18. April 2016

Parlamentariergruppe besucht AWO in Nepal

Im April besuchte eine Delegation der Deutsch-Südasiatischen Parlamentarier-Gruppe das AWO International Regionalbüro in Nepal. Die Delegation informierte sich über die Projekte von AWO International im Bereich sichere Migration und Menschenhandel und über die Hilfsmaßnahmen nach dem schweren Erdbeben in April 2015.

Parlamentariergruppe besucht AWO in NepalParlamentariergruppe besucht AWO in Nepal (Foto: AWO International)

Am 5. April 2016 besuchte eine Delegation der Deutsch-Südasiatischen Parlamentarier-Gruppe das AWO International Regionalbüro in Nepal. Der Delegation gehörten Frau Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), Frau Caren Lay (Die Linke), Herr Michael Donth (CDU) und Professor Egon Jüttner (CDU) an. Begleitet wurde die Delegation von Herrn Matthias Meyer, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Nepal, und Frau Jacqueline Groth, Leiterin des Referats Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft.

Das AWO International Team und Vertreter/innen der Partnerorganisationen MAITI Nepal und POURAKHI stellten der Delegation die Projektarbeit im Bereich sichere Migration und im Kampf gegen Menschenhandel vor. Die Rücküberweisungen der Arbeitsmigrantinnen und -migranten sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Nepal. Der Preis für Migration ist meist sehr hoch: Prekäre und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung durch Schleuser sind oft Alltag. „In unseren Projekten geht es nicht darum zu verhindern, dass Menschen migrieren. Vielmehr möchten wir mit unseren Projekten dazu beitragen, dass Menschen eine informierte Entscheidung treffen und sicher migrieren“, so Ines Budarick, Leiterin des Regionalbüros Nepal.

Migration und Menschenhandel

Die Grenze zwischen Migration und Menschenhandel ist oft fließend. In Nepal werden schätzungsweise 15.000 Frauen und Mädchen Opfer von Menschenhändlern und müssen sich prostituieren. „Die Situation hat sich nach dem Erdbeben nochmals verschärft, weil viele Menschen alles verloren haben und leicht zu Opfern von Menschenhändlern werden“, so Bishwo Ram Khadka von MAITI Nepal. Aus diesem Grund hat AWO International gemeinsam mit Partnerorganisationen schon kurz nach dem Erdbeben eine landesweite Aufklärungskampagne gestartet.

Sushant Sharma, Koordinator für humanitäre Hilfe von AWO International, berichtete über den aktuellen Stand der Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbeben: „Wir haben mit unseren Hilfsmaßnahmen etwa 43.00 Menschen erreicht. In der Wiederaufbauphase haben wir Übergangsunterkünfte für 7.500 Menschen errichtet. In sieben Dörfern bieten wir psycho-soziale Betreuung für Betroffene an“, so Sharma. Neben der Aufklärungskampagne gegen Menschenhandel führt AWO International auch grenzüberschreitende Workshops für nepalesische und indische Sicherheitskräfte sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen durch.

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