Mittelamerika • Guatemala

Solidarische Familien: Betreuung von Migrant*innen im Transit

Eine der gefährlichsten und meist frequentierten Migrationsrouten führt durch den nördlichen Bundesstaat El Petén in Guatemala. Um den Migrant*innen auf ihrer Durchreise Schutz zu bieten, öffnen solidarische Familien der Organisation Maya Petén ihre Häuser: Hier bieten sie den Migrant*innen eine Unterkunft, Nahrung, medizinische Versorgung sowie Informationen über die Migrationsrouten und ihre Rechte.

AWO International unterstützt die solidarischen Familien mit medizinischen Versorgungspaketen und Lebensmittel, wie unter anderem Mais, Bohnen und Salz.AWO International unterstützt die solidarischen Familien mit medizinischen Versorgungspaketen und Lebensmitteln, wie unter anderem Mais, Bohnen und Salz. (Fotos: AWO International)

Sie vertrauen ihr Leben Schlepper*innen an oder begeben sich mit öffentlichen Bussen oder sogar zu Fuß auf die Migrationsroute nach Mexiko oder in die USA: Mehr als 1.000 Menschen unterschiedlicher Herkunft überqueren jeden Tag die guatemaltekisch-mexikanische Grenze. Es sind meist junge Männer, doch auch immer mehr Frauen wagen die Flucht nach Mexiko oder in die USA.

Um Kontrollen auszuweichen, nehmen die Migrant*innen Routen fernab von polizeilicher Überwachung. Doch hier lauern zahlreiche Gefahren: Überfälle, Erpressungen und Entführungen mit Lösegeldforderungen gehören zum Alltag. Frauen sind insbesondere sexueller Gewalt und der Gefahr des Menschenhandels ausgesetzt. Und dabei geht die Gewalt nicht nur von kriminellen Jugend- und Drogenbanden aus, sondern oftmals sind auch polizeiliche Behörden in das organisierte Verbrechen verwickelt.

Eine der gefährlichsten und zugleich meist frequentierten Migrationsrouten führt über das nördliche Departamento El Petén in Guatemala. Der zum Großteil vom Dschungel bedeckte Bundesstaat bietet keine ausgebaute Infrastruktur und kaum Hilfsangebote für Migrant*innen im Transit. Und das, obwohl die Mehrheit von ihnen ohne jegliche Vorsorgemaßnahmen die Migrationsroute antritt – ohne Lebensmittel, ohne Medikamente und ohne Unterschlupf, um sich auszuruhen und für den beschwerlichen Migrationsweg zu stärken.

Solidarische Familien bieten Schutz, Nahrung und medizinische Versorgung

Um auf diese für die Migrant*innen (lebens-)gefährliche Situation zu reagieren, unterstützte AWO International im Jahr 2015 die lokale Basisorganisation Maya Petén. Der Projektpartner bietet Migrant*innen im Transit eine Herberge bei einem Netzwerk sogenannter solidarischer Familien. Hier finden die Migrant*innen Unterschlupf, um sich von den Anstrengungen der Reise erholen zu können. Neben einem geschützten Raum erhalten sie stärkende Mahlzeiten sowie eine medizinische Betreuung. Hierfür stattete AWO International 31 solidarische Familien mit Basislebensmitteln sowie Medikamenten aus.

Um die Migrant*innen während des 48-stündigen Aufenthalts auf eine sicherere Migration vorzubereiten, wurden die solidarischen Familien im Bereich der Rechte von Migrant*innen und Migrationsrouten fortgebildet. Ziel ist es dadurch, den Migrant*innen ausreichend Informationen an die Hand zu geben, um den auf der Route lauernden Gefahren und Herausforderungen möglichst ausweichen zu können. So erfahren sie nicht nur eine solidarische Geste guatemaltekischer Familien in ihrer verletzlichen Situation, sondern es wird gleichzeitig das Risiko für Unfälle, Krankheiten und Todesfälle verringert. Mit dieser wertvollen Arbeit hat sich die Organisation Maya Petén zu einem etablierten Projektpartner von AWO International entwickelt. Seit 2016 unterstützt AWO International ein Migrationsprojekt, welches im solidarischen Bündnis der honduranischen Nichtregierungsorganisation OCDIH und Maya Petén (heute ACOMUMSAM) durchgeführt wird.

Projektinfo

ProjektSolidarische Familien: Betreuung von Migrant*innen im Transit
Ort/Region

Gemeindebezirke La Libertad und Las Cruces in der Provinz El Petén, Guatemala

PartnerMaya Petén
Zielgruppe

Etwa 1.000 Migrant*innen im Transit auf den Routen El Ceibo nach El Naranjo und Bethel nach Las Cruces

Aktivitäten
  • Fortbildung von 11 Multiplikator*innen im Bereich Gesundheit, Rechte der Migrant*innen, Migrationsrouten, etc.
  • Einkauf von Basislebensmitteln wie zum Beispiel Mais, Bohnen und Salz
  • Einkauf von Basismedikamenten
Laufzeit2015
Budget9.363 Euro
FördererAktion Deutschland Hilft

Was Sie auch interessieren könnte