05. Januar 2015

Migrationszentrum in Kathmandu eröffnet

Mit Unterstützung von AWO International hat die nepalesische Nichtregierungsorganisation POURAKHI am 19. Dezember 2014 ein Migrationsinformationszentrum in Kathmandu eröffnet. Das Zentrum soll Arbeitsmigrant*innen beraten und informieren, um die Gefahren von Migration zu minimieren und Menschenhandel zu verhindern.

Der nepalesische Arbeitsminister, Vertreter der Deutschen Botschaft sowie Mitarbeiter*innen von AWO International bei der Eröffnung. (Foto: AWO Int.)Feierliche Eröffnung des Migrationszentrums in Kathmandu. (Foto: AWO International)

Am 19. Dezember wurde das von AWO International unterstützte Migrationszentrum am Busbahnhof in Kathmandu durch den nepalesischen Arbeitsminister, Herrn Tek Bahadur Gurung, und dem Entwicklungsberater der Deutschen Botschaft in Nepal, Herrn Dirk Steffes-enn feierlich eröffnet. Der Busbahnhof in Kathmandu ist die zentrale Anlaufstelle für Migrierende in Nepal: Hunderttausende Arbeitsmigrantinnen und -migranten kommen hier an, um dann nach Indien, in die Golfstaaten oder nach Malaysia auszureisen. Das Migrationszentrum bietet vor Ort Informationen und Beratung an, mit dem Ziel, Migration sicherer zu machen und Menschenhandel zu verhindern.

In seiner Eröffnungsrede betonte der nepalesische Arbeitsminister die Bedeutung des Migrationszentrums: „Es ist das erste seiner Art direkt am Busbahnhof. Dort, wo Menschen migrieren. Es ist wichtig, dass zivilgesellschaftliche Organisationen in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen sich des Themas unsichere Migration annehmen und Menschenhandel bekämpfen“, so der Minister.

 

 

Sichere Migration in Nepal

Herr Dirk Steffes-enn, Entwicklungsberater der Deutschen Botschaft in Nepal, erklärte, dass Migration ein wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung in Nepal sei, jedoch auch die Schattenseiten berücksichtigt werden müssen. „Migration und Menschenhandel sind für die Bundesregierung wichtige Themen, deswegen unterstützen wir verschiedene Initiativen in Nepal wie zum Beispiel die Reintegration von hochqualifizierten Nepalesen und Nepalesinnen, die in Deutschland ausgebildet wurden. Auch Projekte von AWO International, die sich des Themas sichere Migration und Menschenhandel annehmen, werden von uns unterstützt.“, so Steffes-enn.

“Die Grenze zwischen Migration und Menschenhandel ist oftmals fließend. Das Zentrum soll Menschen, die migrieren wollen, beraten und mit relevanten Informationen versorgen, damit sie sicher und selbstbestimmt ausreisen können“, erklärt Felix Neuhaus, Büroleiter von AWO International in Südasien, bei der Eröffnung. „Auch rückkehrende Migranten und insbesondere Migrantinnen haben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das Zentrum soll auch für diese Menschen eine Anlaufstelle sein“, so Neuhaus.

Nach offiziellen Angaben reisen jedes Jahr 450.000 Menschen in Nepal als Arbeitsmigrantinnen und –migranten aus. Die Dunkelziffer wird höher geschätzt, da viele illegal ausreisen und sich nicht registrieren lassen. Insbesondere für junge Frauen ist die Gefahr besonders hoch, denn sie dürfen nicht legal ausreisen, tun es aber trotzdem. „Wir werden nicht verhindern können, dass junge Frauen ausreisen. Wir müssen aber dafür sorgen, dass sie legal ausreisen und sich registrieren lassen“, so Manju Gurung von POURAKHI.

Insgesamt 15 Migrationsinformationszentren hat AWO International bisher in Südasien unterstützt. Mehr Informationen zu den Migrationsprojekten von AWO International finden sich hier.

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