Mittelamerika • Mexiko

„La Sagrada Familia“ – Eine sichere Unterkunft für Migrant*innen

Jährlich durchqueren etwa 400.000 Migrant*innen Mexiko auf ihrem Weg in die USA. 7.000 von ihnen finden Schutz in der Migrationsherberge „La Sagrada Familia“ im Gemeindebezirk Apizaco. AWO International unterstützt die Herberge, um die Unterkunft sicherer zu gestalten.

In der Migrationsherberge „La Sagrada Familia“ wird ein Bauprojekt umgesetzt, welches die Unterkunft sicherer gestalten soll. (Foto: AWO International)In der Migrationsherberge „La Sagrada Familia“ wird ein Bauprojekt umgesetzt, welches die Unterkunft sicherer gestalten soll. (Foto: AWO International)

Das Pfeifen des Güterzuges „La Bestía“, mit dem sich viele Migrierende auf den gefährlichen Weg in die USA machen, ist in der Migrationsherberge „La Sagrada Familia“ (auf Deutsch: die heilige Familie) im Gemeindebezirk Apizaco zu hören. Die Schienen führen unmittelbar an der Herberge vorbei. Hier finden Migrierende Schutz und eine sichere Unterkunft.

Die „La Sagrada Familia“  wurde von einer Nachbarschaftsinitiative gegründet, nachdem engagierte Bewohner*innen beobachtet haben, dass viele Migrant*innen ihre Stadt durchqueren – völlig entkräftet von der Reise auf der Suche nach einer warmen Mahlzeit, einer medizinischen Untersuchung oder einem Unterschlupf, um sich von den Anstrengungen der Reise erholen zu können. Die Herberge wurde 2010 eröffnet und ist seitdem durchgehend geöffnet: 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Mehr als 30.000 Migrant*innen wurden bisher hier betreut.

Herberge bietet sicheren Unterschlupf für Migrant*innen im Transit

In der Herberge haben die ankommenden Migrant*innen die Möglichkeit, sich zu waschen und auszuruhen, zudem erhalten sie warme Mahlzeiten. Viele von ihnen erkranken auf der Migrationsroute – manche leiden an einer Magenverstimmung, andere haben schwere Verletzungen beim Auf- oder Abspringen vom Zug „La Bestía“ erlitten. Daher erhalten sie während ihres 48-stündigen Aufenthaltes eine medizinische Versorgung und haben die Möglichkeit, psychologisch betreut zu werden. Zudem können sie kostenlose Telefonanrufe tätigen, um ihren Angehörigen in der Heimat ein Lebenszeichen zu geben.

Auch Aufklärungskurse für die Migrant*innen auf der Durchreise gehören zum Angebot der Unterkunft, in denen beispielsweise für die Gefahren des Menschenhandels sensibilisiert wird. In diesem Zusammenhang werden oftmals Opfer von Gewaltverbrechen identifiziert, denn auf dem Weg in die USA lauern zahlreiche Gefahren: Überfälle, Erpressungen und Entführungen mit Lösegeldforderungen gehören zum Alltag vieler Migrant*innen. Frauen sind insbesondere sexueller Gewalt und der Gefahr des Menschenhandels ausgesetzt.

Bauprojekt soll Migrationsherberge sicherer gestalten

Da die Migrationsherberge im Rahmen einer Nachbarschaftsinitiative mit einem geringen finanziellen Budget entstanden ist, sind einige Bereiche nur provisorisch eingerichtet worden. Die Wände der Unterkunft zum Beispiel haben kein richtiges Fundament. Zudem sind die Räumlichkeiten nicht erdbebensicher gebaut und das, obwohl Mexiko regelmäßig von schweren Erdbeben heimgesucht wird – zuletzt im September 2017. Mit Unterstützung von AWO International werden Baumaßnahmen umgesetzt, um die Herberge sicherer zu gestalten. Die Schlafräume und die Küche werden kernsaniert, dadurch soll sichergestellt werden, dass die Migrant*innen vor Regen, Kälte und Erdbeben geschützt sind. Zudem wird die Aufteilung verändert, damit die Unterkunft in Zukunft mit einem zweiten Stockwerk erweitert werden kann - dies könnte schon bald eine notwendige Maßnahme werden, denn die Anzahl der Migrierenden steigt.

Projektinfo

ProjektUnterstützung der Migrationsherberge "La Sagrada Familia"
Ort/Region

Gemeindebezirk Apizaco im Bundesstaat Tlaxcala, Mexiko

PartnerMigrationsherberge La Sagrada Familia A.C
Zielgruppe

Migrant*innen im Transit in Mexiko (jährlich etwa 7.000 Personen)

Aktivitäten
  • Einkauf von Baumaterialien
  • Anstellung von zwei Architekten zur technischen Beratung des Bauvorhabens
  • Anstellung von Arbeitskräften zur Umsetzung des Bauvorhabens
LaufzeitSeptember bis Dezember 2017
Budget5.000 Euro
FördererSpenden

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