Asylsuchenden in Mexiko. Alle Organisationen sind wiederum auch Mitglieder in anderen Netzwerken und haben so eine nationale Reichweite.

Arbeit mit Migrierenden und betroffenen Familien auf Gemeindeebene

In den sechs Projektgemeinden werden Migrationsgruppen gebildet. Hier können sich die Mitglieder über ihre Erlebnisse und Lebensrealitäten austauschen. Zusätzlich soll in diesen Gruppen über die Verwendung von Rücküberweisungen der ausgewanderten Familienmitglieder informiert und diskutiert werden. In diesem Zusammenhang sollen beispielsweise Spar- und Lebenspläne mit den Gruppenmitgliedern erstellt werden.

Die Migrationsgruppen werden des Weiteren genutzt, um die Teilnehmer*innen über die Risiken und Rechte der Migration bzw. des Asyls zu informieren. Zukünftig sollen sich die Gemeindegruppen zu Netzwerken zusammenschließen und politisch aktiv werden sowie Migrant*innen auf der Durchreise in solidarischen Familien aufnehmen und bei rechtlichen Fragen unterstützen.

In der Herberge „La Sagrada Familia“ in Apizaco erhalten Migrant*innen Unterkunft, Verpflegung sowie medizinische Versorgung und werden angemessen betreut. Sollten sie sich dafür entscheiden in Mexiko zu bleiben, bekommen sie Unterstützung bei der Beantragung des Bleiberechts und bei der Arbeitssuche. Vor allem Menschen, die die in ihrer Heimat Opfer von Gewalt geworden sind, werden unterstützt. Mitarbeitende der Herberge werden u.a. in den folgenden Themen ausgebildet: Betreuung von Gewaltopfern, Gewaltsituation in den Herkunftsländern, Erste Hilfe sowie Recht auf Asyl in Mexiko.

Im Rahmen des Projekts werden aber auch die Organisationen selbst dabei unterstützt, die eigene Arbeit zu professionalisieren. Sie werden zum Beispiel dabei gestärkt werden, selbstständig Finanzmittel für die Umsetzung von eigenen Projekten zu erhalten. Sie werden auch dabei unterstützt, sich in der öffentlichen Medien mehr Gehör zu verschaffen. Durch Kooperationen mit anderen Netzwerken und Organisation, die im Themenfeld Migration arbeiten, sollen Energien gebündelt werden und eine bessere Lobbyarbeit betrieben werden.

Projektinfo

ProjektStrategien zum Schutz von Migrant*innen
Ort/Region

Sechs Gemeinden in sechs Gemeindebezirken im Bundesstaat Tlaxcala

PartnerUMUN
Zielgruppe

Von Migration betroffenen Familien, Migranten auf der Durchreise

Aktivitäten
  • Stärkung selbstbestimmter Migrationsentscheidungen und Förderung von informierter Migration und Prävention vor den Risikofaktoren auf dem Weg durch Mexiko
  • Psychosoziale Betreuung von betroffenen Familien und Beratung im Umgang mit den Devisen
  • Stärkung von gemeindeorientierten Strukturen und solidarischen Familien zur Betreuung von Migrant*innen auf der Durchreise
  • Advocacy- und Lobbyarbeit zur Erarbeitung und Umsetzung von Gesetzen, die das Recht auf Bildung und Identität für Kinder und Jugendliche aus transnationalen Familien festschreiben
  • Betreuung und Aufnahme von Migrant*innen in der Herberge „La Sagrada Familia“
Laufzeit2019-2021
Budget60.000 Euro p.a.
FördererBMZ

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