03. August 2016

Syrien: Statement zur Belagerung von Aleppo

AWO International, CARE, Save the Children und World Vision warnen gemeinsam mit 35 weiteren Organisationen vor dem Missbrauch von humanitären Korridoren als Kriegswaffe. Wir befürchten, dass die Korridore eine humanitäre Katastrophe nicht verhindern, sondern vielmehr die verbleibenden Menschen in große Gefahr bringen würden. Wir appellieren an die „International Syria Support Group“ (ISSG), umgehend alles dafür zu tun, den brutalen Belagerungszustand und die illegalen Angriffe auf Zivilisten zu stoppen.

Syrien: Statement zur Belagerung von AleppoGemeinsam mit 35 weiteren Organisationen warnt AWO International vor dem Mißbrauch von humanitären Korridoren als Kriegswaffe. (Foto: AWO International)

Berlin, 3. August 2016. Wir sind extrem besorgt über den gemeinsamen Vorstoß von Russland und Syrien, sogenannte „humanitäre Korridore“ für die belagerte Stadt Aleppo einzurichten. Wir halten dieses Vorhaben nicht für eine humanitäre Hilfsmaßnahme und appellieren an die „International Syria Support Group“ (ISSG), umgehend alles dafür zu tun, den brutalen Belagerungszustand und die illegalen Angriffe auf Zivilisten zu stoppen.

 

Eine wirkliche humanitäre Hilfsaktion würde die Bewohner von Aleppo nicht zu der Wahl zwingen, entweder in die Arme ihrer Angreifer zu fliehen oder in den belagerten und bombardierten Stadtteilen zu bleiben. Stattdessen müssen Maßnahmen ergriffen werden, damit die UN den Schutz aller Menschen, die die Stadt freiwillig verlassen wollen, gewährleistet und überwacht.

Humanitäre Katastrophe abwenden

Wir befürchten, dass die Korridore eine humanitäre Katastrophe nicht verhindern, sondern vielmehr die verbleibenden Menschen in große Gefahr bringen würden. Einen angeblich „sicheren Fluchtweg“ anzubieten, darf nicht im Umkehrschluss bedeuten, dass die verbleibenden Menschen zu militärischen legitimierten Zielen werden. Die Stadt darf nicht zu einem weiteren Ort des Massensterbens werden. 

Wenn Russland eine humanitäre Katastrophe in Aleppo abwenden will, sollte es mit aller Kraft die Forderung der UN unterstützen, dass die Konfliktparteien wöchentlich eine 48-stündige Feuerpause einhalten. Nur so lässt sich ein sicherer, ungehinderter und unverzüglicher humanitärer Zugang gewährleisten – über den Hilfsgüter nach Aleppo transportiert werden und Menschen freiwillig die Stadt verlassen können.

Solange Beschuss, Bombardierungen und Kämpfe weitergehen und solange keine wirklichen vertrauensbildenden Maßnahmen getroffen werden, kann man nicht erwarten, dass Zivilisten die geplanten Korridore nutzen. Alle Bemühungen der ISSG müssen sich darauf hinwirken, auf einen langfristigen Waffenstillstand und eine sofortige Beendigung der inakzeptablen Angriffe auf Krankenhäuser und andere zivile Ziele hinzuwirken.       

Unterzeichner der Erklärung: 

  • ASML
  1. AWO International
  2. BINAA
  3. Bridge of Peace
  4. The Council for Arab-British Understanding (CAABU)
  5. CARE International
  6. CCFD-Terre Solidaire
  7. Christian Aid
  8. Doctors of the World UK
  9. EuroMed Rights (EMHRN)
  10. Global Centre for the Responsibility to Protect
  11. GOAL
  12. Hand in Hand for Syria
  13. Human Appeal International
  14. Human Rights and Democracy Media Center “SHASM” /Palestine
  15. Islamic Relief USA
  16. Karam Foundation
  17. Montreal Institute for Genocide and Human Rights Studies
  18. NuDay Syria
  19. Oxfam
  20. Physicians for Human Rights
  21. Refugees International
  22. Relief & Reconciliation for Syria
  23. Relief International
  24. Rethink Rebuild Society
  25. Save the Children
  26. STAND: The Student-led Movement to End Mass Atrocities
  27. Stichting Vluchteling
  28. Syria Relief
  29. Syria Relief and Development
  30. Syrian American Medical Society (SAMS)
  31. Tearfund
  32. The International Rescue Committee
  33. The Syria Campaign
  34. Trocaire
  35. Vision GRAM-International
  36. WATAN
  37. WILPF
  38. World Vision

Was Sie auch interessieren könnte