Afrika • Uganda

Ernährung sichern in der Flüchtlingssiedlung Bidi Bidi

Bidi Bidi im nördlichen Uganda ist das größte Flüchtlingscamp Afrikas. Nur rund 25 Prozent der Geflüchteten in den Siedlungen sind mit genügend Nahrungsmitteln versorgt. Aber auch die Situation in den Gastgemeinden ist prekär. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation AFARD tragen wir dazu bei, die Ernährungssituation zu verbessern.

Hilfe zur Selbsthilfe: Durch die Selbstorganisation in zum Beispiel Spar- und Kreditvereinen verbessern die Menschen ihre Lebenssituation selbst. (Foto: AWO International)Hilfe zur Selbsthilfe: Durch die Selbstorganisation in zum Beispiel Spar- und Kreditvereinen verbessern die Menschen ihre Lebenssituation selbst. (Foto: AWO International)

Etwa ein Viertel der Bewohner*innen im der Region West-Nile sind Menschen, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten. Die meisten von ihnen kommen aus dem Süd-Sudan und der Demokratischen Republik Kongo. Mehr als 220.000 Menschen leben in Bidi Bidi, der größten Flüchtlingssiedlung Afrikas. Die Ernährungssituation für die Bewohner*innen ist prekär: Nur etwa 25 Prozent der Geflüchteten sind mit genügend Nahrungsmitteln versorgt. Aber auch für die Menschen in den Gastgemeinden ist die Versorgung mit Lebensmitteln sehr schwierig.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen stellt zwar Nahrung für die geflüchteten Menschen zur Verfügung, die Rationen pro Haushalt sind aber weder bezüglich Quantität noch Qualität annähernd ausreichend. Zudem verringert sich die Abgabemenge je länger die Einreise der Geflüchteten zurückliegt.

Bisher gab es in der Region zwei Regenzeiten im Jahr, auf die sich die hier lebenden Bäuerinnen und Bauern verlassen konnten. Doch in den letzten Jahren hat sich das Klima stark verändert: Die Trockenzeiten sind länger geworden, die Regenperioden hingegen werden kürzer und unregelmäßiger.

Selbstorganisation stärken und Perspektiven schaffen

Die Bäuerinnen und Bauern in dieser Region nutzen jedoch weiterhin ihre traditionellen landwirtschaftlichen Techniken, die den Klimaveränderungen wenig angepasst sind. Die Folge: Es wird weniger produziert und die Versorgung der Familien mit Nahrungsmitteln wird immer schwieriger. Die Alternativen sind limitiert, denn den Menschen fehlt das nötige Wissen und der Zugang zu Kapital, um sich neue Einkommensquellen schaffen zu können. Aktivitäten wie wie zum Beispiel die Abholzung zur Gewinnung von mehr nutzbaren Flächen, der Backsteinproduktion und der Sandgewinnung sind eher kontraproduktiv und haben starke Umweltbelastungen zur Folge. Auf Armut und Perspektivlosigkeit folgt oft auch Kriminalität.

Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation AFARD wollen wir dem Kreislauf aus Armut und Perspektivlosigkeit entgegen wirken. Das Projekt zielt dabei sowohl auf Geflüchtete als auch ihre Gastgemeinden. Es werden selbstgewählte und selbstorganisierte Bauerngruppen gegründet, die Mitglieder erhalten Trainings zu effektiven, den neuen klimatischen Gegebenheiten angepassten und ökologisch nachhaltigen landwirtschaftlichen Techniken. Thematische Schwerpunkte sind dabei zum Beispiel die Schädlings- und Krankheitsbekämpfung, der Boden- und Wasserschutz, organische Düngemittel und Baumpflanzungen.

Die Bauerngruppen werden außerdem in den Methoden von sogenannten Spar- und Kreditvereinen geschult. Die Mitglieder nehmen an verschiedenen Workshops zu den Themen Finanzmanagement und Unternehmertum teil und sparen gemeinsam in Spargruppen. So wird ermöglicht, dass Mitglieder Zugang zu Krediten erhalten, der ihnen bisher verwehrt blieb. Die neu erworbenen Kenntnisse eröffnen den Menschen neue Möglichkeiten und Einkommensquellen. Unser Ziel ist es, das die Geflüchteten und ihre Gastgemeinden zu gestärkten wirtschaftlichen Akteuren werden, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.

Projektinfo

ProjektErnährung sichern in der Flüchtlingssiedlung Bidi Bidi
Ort/Region

Bidibidi Flüchtlingssiedlung, West Nile, Uganda

PartnerAFARD
Zielgruppe

Geflüchtete und ihre Gastgemeinden

Aktivitäten
  • Gründung von selbstverwalteten Bauerngruppen
  • Trainings zu effektiven und ökologisch nachhaltigen landwirtschaftlichen Techniken
  • Gründung von Spar- und Kreditvereinen
  • Schulungen zu Finanzmanagement und Unternehmertum
  • Workshops zu Familienplanung
  • Sensibilisierungsaktivitäten zu den Themen Gleichberechtigung und friedliches Zusammenleben
Laufzeit2019
Budget50.000 Euro p.a.
FördererAktion Deutschland Hilft, Spenden

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