13. Juni 2017

Wie Rupa zur Aktivistin gegen Menschenhandel wurde

Die 20-jährige Rupa wohnt in einem kleinen Dorf in armen und strukturschwachen Region Sindhupalchowk. Nach einem 3-monatigen Training bei unserer Partnerorganisation MAITI Nepal hat Rupa ihr kleines Unternehmen eröffnet und engagiert sich gegen Menschenhandel.

Rupa Karki hat nach einem 3-monatigen Training bei unserer Partnerorganisation Maiti Nepal ihr eigenes kleines Geschäft eröffnet und engagiert sich zudem gegen Menschenhandel und für Gleichberechtigung.Rupa Karki hat nach einem 3-monatigen Training bei unserer Partnerorganisation Maiti Nepal ihr eigenes kleines Geschäft eröffnet und engagiert sich zudem gegen Menschenhandel und für Gleichberechtigung. (Foto: AWO International)

Rupa Karki lebt mit der Familie ihres Bruders und ihrer Mutter im Dorf Tyangthali in der Region Sindhupalchowk nahe der Grenze zu China. Es ist eine ländliche und arme Gegend, die Infrastruktur ist schwach. Mit dem schweren Erdbeben von 2015 hat sich die Situation nochmals verschlechtert. Viele Menschen migrieren, um Arbeit im Ausland zu finden und so ihr Überleben zu sichern.

Rupas Vater starb, als sie noch ein kleines Kind war. Schon in ihrer Schulzeit hat sie alles getan, um ihre Familie zu unterstützen. Durch eine Freundin wurde sie auf ein Programm unserer Partnerorganisation MAITI Nepal aufmerksam, das Familien in Sindhupalchowk unterstützt. Sie bewarb sich darauf und als sie kurze Zeit später erfuhr, dass sie für das Förderprogramm zur Verbesserung der Lebensbedingungen (Livelihood Development Training) ausgewählt wurde, war sie überglücklich.

Für drei Monate war Rupa in der Hauptstadt Kathmandu und hat dort die Grundkenntnisse der Schneiderei und Betriebswirtschaft gelernt. Am Ende des Kurses hat sie eine Nähmaschine erhalten, um ihr eigenes kleines Unternehmen in ihrem Dorf eröffnen zu können. In dieser Zeit hat Rupa auch ein Training zu Alltagskompetenzen erhalten und an zahlreichen Workshops zur Bekämpfung von Menschenhandel, unsicherer Migration und Geschlechtergerechtigkeit teilgenommen. Durch ihre aktive Teilnahme und Engagement im Programm, hat Rupa an Selbstbewusstsein gewonnen: Sie hat kein Problem, ihre Gedanken und Meinung auch vor einer großen Menschenmenge offen auszusprechen.

Heute ist mir klar, dass sich viele Menschen unzähligen Gefahren aussetzen, wenn sie illegal ins Ausland migrieren

Nach ihrer Rückkehr hat sie ihre eigene Schneiderwerkstatt eröffnet und fertigt mit ihren neu erworbenen Kompetenzen Kleidung für Kinder an. Ihr Einkommen hat sich deutlich verbessert: Inzwischen verdient sie durchschnittlich 3.000 nepalesische Rupien und hofft, dass sie ihr kleines Unternehmen bald ausbauen kann, damit sie auch weiterhin ihre Familie unterstützen kann.

Im Februar 2017 wurde Rupa zum Maiti Nepal Volunteer (MNV) ernannt: Als freiwillige Botschafterin berichtet sie in ihrer Gemeinde und anderen Dörfern über ihre Erfolgsgeschichte und informiert über die Themen sichere Migration und Geschlechtergerechtigkeit. „Ich möchte den Menschen einfach nur helfen, indem ich mit ihnen teile, was ich über Menschenhandel, unsichere Migration und häusliche Gewalt gelernt habe. Ich bin so stolz, dass Menschen zu mir nach Hause kommen und mich nach Informationen zu Migration fragen oder Rat von mir wollen, wie sie familiäre Probleme lösen können“, erzählt Rupa. Von einem schüchternen aber entschlossenen Mädchen hat sich Rupa Karki zu einer starken und selbstbewussten Frau entwickelt, die respektiert wird. Die Ausbildung und die Workshops bei unserer Partnerorganisation MAITI Nepal haben sie dabei unterstützt, ihren eigenen Weg zu gehen. Für viele junge Mädchen in ihrem Dorf ist sie zu einem Vorbild geworden.

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