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Afrika • Uganda

Minderung schwerwiegender Folgen von Heuschreckenplage und COVID-19

Als sich im Februar 2020 Millionen von Heuschrecken in Uganda ausbreiten, trifft dies die arme, auf die Landwirtschaft angewiesene Region Karamoja völlig unvorbereitet. Kurze Zeit später stellt auch die weltweite Ausbreitung von Corona und deren Folge die Menschen der Region vor weitere riesige Herausforderungen. AWO International unterstützt die betroffenen Gemeinden im Kampf gegen die dramatischen Folgen.

Unsere Partnerorganisation ECO verteilt Hygienepakete an Haushalte mit besonders vulnerablen Mitgliedern, wie ältere Menschen, Witwen und Menschen mit Behinderung. (Foto: ECO/AWO International)Unsere Partnerorganisation ECO verteilt Hygienepakete an Haushalte mit besonders vulnerablen Mitgliedern, wie ältere Menschen, Witwen und Menschen mit Behinderung. (Foto: ECO/AWO International)

Die im Nordosten Ugandas gelegene Subregion Karamoja gilt als eine der ärmsten Gegenden der Welt. Hier leben unverhältnismäßig viele Menschen in absoluter Armut, viele sind unterernährt. Die Menschen in der Region sind weitesgehend von Anbau und Viehzucht abhängig, um ihren Lebensunterhalt zu sichern - in einer Umgebung, die für ihre raue klimatische Variabilität bekannt ist.

Zusätzlich zu diesen Umständen drangen im Februar 2020 Wüstenheuschrecken aus Kenia in die Subregion Karamoja ein. Seit den 1960er Jahren gab es in Uganda keine vergleichbar große Heuschreckenplage. Zahlreiche Schwärme bewegen sich weiterhin in Teilen der Region. Die Heuschrecken zerstören Ernten und Weiden und damit die unverzichtbare Lebensgrundlage tausender Menschen. Der Befall stellt deshalb ein weiteres, erhebliches Risiko für die Nahrungssicherheit und die Lebensgrundlagen der Menschen der Region dar, die hauptsächlich Kleinbauern und Viehzüchter sind.

Die Heuschreckenplage traf das Land unvorbereitet

Die Maßnahmen der nationalen Regierung wurden mit geringen Mitteln durchgeführt und waren unkoordiniert. Da in Uganda die letzte große Heuschreckenplage vor mehr als 50 Jahren stattfand, ist auch das lokale Wissen hierzu verschwunden. Um die Auswirkungen der Heuschreckenplage auf die betroffenen Kleinbauern zu mindern, versorgen wir betroffene Haushalte mit Saat- und Pflanzgut für schnell wachsende Gemüse- und Getreidesorten. Zudem erhalten sie landwirtschaftliche Werkzeuge. Außerdem werden Modell-Gewächshäuser mit Tropfleitungen in den Dörfern eingerichtet und die Menschen über ihren Nutzen und ihre Funktion als Maßnahme gegen die Heuschreckenplage aufgeklärt.

Doppelte Belastung

Zu den riesigen Herausforderungen der Heuschreckenplage, kommt nun die weltweite Ausbreitung von COVID-19. Auch diese trifft das Land völlig unvorbereitet. Die Gesundheitssysteme Ugandas sind ohnehin bereits ausgelastet. Außerdem haben die nationalen Eindämmungsmaßnahmen und Einschränkungen weitreichende Folgen für die Bevölkerung: saisonale Arbeitslosigkeit, eine Verschärfung des Hungers und eine Zunahme der Armut. Viele Haushalte haben es daher nun noch schwerer, ihre Familien mit lebensnotwendigen Gütern wie Lebensmitteln und Hygieneartikeln zu versorgen.

Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation ECO und Aktion Deutschland Hilft, unterstützen wir die Gemeinden der Region Karamoja mit dringend erforderlichem Material und Informationen zur Minderung der Auswirkungen der Heuschreckenplage und COVID-19. Wichtiges Mittel im Kampf gegen die Auswirkungen sind Informationskampagnen. Über Radiosendungen sollen möglichst viele Menschen erreicht und über die Ausbreitung und die Minderung der Auswirkungen der Heuschreckenplage und COVID-19 aufgeklärt werden. Außerdem werden bestehende Sozialstrukturen in der Informationsverbreitung und der Einrichtung von Frühwarnmaßnahmen unterstützt, indem diesen unter anderem Material wie Lautsprecher, Fahrräder und Smartphones, zur Verfügung gestellt werden.

Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19

Um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen, ist effektive Hygiene von großer Bedeutung. Doch in der Region ist es den Menschen oft gar nicht möglich, die wichtigen Hygienemaßnahmen umzusetzen. Denn es mangelt an Waschmöglichkeiten und Hygieneartikeln wie Seife und Desinfektionsmitteln. ECO richtet deshalb kommunale Handwaschstationen ein, die von den Menschen der Gemeinden genutzt werden können. Außerdem werden Hygienepakete an Haushalte mit besonders gefährdeten Mitgliedern, wie älteren Menschen, Witwen und Menschen mit Behinderung, verteilt. Auch sollen die Mitarbeiter unserer Partnerorganisation, die die direkte Umsetzung des Projekts unterstützen, bestmöglich geschützt werden. Deshalb werden sie mit Schutzausrüstung wie Handschuhen, Masken und Desinfektionsmitteln versorgt.

Projektinfo

ProjektMinderung der Auswirkungen der Heuschreckenplage und Vorbereitung auf COVID-19 in den Distrikten Nabilatuk und Napak in der Region Karamoja, Uganda
Ort/Region

Distrikte Nabilatuk und Napak, Region Karamoja

PartnerEcological Christian Organisation (ECO)
Zielgruppe

Menschen der, von der Heuschreckenplage betroffenen, Distrikte Nabilatuk und Napak

Aktivitäten
  • Radiospots zur Aufklärung über Heuschreckenplage und COVID-19
  • Stärkung der Sozialstrukturen, damit diese Aufklärung zur Heuschreckenplage und COVID-19 in ihre Arbeit einbeziehen
  • Dokumentation der Heuschreckenplage und ihrer Auswirkungen durch Fallgeschichten, Fotos, Videoclips
  • Einrichtung von "Modell-Gewächshäusern"
  • Versorgung betroffener Haushalte mit schnell wachsendem Saat- und Pflanzgut und landwirtschaftlichen Werkzeugen
  • Einrichtung von kommunalen Waschstationen und Verteilung von Hygienepakten
  • Versorgung der Mitarbeiter unserer Partnerorganisation mit Schutzausrüstung
LaufzeitMai 2020 – Oktober 2020
Budget28.000 Euro
FördererAktion Deutschland Hilft, Spenden

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